Rockland Radio "Feels like heaven": Du bist mein Engel!

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 26. Januar 2010.

„Du bist mein Engel“, als ich klein war hat das meine Mutter oft zu mir gesagt. Heute – viele Jahre später – darf ich mich fast täglich daran erinnern. Denn Engel liegen auch fünf Wochen nach Weihnachten noch ziemlich im Trend. Es gibt sie auf den Titelseiten von Büchern, als Schlüsselanhänger oder einfach aus Schokolade.

Dabei sind Engel keine moderne Erfindung. Schon vor vielen Jahren haben Menschen ihre Erfahrungen mit Engeln gemacht. Zum Beispiel der Prophet Elia im Alten Testament.

Er ist ein gläubiger Mann, der dafür kämpft, dass die
Menschen Gottes Gebote einhalten. Doch ei-nes Tages fühlt Elia sich müde. Er setzt sich unter einen Strauch und will nicht mehr weitergehen.

Da schickt ihm Gott einen Engel. Der bringt ihm Brot und Wasser und ermuntert ihn, seinen Weg fortzusetzen. Und Elia merkt: Gott sieht meine Kraftlosigkeit und er lässt mich damit nicht allein, sondern er sendet mir einen Engel.

Aber das muss nicht immer eine Gestalt mit Flügeln sein. Ein Engel, das können auch Men-schen sein wie Sie und ich, die für einen anderen Menschen da sind. Also aufgepasst: Vielleicht kreuzt ja heute so ein Mensch Ihren Weg, zu dem Sie sagen können: „Du bist mein Engel!“

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RPR1 "Angedacht": Eine schmerzfreie Trennung gibt es nicht!

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnestag, 28. Januar 2010.

Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Das ist viel. Es gibt Ehen, da ist es für alle Beteiligten besser, wenn man sich trennt. Und bei anderen denkt man: schade, vielleicht hätten sie es noch geschafft.

Aus welchen Gründen auch immer man sich trennt – es ist nicht einfach. Eine Trennung bedeutet Enttäuschung und Wut über das, was war und das, was nicht mehr sein wird.

Und schnell macht man sich dann Vorwürfe. Die gemeinsame Vergangenheit ist auf einmal nur noch schlecht. Schöne Momente hat es scheinbar nie gegeben.

Das Phänomen, das Menschen sich trennen, ist alt. Schon in der Bibel gibt es Trennungsgeschichte. Eine Geschichte erzählt von zwei Männern: Abraham und Lot. Sie sind gemeinsam mit ihren Herden unterwegs.

Aber dann kommt es zum Streit zwischen den beiden. Sie kommen einander in die Quere. Blockieren sich gegenseitig. Sinngemäß sagt die Bibel: “Sie konnten nicht mehr beieinander wohnen, weil der Raum für das viele, das jeder hatte, zu eng wurde.”

Und so haben Abraham und Lot sich getrennt. Jedoch ohne den anderen schlecht zu reden. Sie haben sich und den anderen in seinem Reichtum gesehen, d.h. in dem, was den anderen ausmacht. Und deswegen konnte jeder den anderen loslassen. Sie haben erkannt, dass jeder seinen Freiraum braucht, um sein Leben weiterleben zu können.

Es ist schwer, sich zu trennen. Eine schmerzfreie Trennung gibt es nicht. Das wäre illusorisch. Aber um den Schmerz erträglicher zu machen, ist es gut, respektvoll miteinander umgehen und in Achtung von einander Abschied nehmen.

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RPR1 "Angedacht": Wenn... dann...

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 27. Januar 2010.

Kennen Sie „Wenn-dann-Gedanken“? Wenn ich endlich Zeit habe, dann wird alles anders. Dann werde ich mehr Zeit mit meinem Mann verbringen. Suche mir einen neuen Job.
Fange an, etwas für mich zu tun.

Es ist gut und sinnvoll die Zukunft zu planen. Ideen für später zu haben. Nur leider birgt es die Gefahr, dass es anders kommen kann, als wir denken. Dass die Umstände sich verändern. Oder, was nicht weniger tragisch ist, dass wir unsere Ideen, Wünsche und Pläne einfach vergessen.

Der Evangelist Matthäus kennt dieses Problem und deswegen erzählt er folgende Geschichte:

Da ist ein Fürst, der will für eine Zeit ins Ausland gehen. Deshalb gibt er jedem seiner Knechte Gold und erteilt ihnen den Auftrag damit zu handeln. So dass sie, wenn der Fürst wiederkommt, das Gold vermehrt haben.

Der eine Knecht geht los, handelt und verdoppelt seinen Betrag. Der andere aber vergräbt das Gold in der Erde. Und als der Fürst zurückkommt, gibt er dem Fürsten genau den gleichen Betrag wieder zurück. Darüber ist der Fürst enttäuscht, denn er hat mehr erwartet.

Ich glaube, dass unser Leben ein solcher Schatz ist. Ein Schatz, den wir von Gott empfangen haben und aus dem wir etwas machen sollen.

Etwas aus unserem Leben machen, bedeutet für mich: Leben wirklich zu leben. Machen Sie was aus ihrem Leben! Leben Sie jetzt!

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RPR1 "Angedacht": Sex ist keine Sünde!

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 26. Januar 2010.

Sex ist eine Sünde! Es gibt viele Menschen, die das glauben. Aber es stimmt nicht. Selbstverständlich ist Sex keine Sünde.

Körperliche Liebe, Freude an Sinnlichkeit ist nichts Gottverbotenes. Warum auch? Gott hat uns Menschen wunderbar geschaffen. Weshalb sollte er uns verbieten, dass wir Spaß an unserer Schönheit haben?

Sex ist nicht das Problem. Es ist der Umgang mit ihm. „We are oversexed and underfucked“ sagen Sexualtherapeuten. Übersättigt und unbefriedigt.

Wir werden quasi von Sex überflutet. Und darunter leidet unser Sinn für Erotik. Was leider häufig dazu führt, dass viele Paare keine Lust mehr aufeinander haben.

Die Bibel, vor allem das Hohelied Salomos, erzählt auch von Leidenschaft und Erotik – allerdings ohne ins Detail zu gehen.

„Wie ein Apfelbaum unter den wilden Bäumen, so ist mein Freund unter den Jünglingen. Unter seinem Schatten zu sitzen begehre ich, und seine Frucht ist meinem Gaumen süß.“

Das ist nicht prüde oder kitschig, sondern das bewahrt das Geheimnis der Erotik. Sie geschieht im Entdecken und Erkunden des anderen. Und genauso wie der andere sich im Laufe der Zeit verändert, so tut das auch die Erotik je länger ein Paar zusammen ist, je vertrauter beide Partner miteinander sind.

Vertrautheit bedeutet aber nicht zwangsläufig Langeweile.
Im Gegenteil. Vertrautheit ist auch eine Chance, die einen wunderbaren Genuss bedeutet kann.

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RPR1 "Angedacht": Eine ganz simple Regel.

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 25. Januar 2010.

Sie war 16. Blond. Auf ihre Art hübsch. Mit Grübchen um den Mund. Sie saß vor mir und weinte.

Die anderen in der Schule machen sie fertig, sagt sie. Niemand arbeitet mit ihr zusammen. Niemand setzt sich neben sie. Und wenn sie kommt, fangen die anderen an, zu lachen. „Ich will gar nicht, dass wir Freunde werden“, erklärt sie. „Aber dass sie mir wenigstens Hallo sagen, wenn ich den Raum betrete.“

Das ist Mobbing. Am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein.

Das ist nicht einfach nur schlechte Stimmung – das ist das Letzte: einen Menschen ausgrenzen, schikanieren – nur weil er anders ist. Weil er Pickel hat, eine Brille oder eine Zahnspange trägt, nicht so hip gekleidet ist, sich anders verhält. Oder, weil er irgendetwas besser kann als andere und so mehr Erfolg hat.

Zum Mobbing gehören immer mehrere. Der, der mobbt und diejenigen, die weggucken und nichts dagegen tun. Dabei ist derjenige, der gemobbt wird, auf die Hilfe der anderen angewiesen. Darauf, dass sie ein Wort aus der Bibel ernst nehmen. Und zwar die goldene Regel. Sie steht im Matthäusevangelium. Und lautet:

„Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt.“

Eigentlich ganz simple. Oder?

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Rockland Radio "Feels like heaven": Aus dem Heringsfass mitten ins Herz.

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 25. Januar 2010.

„Aus einem Heringsfass sprang sie mitten in sein Herz.“ Das ist der Beginn einer wunderbaren Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Die Frau, die aus dem Fass gesprungen ist, war Katharina von Bora und das Herz, das sie erobert hat, hat Martin Luther gehört.

Eigentlich war es ein Skandal: Denn Katarina von Bora war eine Nonne. Aber sie wollte den ehemaligen Mönch, von dem sie schon soviel gelesen und gehört hatte, unbedingt kennen lernen. Deshalb hat sie sich mit einigen anderen Nonnen in den Heringsfässern versteckt und ist so aus dem Kloster geflüchtet. Direkt zu Martin Luther inklusive Hochzeit und gemeinsamer Kinder.

Ich finde, das ist eine schöne Liebesgeschichte. Katharina von Bora hat immer zu ihrem Mann gestanden und ihm vor allen Dingen den Rücken freigehalten. Sie hat sich um die Tiere im Haus gekümmert, das Bier für Luther und seine Studenten gebraut und ein Hospiz für Pestkranke geleitet. Dort konnten Sterbende ihre letzten Stunden verbringen.

Hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau. Ich finde: Katharina von Bora war eine starke Frau – im Herzen und im Glauben.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Gott ist an unserer Seite.

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 24. Januar 2010.

Er war gelernter Handwerker, nicht besonders groß und wurde zu einem der berühmtesten Christen überhaupt: der Apostel Paulus.

Dabei wollte er lange Zeit gar nichts mit den Christen zu tun haben. Im Gegenteil: „Christen“ – das war für ihn ein Schimpfwort. Alle, die sich so genannt haben, hat er vertrieben. Paulus war berühmt als Christenverfolger.
Bis er eines Tages vom Pferd gefallen ist.

So steht´s in der Bibel: Paulus sieht zuerst ein Licht, dann fällt er vom Pferd, hört eine Stimme und ist schließlich drei tage lang blind. In dieser Zeit spricht Gott zu ihm und dadurch wird Paulus zu einem großen Kämpfer für diesen Gott.

Er bringt sich in Lebensgefahr für seinen Glauben und gründet viele christliche Gemeinden. Und gibt´s da mal Schwierigkeiten macht er nie die Augen zu, sondern packt die Probleme an.

Ich glaube, Paulus kann auch für uns heute – fast 2000 Jahre nach seinem Tod – noch ein Vorbild sein. Vor allem dann, wenn wir so wie Paulus darauf vertrauen, dass Gott an unserer Seite ist – dann bekommen wir Mut, etwas zu tun für uns oder für andere und wir kriegen das Selbstvertrauen, etwas zu verändern in unserem Leben.

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