Rockland Radio "Feels like heaven": Der Herr Jesus steht vor der Tür
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 05. Mai 2009:
Ich bin Albrecht Bähr von der Evangelischen Kirche
Mein Großvater war Pfarrer in einem reichen pfälzischen Dorf. Ganz in seiner Nähe wohnte ein dorfbekannter Mann in ärmlichen Verhältnissen. Viele nannten ihn „den Trottel“.
An einem Ostersonntag, als wir mit der ganzen Familie schon zu Tisch saßen, klingelte es an der Haustür. Mein Großvater sagte zu seiner Frau: „Mach die Tür auf! Das ist unser Nachbar – ich habe ihn heute Morgen zum Essen eingeladen.“
Alle am Tisch, ich inklusive, verzogen das Gesicht. Als mein Großvater das sah, zitierte er in seiner spontanen Art Martin Luther. Der hatte in einer ähnlichen Situation zu seiner Frau gesagt: „Käthe, der Herr Jesus steht vor der Tür!“
Mit einem strahlenden Lächeln stand der „Trottel“ dann im Esszimmer. Meine Großmutter richtete schnell ein Gedeck für ihn – und mein Großvater stimmte das Mittagsgebet und ein Loblied an.
Dann verschwimmen meine Erinnerungen. Aber ich habe verstanden, dass Christlicher Glaube sich nicht im Beten und Singen von frommen Liedern erschöpft. Christlicher Glaube handelt. Er hilft dem Nächsten, auch wenn der andere anders ist als ich. Oder wie mein Großvater mit Martin Luther sagte: „Käthe, der Herr Jesus steht vor der Tür!
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RPR1 'Angedacht': Eine Kommode mit sieben Schubladen
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 05. Mai 2009:
In einem Schloss in Schottland steht eine große Kommode. Darin haben die Schlossbesitzer ihre Kleidung aufbewahrt. In sieben übereinander liegenden Schubladen. Für jeden Tag der Woche gibt es eine Schublade!
Ganz unten ist der Montag. Und ganz oben der Sonntag. Dort liegen die besten Sachen. „Dicht bei Gott – und weit weg von den Mäusen!“ erklärt der Schlossführer lachend.
Ich finde die Vorstellung toll! Ganz oben – dicht bei Gott – da würden bei mir die Sachen liegen, die mir wichtig sind. Aber welche sind das eigentlich? Was lege ich gern in die oberste Schublade?
Ich glaube, ich würde Zeit hineinlegen. Zeit für mich: Jetzt das Buch lesen, das ich spannend finde und nicht erst wenn ich in Rente bin. Jetzt meinen wunderbaren Garten genießen und wenn es nur 10 Minuten sind- wie schnell ist mein herrlicher Apfelbaum wieder verblüht.
Und Zeit für die Menschen die ich sehr gern habe: Jetzt bei Freunden vorbeischauen, trotz der vielen Arbeit, nicht später irgendwann.
Und Zeit für Gott – ein kurzer Moment am Tag, wo ich still werde und denke: Danke, guter Gott, dass du für mich da bist.
Es ist leicht, alles immer wieder zu verschieben, auf irgendwann weit weg. Auf den Moment, wenn ich Zeit habe: auf das Wochenende, den Urlaub oder die Rente.
Ich werde versuchen, mir in Zukunft mehr Zeit zu nehmen für die Dinge in meiner obersten Schublade. Und Sie? Was würde denn bei Ihnen in der oberste Schublade liegen?
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Rockland Radio "Feels like heaven": Die Gedächtniskirche
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 04. Mai 2009:
Da kann man schon neidisch werden. In Speyer gibt es eine Kirche, die hat ihre Gemeindeglieder keinen Pfennig gekostet.
Es ist die Gedächtniskirche und die erstrahlt nach langer Renovierung im alten Glanz. Protestanten aus aller Welt haben die Kirche gebaut.
Aus Amerika kam Geld für eine Reihe von Glasfenstern. Die Königshäuser aus Schweden, Dänemark und Holland spendeten großzügig für den Innenausbau. Kirchengemeinden aus aller Welt sammelten für die Kirche. Das restliche Geld kam von Kaiser Wilhelm II.
Das Gedächtniskirche erinnert daran, warum die Protestanten Protestanten heißen: 1529 haben die evangelisch gesinnten Reichfürsten in Speyer dagegen protestiert, den katholischen Glauben durch den Kaiser aufgezwungen zu bekommen.
Im Jahr 1904 haben die Protestanten die Kirche wurde eingeweiht, als trotziges Gegenüber zum Dom. Sie wollten zeigen: Die Evangelische Kirche braucht sich nicht zu verstecken.
Inzwischen haben wir uns in der Ökumene erheblich angenähert und dennoch ist
es wichtig, dass wir die Gedächtniskirche haben. Sie erinnert an eine Grundaussage der Reformation: die Glaubensfreiheit.
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RPR1 'Angedacht': Finger
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 04. Mai 2009:
Unsere Hände – das sind ja die besten Werkzeuge, die es gibt. Was die alles können! Zum Beispiel Zähne putzen, kratzen, schreiben und… zum Nachdenken anregen und zwar jeder einzelne Finger.
Der Zeigefinger – er beginnt mit dem Buchstaben Z… wie Ziel. Der Zeigefinger kann uns auf ein Ziel hinweisen. Und wenn es ein Ziel ist das sich lohnt, was hindert uns daran es zielstrebig anzusteuern?
Dann der Mittelfinger, mit einem M wie Mitte. Ich brauche nicht nur ein Ziel für die Zukunft, sondern auch eine Mitte, in der ich jetzt und hier zuhause bin. Das trägt und hält mich.
Der Ringfinger mit dem R erinnert mich daran, dass ich Ratgeber brauche. Z.B. die Bibel: Sie rät mir zu lieben und die Liebe in die Tat umzusetzen. Ein sehr guter Rat für mein Leben!
Der kleine Finger weist mich auf Körperliches hin. Ich habe körperliche Grenzen und es ist eine spannende Aufgabe damit zu spielen: wo sind meine Grenzen überhaupt? Und wann muss ich meine Grenzen akzeptieren um mich nicht zu überfordern?
Zu guter Letzt: der Daumen. D wie Denken. Hast du gute Gedanken, fragt er mich? Und : Daumen hoch – alles in Ordnung!
Die Finger an meiner Hand, sie gehören alle zusammen. In einem bekannten Gospel heißt es: Gott hält die ganze Welt in seiner Hand. Gottes Hand hält alles zusammen. Das ist für mich etwas ungeheuer Befreiendes: Gottes Hand gibt mir die Stabilität die ich brauche um selbst handlungsfähig zu sein!
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Rockland Radio "Feels like heaven": Jeder wird gebraucht
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Sonntag, 03. Mai 2009:
Wussten Sie, dass über 80% der Menschen, die in kirchliche Beratungsstellen kommen, sich gerne ehrenamtlich engagieren würden?
Diese Menschen brauchen wegen familiärer, persönlicher oder sozialer Probleme selbst Hilfe. Trotzdem möchten Sie andere Menschen unterstützen und damit „Danke“ sagen für die Hilfe, die sie selbst bekommen.
Aber leider kriegen diese Menschen selten die Gelegenheit dazu. Dabei ist es ein menschliches Grundbedürfnis, sich für etwas bedanken zu können.
Von Jesus wird folgende Geschichte erzählt:
„Fünftausend Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung folgen ihm, um ihn zu hören. Am Abend drängen die Jünger, Jesus solle die Leute nach Hause schicken, denn es sind nicht genug Lebensmittel für alle da.
Da beauftragt Jesus die Jünger: Wir haben fünf Brote und zwei Fische. Verteilt sie unter den Menschen. Und wie durch ein Wunder werden alle satt. Es bleiben sogar Reste übrig.“
Aus Betroffenen wurden Beteiligte. Vermutlich steuerte jeder von dem Essen, das er selbst bei sich hatte, etwas hinzu. So viel, wie er konnte. So haben alle etwas genommen, aber auch alle etwas gegeben. Keiner war ausgeschlossen. Jeder sagte damit auf seine Weise: Danke!
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RPR1 'Angedacht': Augen auf!
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 03. Mai 2009:
Ein Mann rettet sich während einer Überschwemmung auf das Dach seines Hauses. Dort wartet er auf Hilfe. Nach einer Weile kommt ein Schlauchboot mit einem Feuerwehrmann vorbei. Der ruft dem Mann zu: „Kommen Sie, ich nehme sie an Bord!“ „Nein Danke“, antwortet der Mann, „Gott wird mich retten!“
Es vergehen weitere Stunden und das Wasser steigt und steigt. Der Mann klettert auf den Schornstein. Plötzlich nähert sich ein Hubschrauber. Die Besatzung sieht den Mann auf dem Schornstein und lässt eine Strickleiter herunter. Aber der Mann ruft der Besatzung zu: „Nein Danke, Gott wird mich retten.“
Das Wasser steigt immer weiter und schließlich ertrinkt der Mann. Als er in den Himmel kommt, beschwert er sich bei Gott und sagt: „Herr, ich habe die ganze Zeit geglaubt, dass du mich rettest. Warum hast du es nicht getan?“
Gott schaut den Mann überrascht an und antwortet: Ich hab dir ein Boot und einen Hubschrauber geschickt. Warum bist Du nicht eingestiegen?
Diese Geschichte zeigt: Es ist gut, auf Gott zu vertrauen. Aber es kann sehr gefährlich sein, die Augen zuzumachen und nur auf ein Wunder zu warten.
Ich glaube, dass Gott mir nicht nur durch Wunder hilft. Viel öfter hilft er mir dadurch, dass er mir verschiedene Gelegenheiten eröffnet. Dann muss ich einfach nur zugreifen. Und das kann ich am besten, wenn ich meine Augen offenhalte.
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