RPR1 'Angedacht': Die Goldene Regel
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 08. Mai 2009:
Ein alter Mann sitzt an der Straße nach Korinth. Ein Wanderer kommt vorüber und fragt: Wie weit ist es denn noch bis nach Korinth? Etwa eine Stunde.
Der Wanderer will schon weitergehen, da dreht er sich noch einmal um und fragt: Du, sag mal, was leben da eigentlich für Menschen in Korinth?
Der alte Mann fragt zurück: Wo kommst du her?
Aus Athen, sagt der Wanderer.
Und was für Menschen leben da?
Ach, meint der Wanderer, alles Halunken, Lügner und Betrüger!
Der Alte sagt darauf: Du hast Pech, denn in Korinth wirst du nichts anderes finden. Da sind auch alle Lügner und Betrüger!
Und der Wanderer zieht traurig weiter. Kurz darauf kommt ein weiterer Wanderer und stellt die gleichen Fragen wie sein Vorgänger. Und wieder erkundigt sich der alte Mann, wo denn der Wanderer herkommt und wie die Menschen dort waren?
Ich komme aus Athen, berichtet der, und dort leben lauter freundliche und hilfsbereite Leute.
Da sagt der alte Mann: Du hast Glück, in Korinth leben die besten Menschen der Welt, alles nette Leute!
Fein, sagt der Wanderer und marschiert fröhlich weiter.
Tja, oft behandeln mich andere genau so, wie ich sie behandele. Wenn ich von anderen gut behandelt werden möchte, dann muss ich sie auch gut behandeln. Oder – um es mit Jesus auszudrücken: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.
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Kultpolizist mit Hellebarde und Zweispitz
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 19, zum 10. Mai 2009.
(Sprecher: Dejan Vilov)
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Rockland Radio "Feels like heaven": Frau B.
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 07. Mai 2009:
Frau B. war ständig in unserem Ort unterwegs. Wenn ich sie fragte: „Wohin wollen Sie denn?“ lachte sie fröhlich und sagte: „Zu Frau Meier. Die ist gerade aus dem Krankenhaus zurückgekommen. Und wenn Sie mal Zeit haben, Herr Pfarrer, dann sollten Sie Herrn Müller besuchen – ich glaube dem geht’s nicht gut!“ Frau B. wusste immer, welche Menschen gerade besondere Zuneigung verdienten.
Im ersten Buch Mose heißt es: „Geh hin und sieh, ob’s gut steht um deine Geschwister.“
In unserem Ort wurde vor kurzem ein Mann von seiner Firma wegen der Wirtschaftskrise entlassen. Als Vater von vier Kindern macht sich jetzt große Sorgen um seine Familie.
Die Kirchen kritisieren mit Recht die skandalöse Raffgier mancher Wirtschaftsbosse und fordern ein Umdenken im wirtschaftlichen Handeln. Aber unsere Aufgabe als Christen ist es, auch die vielen Einzelschicksale vor Ort zu begleiten
Frau B. besaß ein feines Gespür für die Not von Menschen. Wenn sie heute noch lebte, würde sie vermutlich auf ihr Fahrrad steigen und den arbeitslosen Vater einfach mal besuchen. Gemäß ihrer Lebenseinstellung:
„Geh hin und sieh, ob’s gut steht um deine Geschwister!“
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RPR1 'Angedacht': Dreh dich nicht um!
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 07. Mai 2009:
Im Kindergarten spielen die Kinder gerne das Spiel: “Dreh dich nicht um, der Plumpssack geht rum, wer sich umderhet oder lacht, dem wird der Buckel vollgemacht!”
Die Kinder sitzen im Kreis und passen genau auf, dass sich ja keiner umdreht. Das ist schwer. Sich nicht umdrehen. Ich will doch wissen was hinter meinem Rücken passiert. Das sehe ich auch an Yanniks Gesicht. Er kann es kaum aushalten vor lauter Spannung.
Dreh dich nicht um. Im Leben hören wir diesen Befehl immer mal wieder. Zum Beispiel wenn ein Lebensabschnitt zu Ende ist: das Abitur ist geschafft, die letzte Prüfung im Studium, der Auszug aus dem Elternhaus in eine neue Stadt, ich beginne eine neue Arbeitsstelle, ich muss mich von einem lieben Menschen trennen.
Da weiß ich genau: Ich muss jetzt weitergehen. Neues beginnt, das Alte muss ich lassen. Dreh dich nicht um! Geh – und schau nicht zurück!
Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes, sagt Jesus einmal zu seinen Freunden. Ein harter Satz und eine alte Bauernregel:
Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, dessen Furche wird nicht gerade. Der eiert rum. Und die Lebenslinie wird krumm und schief. Deshalb: Schau nicht zurück. Aber das klappt nicht immer und dann sitze ich da und sehe, dass meine Bahn krumm und kann es nicht mehr ändern. Da tröstet mich der Gedanke, dass Gott auch auf krummen Wegen gerade schreibt!
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Weit fernab der Heimat

Die Pfälzerin Esther M. Fauß ist Pfarrerin von sechs thüringischen Dörfern.
(Das Foto zeigt die evangelische St. Benedikt-Kirche in Westerengel)
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Rockland Radio "Feels like heaven": Skigondel
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 06. Mai 2009:
Es ist ein traumhafter Wintertag. Mit anderen Skiläufern
schwebe ich in einer Gondel über eine wunderbare verschneite Landschaft – schade nur, dass wir in der Gondel unaufhörlich mit Musik von Radio Austria berieselt werden.
Aber dann kommt ein kurzer Bericht: Die Caritas macht darauf aufmerksam, dass viele Obdachlose durch den Schnee in Not geraten sind. Ein junger Obdachloser sagt: Der Schnee ist mein größter Feind.
Ein kleines Mädchen hat aufmerksam zugehört und fragt ihren Vater: „Papa, warum hasst der Mann den Schnee?“ Der Vater sagt einfach nur: „Des einen Leid, des anderen Freud’. Wir freuen uns, dass es geschneit hat – und er eben nicht. Hätte er was Anständiges gelernt müsste er nicht auf der Straße leben.“ Spontan sagt das Mädchen: „Der Mann tut mir trotzdem leid.“ Der Vater reagiert nicht.
Dieses Mädchen füllte ein Gebot Gottes mit Leben: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Sie fragt nicht danach, was der Obdachlose falsch gemacht hat im Leben, sondern er tut ihr einfach leid.
Als wir aus der Gondel aussteigen, lächelt das Mädchen mich an. Ich lächele zurück und denke, „Danke, dass ich dir heute begegnet bin“.
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RPR1 'Angedacht': Wo ist der Himmel?
Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 06. Mai 2009:
Sophie und Marco sind 9 Jahre alt und gehen in die gleiche Klasse. Gemeinsam überlegen sie, wo der Himmel ist.
Marco meint: Der Himmel ist ganz weit oben. Sophie sagt: Der Himmel ist überall. In Australien, Schweden oder in unserem Klassenzimmer.
Ich bin der Meinung, dass Sophie recht hat. Der Himmel kann tatsächlich in ihrem Klassenzimmer sein. Oder im Supermarkt. Oder in meinem Büro. In einem Lied heißt es: Weißt du wo der Himmel ist? Oben oder unten? Eine Handbreit links und rechts? Du bist mitten drinnen.
Klar, der Himmel ist zunächst einmal über uns. Blau oder bewölkt steht er für Weite und Licht. So gigantisch groß, dass ich ihn nicht fassen kann. Und darum ist er auch ein Bild für Gott. „Vater unser im Himmel“ beten wir. Und manchmal sagen wir auch, dass unsere Verstorbenen im Himmel sind. Der Himmel hat mit Sehnsucht zu tun und mit Hoffnung.
Diesen Himmel entdecke ich dann mitten im Alltag. Es sind kleine Momente, die mich verändern. Gerade jetzt im Frühling entdecke ich, wie wunderbar so ein Morgen ist, wenn ich den Duft des Flieders rieche oder die Maiglöckchen. Und wenn der Kuckuck zum ersten Mal ruft.
Ich freue mich über die Spuren des Himmels in meinem Alltag. Mein Gefühl sagt mir: Hier ist alles richtig. Hier habe ich ein zuhause. Hier gehöre ich hin.
Der Ort, wo der Himmel die Erde berührt, ist einfach der Ort, an dem wir leben. Wir müssen nur die Augen aufhalten.
Haben Sie nicht auch Lust einmal auf Spurensuche zu gehen?
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