RPR1 'Angedacht': Leben durch den Tod hindurch
Kirchenpräsident Christian Schad, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Karfreitag, 10. April 2009:
Heute ist Karfreitag, der Höhepunkt der Passionszeit oder: der Tiefpunkt, je nachdem.
Der Todestag Jesu: Das ist der Höhepunkt! Jesus stirbt für uns am Kreuz.
Und: Es ist der Tiefpunkt, ein Schock für Jesu Jünger. Jesu Tod lässt sie verzweifelt und ratlos zurück. Ein Gefühl, das auch wir kennen – oft genug sind wir ratlos angesichts von Leid, Gewalt und Tod.
Es ist Jesus selbst, der uns eine Perspektive eröffnet. Er deutet sein eigenes Sterben mit den Worten: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“
Das winzige Weizenkorn – wie tot liegt es in unserer Hand. Aber sobald es in die Erde fällt und Feuchtigkeit und Wärme darauf einwirken, entfaltet sich sein Lebenskeim. Leben, so sagt uns dieses Bild, Leben gibt es nicht am Tod vorbei, sondern nur durch den Tod hindurch.
Das gilt zunächst für Christus selbst, der uns diesen Weg vorausgegangen ist. Und es gilt für uns – die wir ihm mit unserem eigenen Sterben folgen. Damit aber sind wir hineingenommen in eine Hoffnung, die größer ist als aller Schrecken.
Ein Lied im Evangelischen Gesangbuch leitet uns zu dieser Hoffnung an:
„Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt –
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.“
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Rockland Radio "Feels like heaven": Karfreitag
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Feels like heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 10. April 2009:
An ganz bestimmte Dinge mag man lieber nicht denken – zum Beispiel an den eigenen Tod. Viele haben Angst vor dem, was danach kommen wird.
Angst haben sie aber auch vor dem Übergang vom Leben in den Tod, dem Sterben.
Einer, der grausam gestorben ist, ist Jesus Christus. Wie ein Verbrecher wurde er ans Kreuz genagelt – eine römische Hinrichtungsmethode, die das Sterben besonders in die Länge ziehen sollte. Jesus ist diesem Tod nicht ausgewichen, obwohl er das ohne Probleme gekonnt hätte.
Heute ist Karfreitag. Heute erinnern wir uns an diesen grausamen Tod Jesu. Und in zwei Tagen ist Ostern. Dann feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten.
Sein Tod und seine Auferstehung – darin steckt seine wichtigste Botschaft an uns. Sie lautet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; Und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“ Wer dafür offen ist, der muss keine Angst mehr vor dem Tod haben.
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RPR1 'Angedacht': Ich krieg die Krise!
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels like heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 9. April 2009:
Ich stecke in der Krise. Nein, ich meine nicht die Finanzkrise. Da stecken wir ja alle mehr oder minder mit drin.
Meine Krise – ist ganz persönlich und ich steck da ziemlich allein drin.
Was mich daran besonders belastet, ist die Traurigkeit, die damit verbunden ist. Und die bekomme nicht nur ich allein zu spüren. Die betrifft leider auch die Menschen, die ich liebe. Und denen würde ich so gerne nur Gutes schenken. Getreu dem Sprichwort, dass das schönste Geschenk, das einer dem anderen machen kann, das eigene Glück ist.
Was aber ist das Glück? Die Tugendethik sagt, zum Glück gehört, dass man Freude daran hat, wie man handelt.
Und genau da liegt das Problem: In einer Krise ist das leider nicht so einfach. Denn genau an dieser Freude mangelt es häufig. Und das führt dazu, dass man nicht mehr im Einklang mit sich selbst ist. Man ist sozusagen aus dem inneren Gleichgewicht geraten.
Aber sich deswegen von seiner Traurigkeit mitreißen zu lassen, das ist auch keine Lösung. Ich werde also daran arbeiten, meine Einstellung zur momentanen Situation zu ändern.
Und weiter darauf vertrauen, dass Paulus Recht hat, wenn er die Korinther tröstet: „Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt“.
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RPR1 'Angedacht': Öfter mal was Neues!
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels like heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 8. April 2009:
Einen Umzug schafft man, bis man maximal 70 Jahre alt ist, danach ist es zu spät. Hat eine Freundin meiner Mutter immer behauptet.
Meine Mutter ist jetzt 81 – und zieht heute um. Zusammen mit meinem Vater, der auch 81 ist – und eigentlich dagegen war, weil ihm eine solche Veränderung Angst macht.
Lilo ist jetzt 65 – und fängt noch mal an zu studieren. Also genau genommen studiert sie zum ersten Mal in ihrem Leben: Ägyptologie – und bislang ist sie die beste im Kurs.
Das Lieblingsargument vieler Menschen in meiner Umgebung ist: das kann ich nicht mehr ändern, dazu bin ich zu alt – dabei haben die Herrschaften teilweise noch nicht mal die Vierzig erreicht.
Von wegen zu alt: die Hirnforschung liefert inzwischen ganz andere Ergebnisse. Tatsächlich ist es nie zu spät, Neues zu wagen. Und an alten Gewohnheiten muss man nicht festhalten, denn unser Gehirn verliert nie die Fähigkeit, etwas dazuzulernen. Es wird alles nur etwas aufwändiger und verlangt fleißiges Training. Ein wahres Wunderwerk, dieses „unser“ Gehirn.
Das sind die Momente, wo ich aus dem Staunen nicht mehr herauskomme – wenn ich sehe, wie genial der Mensch konstruiert ist. Wie jedes noch so kleine Detail auf das andere abgestimmt ist. Das sind die Momente, wo ich mehr denn je überzeugt bin: das kann kein Zufallsprodukt sein, sondern nur das Ergebnis höherer – göttlicher – Planung.
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RPR1 'Angedacht': Weniger ist mehr!
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels like heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 7. April 2009:
„Genug ist nie genug, genug kann nie genügen“, hat der Liedermacher Konstantin Wecker bereits vor dreißig Jahren musikalisch behauptet. Und dieses Lebensgefühl ist für viele noch immer Wirklichkeit: besser, schneller, weiter, reicher, schöner, größer – noch immer ist genug nicht genug.
Dass ein Geschirrspülmittel sauber macht – reicht nicht. Es muss auch klarspülen, entkalken, Glasschutz und Geruchsneutralisator enthalten.
Mein Radio bietet mir derzeit 32 Programme. Noch. Wenn ich zu dem Anbieter wechsle, der mich seit Tagen telefonisch belästigt, dann könnte ich demnächst 3000 Sender empfangen. Tja, genug kann nie genügen!
Früher habe ich Briefe auf Papier geschrieben. Ab und zu eine Postkarte. Und ziemlich viel telefoniert – von dem einen Telefon im Haus, fest verkabelt im Flur.
Heute steht in jedem Zimmer ein Mobilteil, jeder in der Familie hat ein Handy, auf vier Computern wird zeitgleich gechattet, gemailt, geblogt, getwittert …
Ich finde das alles maßlos und gehe jetzt einen neuen Weg: ich suche die Mitte zwischen den Extremen: nicht alles haben zu müssen, aber auch nicht auf alles zu verzichten.
Jesus hat es in einer Frage auf den Punkt gebracht: „Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert? Und mal ehrlich: wer braucht schon wirklich 3000 Radio- und über 100 Fernsehprogramme?
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RPR1 'Angedacht': Freiheit
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 6. April 2009:
Ein Grundrecht für die Freiheit im Internet – davon haben deutsche Politiker vor zwei Jahren noch geträumt. Mittlerweile haben sie dazu gelernt und wissen: eine Freiheit ohne Grenzen ist gefährlich.
Jüngstes Beispiel: Kinderpornographie im Internet. Familienministerin von der Leyen will diese Seiten jetzt sperren lassen. Doch nicht alle Internetanbieter wollen mitmachen. Sie haben Angst vor Kündigungen und Klagen ihrer Kunden.
Und wer schützt die Kinder-Opfer, die immer jünger werden?
„Die Freiheit der Person ist unverletzlich“, heißt es in Artikel
zwei des Grundgesetzes. Aber wer muss diese Freiheit sichern? Der Staat, die Regierung, das Volk?
Ich meine: Jeder einzelne von uns! Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass Freiheit nicht missbraucht wird.
Deshalb müssen wir unser Handeln und Denken immer wieder überprüfen und darauf achten, keinem anderen zu schaden. Und das nutzt auch uns persönlich.
Oder wie Bundespräsident Köhler es kürzlich – mit Blick auf die Finanzkrise – ausgedrückt hat: „Keiner kann mehr dauerhaft Vorteil nur für sich schaffen. Eigennutz im 21. Jahrhundert heißt: sich umeinander kümmern“.
Der Tipp ist aber gar nicht so neu. Den gab’s bereits vor langer Zeit – von Jesus Christus: „Gebet, so wird euch gegeben“. Man muss es eben nur machen!
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RPR1 'Angedacht': Navigationsgeräte sind was Tolles!
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 05. April 2009:
(Navigationsgerät: „In 200 Metern links abbiegen!“)
Kennen Sie diese freundliche Stimme? Richtig, sie gehört einem Navigationssystem. Mit meinen Schülerinnen und Schülern diskutiere ich immer mal wieder über diese sog. Navis. Sie lachen, wenn ich ihnen erzähle, wo ich mich mal wieder total verfahren habe, weil ich kein Navi habe.
Schließlich meint Gregor genervt: Kaufen Sie sich doch endlich ein Navi, wozu wurden die Dinger denn schließlich erfunden?
Ich schmunzele und erzähle, dass solche Richtungshilfen nichts Neues sind, auch die Bibel kannte schon „Navis“.
Die Schüler stöhnen: „Kommt jetzt wieder die „Stern – von – Bethlehem – Nummer?“
„Nein, die kommt heute nicht.“ Ich erzähle von einem noch älteren biblischen „Navi“:
Das Alte Testament erzählt, dass das Volk Israel während seiner Wüstenwanderung aus Ägypten ins gelobte Land, auch ein Navi hatte:
„Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule und bei Nacht in einer Feuersäule“.
Mit bloßen Augen war diese Navigationshilfe für das Volk Israel zu erkennen, damit es die äußerliche Wegstrecke zurücklegen konnte.
Doch ich frage in diesem Zusammenhang im
Religionsunterricht auch immer nach unseren „i n n e r e n Wegstrecken“. Die sind oft komplizierter. Da hilft keine fremde Stimme aus einem Gerät, da müssen wir auf unsere
„innere Stimme“ hören … und da können uns die Texte der Bibel wichtige Orientierungshilfen oder: Navigationssysteme sein.
Wir wollen doch schließlich in unserem Leben an – kommen.
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