RPR1 'Angedacht': Topfschlagen
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 12. März 2009:
An welche Kindergeburtstagspiele erinnern Sie sich noch?
Ich habe diese Frage auch Schülern von mir gestellt.
Die Antworten kamen schnell: Flaschendrehen, Versteckspielen … und dann sagt Timo: Topf schlagen.
Genau auf diese Antwort habe ich gewartet.
Interessant ist, dass sich alle im Zeitalter von Computerspielen an das Spiel erinnern, wie sie mit verbundenen Augen und einem Kochlöffel einen Topf finden mussten, unter dem eine Süßigkeit versteckt war. Und alle kennen noch die die wichtigen Tipps der anderen: Kalt, kälter, warm, wärmer, heiß.
Bei „heiß“ und „warm“ fällt mir was ein: Töpfe sind nun mal dazu da, dass in ihnen Essen gekocht wird. Wenn Töpfe in der Küche klappern, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass es bald was zu essen gibt….Zumindest bei uns.
Denn in vielen südlichen Ländern gehört das Klappern mit leeren Töpfen und Deckeln zu Protestaktionen: Frauen gehen z. B. auf die Straße, um „Krach“ zu machen:
weil ihre Töpfe leer sind, weil nicht gerecht geteilt wird; weil Großgrundbesitzer den Armen das Land nehmen, von dem sie leben könnten; oder ganz schlicht und einfach: weil die Menschen hungern und dürsten nach Gerechtigkeit und Frieden, wie die Bibel es ausdrückt.
Ob wir uns wohl das nächste Mal daran erinnern,
wenn bei uns das nächste Mal Töpfe in der Küche klappern?
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Rockland Radio "Feels like heaven": Einfach mal dankbar sein
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 12. März 2009:
Dankbarkeit macht glücklich. Das hat eine amerikanische Psychologin jetzt herausgefunden: wer einmal pro Woche fünf Dinge aufschreibt, für die er dankbar ist, fühlt sich bereits nach nur sechs Wochen deutlich glücklicher als vorher.
Der Grund ist einfach: wenn ich mich frage, wofür ich dankbar sein kann, dann lenke ich meinen Blick auf das, was im Leben gelingt. Und sehe eben nicht nur auf das, was schief läuft oder wo ich etwas verändern muss.
Meine Dankbarkeit kann ich auf ganz unterschiedliche Weise ausdrücken: z.B. im Gebet.
Ich kann Gott nicht nur meine Sorgen sagen. Ich weiß auch, dass sie bei ihm gut aufgehoben sind. Im Gebet kann ich aber auch Danke sagen für all das, was mir im Leben geschenkt wird und für all das, was in meinem Leben gelingt.
Und deshalb wundert es mich nicht, dass Menschen, die regelmäßig beten, sich glücklicher als andere fühlen. Das haben nämlich andere Psychologen herausgefunden.
Deshalb mein Tipp: regelmäßig beten und Gott für das dankbar sein, was uns im Leben gelingt. Die Psychologen sagen, das macht glücklich – probieren Sie es doch mal aus!
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RPR1 'Angedacht': Chocolat...
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 11. März 2009:
Verzichten Sie während der Fastenzeit auf Schokolade?
Dann passen Sie jetzt besonders gut auf: Denn ich starte hier und heute einen Verführungsversuch. Mit dem Filmtipp für die Fastenzeit: Mit „Chocolat“, einem Film über falsch verstandenes Fasten und über den Weg, unsere Augen für das Wesentliche zu öffnen:
Ein Dorf in Frankreich ist geprägt von strengen religiösen Sitten und Moralvorstellungen. Da erscheint mitten in der Fastenzeit die lebenslustige Vianne, um eine Chocolaterie zu eröffnen. Die zarte Versuchung aus der Kakaobohne erscheint dem strengen Bürgermeister als eine reine Sünde.
Er fordert zum Boykott der feinen Leckereien auf … bis, ja bis … die ersten Dorfbewohner die neuen Lebensfreuden entdecken.
Für jede Not, jede Sorge, jedes Problem hält Vianne die richtige Schokolade bereit. So pflanzt sie mit ihrer Schokolade … Liebe … an einem Ort, an dem bis dahin Schuldgefühle
dominiert haben.
Ich weiß, der Begriff „Fasten“ hat es in sich: Viele setzen ihn einfach mit „Verzicht“ gleich – ohne daran zu denken, dass „Fasten“ auch Genuss bedeuten kann:
Den Genuss, wieder zu sich selbst und zu anderen Menschen zu finden … vielleicht auch zu Gott? Und warum nicht mit einer guten Schokolade?
Im Film „Chocolat“ drückt es die Hauptdarstellerin Vianne übrigens so aus: „Ich glaube, das einzige, was zählt, ist, dass man glücklich ist. Glück. So simpel wie eine Tasse Schokolade oder so kompliziert wie das Herz: Bitter. Süß. Lebendig.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Weltwirtschaftskrise
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 11. März 2009:
Manchmal ist es schon verblüffend, wie sich Geschichte wiederholt. Gerade mal 80 Jahre ist es her, dass das damalige Wirtschaftssystem in sich zusammenbrach. Den Goldenen Zwanzigern folgte der sog. „schwarze Freitag“ und infolge der größte Wirtschaftscrash aller Zeiten.
Inflation und Massenarbeitslosigkeit waren die Folge – ein sehr guter Nährboden für den Nationalsozialismus. Damals haben die Kirchen zu wirtschaftlichen und politischen Fragestellungen meistens geschwiegen.
Heute ist das anders: Die Kirchen stehen an der Seite der Menschen, welche die Suppe auslöffeln müssen, die andere ihnen eingebrockt haben.
Die Kirchen sind dabei, wenn für den Erhalt von Arbeitsplätzen demonstriert wird. Die Kirchen fordern Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft: nicht mehr das Wohl einiger Weniger soll im Blick sein, sondern eine Zukunft mit Solidarität und Gerechtigkeit für alle Menschen.
Die Kirchen stehen auf der Seite derjenigen, die Angst haben. Die Not leiden, die nicht wissen, was Ihnen die Zukunft bringt. Die Kirchen knüpfen damit an das , was Jesus so ausgedrückt hat: was ihr meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.
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RPR1 'Angedacht': Das Herz von Dschenin
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 10. März 2009
Eine Geschichte aus dem Nahen Osten … die „ans Herz geht“:
Ich erzähle diese Geschichte meinen Schülern. Auffällig ist die Stille, während sie mir zuhören.
Die Geschichte ereignet sich in Dschenin, einer palästinensischen Stadt im israelisch besetzten Westjordanland. Ismael Khatib ist ein einfacher Mann. Sein zwölfjähriger Sohn Achmed spielt auf der Straße mit seinem Spielzeuggewehr. Da kommen israelische Soldaten. Sie halten das Spielzeuggewehr des Kindes für echt und schießen … Achmet in den Kopf. Hirntod.
Der Vater wird gefragt, ob er die Organe seines Sohnes zur Organspende freigibt….und willigt ein, nachdem er sich mit einem islamischen Geistlichen beraten hat.
Mittlerweile ist darüber ein Dokumentarfilm entstanden. Er zeigt, wie der palästinensische Vater drei Kinder besucht, die mit den Organen seines Sohnes weiterleben. Darunter auch ein jüdisches Mädchen.
Zwar verlaufen die Begegnungen nicht immer konfliktlos – aber am Ende wird die Dankbarkeit der Eltern der Kinder deutlich.
Meine Schüler haben verstanden … welche Überwindung diese Entscheidung den Vater gekostet haben muss, ja, wie „barmherzig“ er sich letztendlich verhalten hat und dadurch einige Menschenleben retten konnte.
Meine Schüler haben verstanden: Nur dieser Weg kann der richtige sein. Hilfe, ohne Gewalt, über Völker- und Religionsgrenzen hinweg.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Tenzin Gyatso alias Dalai Lama
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 10. März 2009:
Kennen Sie Tenzin Gyatso? Er gehört zu den bekanntesten Menschen der Erde.
Entschieden setzt er sich ein für Frieden und Gerechtigkeit.
Dabei guckt er nie zornig oder böse. Im Gegenteil: immer sieht er friedlich und gelassen aus. Meistens lächelt er freundlich – selbst dann, wenn er ernste Themen vorträgt, wenn es um weltpolitische Probleme wie Krieg oder Völkermord geht.Sie kennen Tenzin Gyatso nicht? Noch nie gehört den Namen? Ich bin mir sicher, dass sie ihn sehr wohl kennen, wenn auch unter einer anderen Bezeichnung.
Tenzin Gyatso ist der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter.
Heute vor genau 50 Jahren begann der Volksaufstand der Tibeter gegen die chinesischen Besatzer. Die Chinesen schlugen den Aufstand nieder, der Dalai Lama musste ins Exil.
Bis heute kämpft er um die Freiheit seines Volkes, immer 100 prozentig engagiert, aber ohne Gewalt.
Und genau das würde ich mir auch von uns Christen wünschen. Dass auch wir entschieden für diejenigen Menschen eintreten, die unterdrückt werden und leiden. Dass wir dies friedlich tun, ohne Hass oder Gewalt im Sinn zu haben.
Und auch: dass wir dabei auch so friedlich und gelassen bleiben, wie der Dalai Lama.
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RPR1 'Angedacht': Neue Helden braucht die Welt
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 09. März 2009:
Haben Sie´s schon gemerkt? Es sind viele Helden unterwegs:
Routiniert setzt ein Flugkapitän in New York die vollbesetzte Boing auf der außerordentlichen Landebahn auf… mitten im Hudson – River: Ein Wunder. Einige der Fluggäste sind „nur“ leicht verletzt. Der Flugkapitän: Ein Held.
Mit Schülern einer Berufsschulklasse diskutiere ich die Frage:
Wer ist heute überhaupt ein Held oder eine Heldin?
Patrick sagt: „Meine Eltern sind Helden. Die hatten es nicht immer leicht mit mir. Wie oft habe ich mich quer gestellt, nicht das gemacht, was ich eigentlich hätte tun sollen. Sie haben nicht aufgegeben, haben mich immer wieder angeschubst. Heute habe ich einen tollen Ausbildungsplatz und die Aussicht, nach meiner Ausbildung übernommen zu werden!“
Steffen ist der Meinung: „Die Feuerwehrmänner aus Ludwigshafen und Umgebung sind für mich Helden. Bei der furchtbaren Brandkatastrophe letztes Jahr in Ludwigshafen haben sie ihr Leben aufs Spiel gesetzt. Zum Dank dafür sind sie zunächst verprügelt und verspottet worden!“
Und ich ergänze, dass für mich Jesus ein Held ist, weil er mir auf eindrucksvolle Weise vorgelebt hat, was erfülltes Leben sein kann.
Es folgt eine lebhafte Diskussion. Am Ende sprechen wir nicht mehr von „Helden“ sondern von Menschen mit Vorbildfunktion.
So wie Jesus, der uns darin stärken will, was aus unserem Leben zu machen: Und zwar nicht „ohne Rücksicht auf Verluste, sondern vielmehr auf dem Hintergrund des Gebotes der Nächstenliebe: Hilfsbereit, verantwortungsbewusst und tolerant gegenüber dem Mitmenschen zu sein.
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