SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Leichtigkeit gewinnen.
Pfarrerin Annette Bassler, Mainz, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 19. Juli 2010.
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RPR1 "Angedacht": Der Regenwurm.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 17. Juli 2010:
Schon ganz trocken ist seine Haut und er kommt nur noch langsam voran. Den Regenwurm hat es erwischt – beim Überqueren der Straße. Der staubige Asphalt und die höher steigende Sonne lassen ihn mitten auf seinem Weg vertrocknen. Langsam und doch schneller als seine Kräfte es zulassen.
Mitten auf dem Weg zu vertrocknen, das erinnert mich an Situationen in meinem eigenen Leben. Von der Hitze des Tages, von Ereignissen überrascht zu werden, mich selbst zu überschätzen und eine Wegstrecke zu unterschätzen, das kenne ich gut. Und dann kommt es mir auch schon mal so vor, als wenn ich einfach vertrockne – mitten auf dem Asphalt. Meine Kraft verdunstet und ich bekomme Angst – Angst, dass es einfach nicht reicht bis zum rettenden Ufer.
Und dann? Dann halte ich inne, versuche mich zu beruhigen und besinne mich auf die Quellen meiner Kraft: meine Familie, meine Freunde, schöne Musik, lieb gemeinte Worte. Und ich versuche, daraus Leben zu schöpfen, so wie auch aus den alten Verheißungen, aus Gottes Wort: Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Und ich hoffe, dass etwas passiert. Vielleicht erwartet das auch gerade der Regenwurm und so nehme ihn behutsam auf und lege ihn ins schattige Gras, in der Hoffnung, dass auch er es schafft.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Die Klo-Torwand.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 17. Juli 2010.
Es ist nur ein kleiner Karton. Umfunktioniert zu einem Tipp Kick-Spiel mit einer Torwand. Das ist das Torwandschießen im Miniformat mit diesen Figuren, die ihr Bein nach vorne bewegen, wenn man ihnen auf den Kopf drückt. Nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich sind nur die Kloschüsseln, die auf die Torwand gemalt worden sind.
Diesen Karton habe ich vor kurzem mit in den Konfirmandenunterricht genommen. Meine Konfis hat das zum Lachen gebracht. Aber auch zum Nachdenken: Warum schießen wir den Ball in Kloschüsseln?
Auf der Bande des kleinen Kartons erfahren wir die Antwort: Wasser ist ein Menschenrecht und Händewaschen mit Seife rettet hundert Leben. So steht es dort.
Die aufgemalten Kloschüsseln auf der Torwand machen darauf aufmerksam, dass sanitäre Anlagen und sauberes Wasser nicht selbstverständlich sind. Gerade auch im WM-Land Südafrika sterben Menschen an den Folgen von dreckigem Wasser. Besonders Kinder sind davon betroffen. Zwischen Anpfiff und Abpfiff eines Fußballspiels sterben über 300 Kinder.
Um dagegen etwas zu tun, hat sich extra ein weltweit, einmaliger Fußballclub gegründet. Wash United nennt er sich. Die Abkürzung Wash steht übersetzt für Wasser, Sanitäreinrichtung und Hygiene. Und das Motto lautet: Wasser und Gesundheit für alle. Dafür setzen sich Brot für die Welt, der FC Bayern München, Fußballstars aus Afrika und andere Organisationen ein.
Ich finde es gut, dass wir dadurch wachgerüttelt werden und dadurch lernen dort zu helfen, wo es eben nicht selbstverständlich ist, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Der Tod einer Freundin.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 16. Juli 2010.
Ich rieche Pizza und Currywurst. Ich sehe 300 Jugendliche und junge Erwachsene, fröhliche Gesichter. Tanzende Jugendliche. Es ist lange Nacht der Kirchen in Pirmasens. Überall höre ich Musik. Und das nicht zu knapp. In einem Raum wird Jazz gespielt und draußen auf der Bühne Rockmusik.
Es ist laut – wegen der Musik und wegen der kreischenden Teenager. Doch plötzlich wird es auf einmal ganz ruhig. Ein Bandmitglied erzählt über den Tod einer Freundin. Ganz offen und das vor mehr als hundert fremden Jugendlichen. Den Schmerz über den Verlust hat er in einem Lied verarbeitet. Dabei hat mir jemand geholfen, sagt der Musiker und zeigt nach oben: Gott war es.
In einer Ecke fängt ein Jugendlicher an zu klatschen. Vielleicht aus Mitgefühl oder weil er es so ähnlich erlebt hat. Viele Menschen – auch junge Menschen – haben einen anderen verloren. Der Schmerz darüber kann unerträglich sein.
Ich finde es gut, offen darüber zu sprechen. So wie es der junge Mann gemacht hat. Doch vielen fällt dies eben nicht so leicht. Dann ist es gut, Gott zu haben. Er hört zu, er hilft und er trägt.
Siehe ich bin bei euch alle Tage. So hat Jesus es gesagt. Und das gilt eben nicht nur an den guten Tagen, sondern gerade auch an den schweren Tagen.
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RPR1 "Angedacht": Komm wieder herein!
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 16. Juli 2010:
Der Konfirmandenunterricht war in vollem Gange und deswegen auch sehr laut, die Kinder unruhig. Ein Konfirmand musste sich besonders beweisen. Er, der etwas kleiner war als alle anderen, wollte nun zeigen, dass auch er sich Gehör verschaffen kann. Bis die Grenze überschritten war und er eine Auszeit bekommen hat.
Draußen vor der Tür, alleine, ohne die anderen, sollte er sich wieder beruhigen. Wie lange er dort sitzen würde, das wusste er nicht. Vielleicht nur ein paar Minuten, vielleicht aber auch bis zum Ende der Stunde. „Aber vor dem Segen darf ich wieder hereinkommen, oder?, hat der Konfirmand gefragt .
Ungewissheit lag in seiner Stimme, die bis dahin laut und kräftig war, etwas Flehendes und auch irgendwie Trotziges. Ein prüfender Blick, dann habe ich geantwortet: „Vor dem Segen rufe ich dich wieder herein!“ Auch meine Stimme war eine Spur weicher geworden. Der Segen war ihm also wichtig. Kaum zu glauben, aber wahr.
Auch mir ist der Segen wichtig: er umfängt mich, gibt mir Wärme, Halt und Sicherheit, nimmt mich an die Hand und geht die weiteren, selbst die unsicheren Schritte mit. Im Segen kommt Gott selbst mir nah, seine Kraft durchströmt mich. Er leuchtet auch mitten am Tag, denn Gottes Angesicht wendet sich mir zu, strahlt über mir, wie die Sonne an einem Sommertag. Und Gott sagt: Komm wieder herein!
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Meine Picknickdecke.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 15. Juli 2010.
Ich liebe es, im Sommer meine Picknickdecke hervor zu holen und einfach mal raus zugehen. Ich genieße dann gern die Ruhe, um mich herum, nur unterbrochen durch das Zwitschern der Vögel.
Im Gepäck habe ich dann neben einem Buch und ein paar Leckereien vor allem Zeit. Zeit für mich und Zeit mir über vieles Gedanken zu machen, ohne aber mir den Kopf zu zerbrechen.
Ich denke über das nach, was war in der Woche und was noch kommt. Meine Picknickdecke ist für mich sozusagen meine Insel der Ruhe und der Zeit für mich und zum Nachdenken. Und daraus schöpfe ich viel Kraft.
Gönnt euch eine Auszeit! Jesus hat seinen Jüngern diesen Tipp gegeben, denn er hat zu ihnen gesagt: Geht allein an einen einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus. Auch Jesus hat also gewusst, dass wir ab und zu Zeit für uns brauchen und Ruhe um uns herum.
Ob das nun auf einer Picknickdecke ist oder woanders. Wichtig ist: Gönnen Sie sich eine Auszeit! Und das nicht nur in den Ferien, sondern immer auch mal zwischendurch. Denn so können Sie Kraft tanken für das, was ist und das, was kommt.
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RPR1 "Angedacht": Überlebensstrategien.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 15. Juli 2010:
Haben sie eine besondere Überlebensstrategie? Ein bestimmtes Verhalten, das sie anwenden in glücklichen oder auch in schwierigen Zeiten? Vielleicht ist ihr Motto „niemals auffallen“ oder „Angriff ist die beste Verteidigung“?
Ich glaube, wir haben alle unsere Lebens- oder Überlebensstrategien und verhalten uns mehr oder minder konsequent danach.
„Pass auf: Verhalte dich ruhig! Fürchte dich nicht! Dein Herz braucht nicht weich zu werden wegen der beiden Schlappschwänze, diesen qualmenden Brennholzscheiten, deinen Feinden.”
Dies ist die Überlebensstrategie, die Gott im Alten Testament König Ahas von Juda mitgibt. Es ist ein taktischer Rat in kriegerischen Zeiten; man könnte es fast schon als Kriegslist bezeichnen. Ahas soll sich ruhig verhalten, weil Gott selbst den weiteren Verlauf bestimmen wird. Hinter dem Geschehen steht also ein göttlicher Plan.
Ein guter Ratschlag, aber er alleine reicht nicht. Es liegt an uns Menschen, den göttlichen Ratschlag zu hören und uns auch danach zu verhalten.
Dieser göttliche Ratschlag muss nicht immer lauten: „Verhalte dich ruhig“. Zu anderen Zeiten kann er heißen: „Seid mutig und seid stark“. Deswegen ist es wichtig, mit offenen Augen und offenem Herzen im Augenblick zu leben, empfangsbereit für die Lebensstrategien Gottes.
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