RPR1 "Angedacht": Perfekt!?

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 07. März 2010.

Perfekt muss alles sein, was ich tue. So habe ich noch vor wenigen Jahren gedacht.

Da war zum Beispiel der Gemeindebrief, der von der ersten bis zur letzten Seite perfekt gestaltet war. Ein kleines Wunderwerk der Druckereikunst.

Die Sonntagspredigt habe ich vorbereitet, als wäre sie nicht nur die wichtigste, sondern vielleicht sogar letzte Ansprache meines Lebens.

Überhaupt: die ganze Gemeindearbeit sollte ein Ausdruck davon sein, dass ich meine Aufgabe vollkommen perfekt erfülle.

Die Folge waren zwei Kuren, die gerade noch meinen Zusammenbruch verhindert haben. Bis heute habe ich auf einem Ohr einen Tinnitus.

Und das Alles, um schließlich zu lernen…dass ich nicht Gott bin. Ja, Gott ist perfekt. Ich aber bin es nicht.

Diese Einsicht wünsche ich vor allem denen, die immer alles richtig machen wollen. Als perfekte Hausfrau, perfekte Mutter, perfekte Schülerin, perfekter Sportler, perfekter Manager oder perfekter Schulleiter.

Es scheint: Der Wunsch, perfekt zu sein, der gehört zu uns Menschen dazu. Darum mühen wir uns ab und versuchen alles richtig zu machen.

Ich glaube nicht, dass Gott diesen Stress will. Er weiß, dass unser Tun nicht perfekt ist. Aber das muss es auch gar nicht sein. Denn, weil er uns gnädig ist, dürfen auch wir gnädig mit uns selbst umgehen.

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In den meisten Ländern bereits anerkannt. Rheinland-Pfalz leistet Widerstand gegen die Anerkennung der Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 10, zum 07. März 2010.

(Sprecher: Dejan Vilov)

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Rockland Radio "Feels like heaven": Die wahre Dekadenz!

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 8. März 2010:

Getränke-Dosen im Rinnstein und Kaugummi-Papier auf dem Bürgersteig! Wer soll den Ihrer Meinung nach den ganzen Dreck wegmachen, der überall herumliegt?

Das hat ein Reporter in einer Fußgängerzone die Passanten befragt. Einhellige Antwort der Befragten: das wäre doch etwas für Hartz-Vier-Bezieher. Die haben ja sonst eh nichts zu tun.

Mit dieser Antwort hatte der Journalist gerechnet und sich dementsprechend vorbereitet. Immerhin hatte ja Vizekanzler Westerwelle mit blick auf die Hartz IV-Empfänger von Dekadenz, also dem Niedergang der Gesellschaft, gesprochen.

Also hat der Journalist den Passanten einen Besen in die Hand gedrückt und sie aufgefordert, einfach selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber keiner der Passanten war dazu bereit.

Das ist für mich die wahre Dekadenz: anderen die Aufgaben zuschustern, zu denen man selbst nicht bereit ist. Nur an das eigene Wohl denken, um das Gemeinwohl sollen sich andere kümmern.

Was du willst, dass die Leute Dir tun sollen, das tu auch Ihnen. So hat es Jesus einmal gesagt.

Und ich stimme ihm zu: Nur wenn wir alle das Allgemeinwohl ernster nehmen als das eigene Vorankommen, wird unsere Gesellschaft dem entgehen können.

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