RPR1 'Angedacht': Stammplätze

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 21. April 2009:

Haben sie einen Stammplatz? Sitzen sie zum Beispiel in ihrem Lieblingsrestaurant immer am selben Tisch und versuchen sie im Urlaub immer die gleiche Liege zu ergattern? So ein Stammplatz gibt Sicherheit. Ich weiß halt, wo ich hingehöre.

So geht es im Neuen Testament auch zwei Jüngern Jesu: Jakobus und Johannes. Auch sie wollen sich ihren Stammplatz sichern, nicht nur in diesem Leben, sondern schon darüber hinaus. Ganz nah bei Jesus wollen sie sein. In der ersten Reihe sozusagen. Rechts und links von ihm wollen sie sitzen im Himmel, dann wenn das irdische Leben einmal vorbei sein wird.

Ein großer Wunsch, schließlich gab es ja noch zehn andere Jünger und dazu noch weitere Personen, die Jesus gefolgt sind. Und doch glauben Jakobus und Johannes, dass dieser Platz genau ihnen zustehen würde. Doch sie liegen falsch, Sie bekommen eine Absage.

Jesus nutzt die entstandene Streitigkeit unter den Jüngern, um ihnen etwas über das Herrschen zu erklären. Er sagt: „Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“

Es geht darum, sich nicht selbstverliebt an die Spitze zu setzen. Sondern darum, freiwillig dem Anderen zu dienen und sich bei ihm einen Stammplatz zu sichern.

Das war… – das ist eine ziemlich unpopuläre Vorstellung, aber ich meine: es käme auf einen Versuch an.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Der Jakobsweg

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 21. April 2009

Es ist doch unerhört: Jetzt klebt doch tatsächlich eine bekannte Tankstellenkette ihr gelbes Muschel-Emblem schon als Werbung an Bäume.

Auf meiner letzten Wanderung mit Freunden habe ich es gesehen. Aber kaum habe ich mich wieder abgeregt, da trifft mich auch schon das schallende Gelächter meiner Wanderfreunde.

Gerne lasse ich mich aufklären, dass die Muschel von alters her das Kennzeichen ist für den Jakobsweg. Der berühmte Pilgerweg in Europa ist in den letzten Jahren tatsächlich so richtig bekannt geworden.

Gesprächsstoff hatten meine Freunde und ich nun allemal: Wie gut es tut, gemeinsam unterwegs zu sein. Natur pur erleben bei jeder Wetterlage. Nur das Notwendigste an Gepäck mitschleppen. Morgens nicht wissen wo man abends übernachten wird.

Die eigenen körperlichen Grenzen kennenlernen – und auch die des anderen zu ertragen. Nachdenken über sich selbst, über Gott und die Welt und das Ziel des Lebens. Auch immer wieder Pausen einhalten und sich eines Besseren besinnen.

Und – seltsamerweise denke ich jetzt an der Tankstelle immer wieder an den Jakobsweg …

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