SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Weiter Raum.
Pfarrerin Annette Bassler, Mainz, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 21. Juni 2010.
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RPR1 "Angedacht": Nichts.
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 19. Juni 2010:
„Was macht ihr so am Wochenende?“, fragt mich neulich ein Freund. „Nichts“, antworte ich, „wir machen nichts!“
„Wie? Nichts?“ gibt er irritiert zurück. „Einfach nichts. Wir bleiben zu Hause und machen nichts!“
„Eigentlich hast du recht“, räumt er dann ein, „ man kann ja auch einfach mal nichts machen.“
Damit haben, nach meiner Erfahrung, viele Menschen ein Problem. Wer nichts tut, erlebt nichts. Wer nichts tut, hat nichts, wovon er erzählen kann. Dabei kann es so befreiend und erfüllend sein – das Nichtstun.
Darunter verstehe ich vor allem: das Lebenstempo spürbar verlangsamen, den Zeitdruck abstellen. Das gelingt mir am besten, wenn ich das Auto stehen lasse und mich auf den Umkreis von Haus und Garten beschränke – und auf einmal vieles entdecke, wofür mir die ganze Wochen lang Zeit gefehlt hat.
Die jüdisch-christliche Tradition hat dafür den Sabbat bzw. Sonntag. Ein fester Tag in der Woche als Ventil, um den ganzen Druck entweichen zu lassen. Dieser Tag schenkt mir eine Atempause.
Ich weiß, anderen fällt dann die Decke auf den Kopf. Viele haben verlernt n, Stille und Stillstand zu ertragen. Aber mir tut das einfach nur gut. Versuchen sie`s doch auch mal! Jetzt ist wieder Wochenende. Genießen Sie’s!
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RPR1 "Angedacht": 20 Jahre Schengener Abkommen.
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 19. Juni 2010:
An meinen ersten Auslandsaufenthalt erinnere ich mich noch, als wäre es gestern gewesen: Im saarländischen Reinheim habe ich vor 30 Jahren unter den Augen von mehreren Zöllnern die Grenze zu Frankreich überquert: Für gut 5 Minuten bin ich dort geblieben, dann ging ich mit meinen Eltern wieder zurück, über die Grenze.
Wenn ich heute mit meinen Kindern nach Frankreich fahre, dann kann ich ihnen gar nicht mehr vermitteln, wie das vor einigen Jahren noch war: Eine Grenze mit Wachhäuschen, Zöllnern, Pass vorzeigen und allem drum und dran. Denn genau heute vor 20 Jahren trat das Schengener Abkommen in Kraft. Damit wurden die Grenzkontrollen zwischen einigen europäischen Staaten abgeschafft.
Was einige Jahrzehnte zuvor noch undenkbar gewesen wäre, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit geworden.
Mir zeigt das: man kann Grenzen abbauen und überwinden, wenn man sich vertraut, Erfahrungen miteinander macht, und sich aufeinander einlässt. Das funktioniert im Großen genauso wie im Kleinen.
Mich ermuntert beim persönlichen Grenzabbau immer ein Vers aus den Psalmen: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Können Sie das auch? Probieren Sie’s doch mal aus, bei Grenzen und Mauern, die sie einengen und behindern.
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Das geht unter die Haut. Religiöse Symbole als beliebte Tattoo-Motive.
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 24, zum 13. Juni 2010.
(Sprecher: Dejan Vilov)
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RPR1 "Angedacht": Ohne Wasser und Seife.
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 18. Juni 2010:
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ob Klamottenkauf, Speisekarte oder Reiseprospekt: Je größer das Angebot, desto schwieriger fällt die Entscheidung. Also: Diesmal Ägypten und nicht Türkei, Tunesien oder Gran Canaria. Das Wetter wird schon gut werden. Das Hotel auch.
Aber was ist, wenn nicht? Und wenn dann alle enttäuscht sind? Es ist immer das gleiche: Sobald eine Entscheidung getroffen ist, kommen die Zweifel: „Ob das jetzt richtig war? Ob ich nicht doch besser …“?
Selbstzweifel sind die Begleitmusik jeder Entscheidung, unabhängig von der Zahl der Alternativen. Wer nur zwischen zwei Möglichkeiten wählen muss, kommt schon in die Bredouille.
Das beste Beispiel: Pontius Pilatus. Er darf einen Gefangenen begnadigen: Soll er Jesus oder Barabbas nehmen? Die Menge will Barabbas. Für Jesus bedeutet das den Tod. Pilatus weiß das – und wäscht seine Hände in Unschuld.
Warum? Weil Händewaschen das Gewissen reinigt. Das haben amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen. Händewaschen beseitigt die Zweifel an getroffenen Entscheidungen. Und die Schuldgefühle auch. Warum das so ist, kann die Wissenschaft allerdings nicht beantworten.
Absolution am Waschbecken – so einfach soll seelische Hygiene sein? Ich habe da meine Zweifel. Dann müssten wir uns ja permanent die Hände waschen!
Es gibt einen besseren Weg: Das Gespräch mit Gott. Die Bitte um Vergebung. Und die Erfahrung, dass ein neuer Anfang möglich ist. Das geht auch ohne Wasser und Seife.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Autistic Pride Day.
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 18. Juni 2010:
Erinnern sie sich noch an Raymond Babbit? Nie gehört? Doch! Raymond Babbit wurde im Film „Rain Man“, von Dustin Hofmann gespielt. Das war schon faszinierend: ein Autist, ein in sich zurückgezogener Mensch, ein scheinbar „Verrückter“, der aber gleichzeitig über phänomenale Fähigkeiten verfügte.
Aber nicht nur das, als sein Bruder Charlie ihn näher kennen lernt, da merkt er, was für ein wertvoller und toller Mensch Raymond ist. Charlie macht eine Entdeckung, auf die heute, am 18. Juni, der Autistic Pride Day hinweist: Auch Menschen, die von der Norm abweichen, haben ihren ganz besonderen Wert, sind einzigartig, liebenswert.
Der 18. Juni erinnert damit an das, was Grundlage des christlichen Glaubens ist: ein jeder Mensch ist ein vollkommen einzigartiges, unendlich wertvolles Wesen. Niemand muss seine Lebensberechtigung durch Leistung oder sonst was nachweisen, ein jeder Mensch hat den gleichen Wert, die gleiche Würde.
Das gilt für Rain Main, für die Autisten, an die heute erinnert wird – und das gilt für dich und für mich.
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Kirchenmusik mal anders. Popfestival in und an der Stiftskirche in Kaiserslautern.

Ein Beitrag aus der Sendung “Der Tag in Rheinland-Pfalz” auf RPR1 vom 17.06.
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