Rockland Radio 'Feels like heaven': Lebendige Erinnerungen.

Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 14. Juli 2010.

Seit ein paar Wochen bin ich Besitzerin einer Vuvuzela. Dem Fanartikel der WM. Es gab kein Spiel, bei dem keine Vuvzelas zu hören waren. Wahrscheinlich können sie den Klang dieser Musikinstrumente mittlerweile schon gar nicht mehr hören. Womöglich haben Sie ihre bereits in die Ecke verbannt.

Aber ich bin mir sicher, irgendwann holen Sie sie wieder raus. Und sie werden sich an die WM 2010 erinnern. An schöne, ausgelassene Stunden, an gute Gespräche, an gutes Essen, an ein schönes Beisammensein mit Freunden oder vielleicht an die große Liebe, die sie bei der WM kennen gelernt haben.

Vuvuzelas haben also Erinnerungswert. So etwas ist sehr kostbar, auch wenn der materielle Wert nicht so groß ist. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns irgendetwas zu Hause hat, das uns an ein besonderes Erlebnis erinnert. Das kann ein Photo sein, ein getauschtes Kleidungsstück, ein Ring oder eben eine Vuvuzela.

In einem Gebet heißt es:
Gott, manchmal denken wir an früher.
Dann werden wir traurig, weil so vieles vorbei ist.
Lass uns spüren, dass viele schöne Erinnerungen in uns lebendig sind. Wir danken dir für diesen Schatz. Amen

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RPR1 "Angedacht": Eine vertrauenswürdige Hand.

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 14. Juli 2010:

Bei Spaziergängen geht mein kleiner Sohn noch gerne an meiner Hand. Immer wieder streckt er seine kleine Hand nach oben, meiner entgegen, gerade, wenn der Weg schwieriger wird: uneben – abschüssig – matschig, dann, wenn seine kleinen Füße keinen festen Grund mehr haben.

Aber interessanterweise das sind auch die Wege, die er am liebsten geht, immer durch den dicksten Matsch. „Lass das doch“, liegt es mir auf der Zunge, doch die Freude in seinen Augen lässt mich verstummen.

Stattdessen nehme ich seine Hand in meine und versuche, wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Hier ein bisschen nach links drücken, da ein bisschen nach rechts ziehen und wenn er zu fallen droht, packt meine Hand fest zu. „Glück gehabt!“

Immer kann ich ihn nicht halten und für immer schon gar nicht, das weiß ich. Doch dann vertraue ich Gott, zu dem ich selbst immer wieder meine Hand ausstrecke, dann wenn es auf meinem Weg schwierig und uneben wird, wenn ich keinen festen Grund mehr unter den Füßen habe und im Matsch stecken bleibe. Ich hoffe, dass auch mein Kleiner einmal dieser Hand genauso vertraut, wie meiner.

Sich der Hand Gottes anzuvertrauen, sich nicht nur auf die eigene Stärke zu verlassen und sich auf Abwegen begleitet zu wissen, das ist gar nicht so leicht. Aber gerade deshalb wünsche es ich es meinem Kleinen, Ihnen und mir.

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Immer einen Ausflug wert. Die Weidenkirche in Kaiserslautern.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1 vom 11.07.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Mit einem Schild kann Nächstenliebe anfangen.

Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 13. Juli 2010.

„Fußballfreie Zone“. Auf so mancher Speisekarte oder an Türen konnte ich dieses Schild lesen. Und innerlich habe ich mich immer ganz schön darüber aufgeregt. Wie? Kein Fußball hier? Dann geh ich auch nicht rein, habe ich gedacht.

Aber trotzdem haben diese Schilder eine ganz schön große Wirkung auf mich gehabt. Denn ich habe mir viele Gründe überlegt, warum es sie eigentlich gibt. Liegt es an der Ignoranz mancher Menschen gegenüber der Fußball-WM? Sind das einfach nur Spaßbremsen, die diese Schilder an die Tür hängen?

Eine weitere Möglichkeit ist mir erst sehr spät eingefallen: Vielleicht stecken hinter diesen Schildern einfach Menschen, die an andere Menschen denken. Und wenn es eben ein solches Großevent wie die WM gibt, dann muss es auch Ruheoasen geben für Nicht Fußballfans.

Wenn ich das nächste Mal an einem Schild mit der Aufschrift „fußballfreie Zone“ stehe, dann ärgere ich mich nicht mehr. Denn mir ist jetzt klar: Mit so einem Schild fängt Nächstenliebe an. Manchmal muss ich eben auch als Christin daran erinnert werden und wenn es eine ganze WM-lang dauert.

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RPR1 "Angedacht": Wir werden doch gerne regiert, oder?

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 13. Juli 2010:

Bestimmungen, Gesetze, Verordnungen und Vorschriften, so sehr wir sie kritisieren und beschimpfen, uns von ihnen frei machen wollen, so sehr lieben wir sie auch. Denn sie geben uns Sicherheit und die Möglichkeit, zu entspannen. Denn es ist viel leichter, Verordnungen und Vorschriften einfach zu befolgen als ihren Sinn und Zweck auch mal kritisch zu hinterfragen und dabei anzuecken.

Letztlich werden wir doch gerne regiert. Denn je weniger Einfluss wir auf die Dinge nehmen, desto mehr können wir anderen dann die Schuld dafür geben, wenn wir unter Vorschriften und Bestimmungen leiden. Wir fühlen uns ganz wohl in der Opferrolle, denn wir haben Angst, Dinge zu verändern.

Der Apostel Paulus schreibt in seinen Briefen dagegen an: Wir haben nicht einen Geist erhalten, der uns zu Sklaven und Sklavinnen macht, so dass wir weiterhin in Angst leben müssten“. Nein, sondern wir haben einen kindlichen Geist, „eine Geistkraft empfangen, die uns zu Töchtern und Söhnen Gottes macht.“

In diesem Vers blitzt das ganze Evangelium, die befreiende Botschaft, auf, scheint hell und klar, ist wie eine Tür zu einer anderen Wirklichkeit. Frohe Botschaft und Mahnung gegen alles sich-gerne-bestimmen-lassen.

Denn du bist nicht irgendwer, sondern ein Kind Gottes, hast Anteil an Gott, darfst und sollst von Gott alles erwarten. Nicht knechtisch, sondern kindlich. Nicht blindlings gehorchen, sondern mitgestalten. Mit Sinn, Herz und Verstand.

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RPR1 "Angedacht": Die große Spur Gottes.

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 12. Juli 2010:

Die Fußabdrücke, die sich in der braunen Erde abzeichnen sind deutlich zu erkennen. Das markante Profil der Gummistiefel hat sich in die nasse Erde eingegraben und einen Abdruck hinterlassen. Fasziniert folge ich dieser Spur, die sich vor mir herzieht, denn es ist meine Spur – von gestern.

Als ich im Regen spazieren gegangen bin.
Heute dagegen ist es trocken und auf meinem Weg hinterlasse ich keine Spur. Ich versuche, in meinen Fußstapfen von gestern zu gehen, doch das ist schwieriger als gedacht, genauso aufzutreten wie gestern, um in meiner Spur zu bleiben.

Ich würde sie gerne haltbar machen, meine Spur, irgendwie fixieren für morgen und darüber hinaus – verewigen. Was würden Nachfolgende daraus lesen können? Sicherlich meine Schuhgröße, vielleicht auch mein Gewicht und sie würden sehen, wo ich mit unserem Hund lang gegangen bin. Aber würden sie auch meine Gedanken, Sehnsüchte und Träume lesen?

Ich möchte die Spur halten, mich an sie halten, doch der nächste Regen wird sie aufweichen – so hart sie jetzt auch in die Erde eingebrannt ist. Meine Spur wird sich dann den gewohnten Gang der Schöpfung nehmen. Sie wird sich auflösen in die große Spur Gottes, in der alle Spuren zusammenlaufen, und ich bin ein Teil davon.

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RPR1 "Angedacht": Um mehr als um Leben und Tod.

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 11. Juli 2010:

Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.

So hat in den 60er Jahren Bill Shankly gesagt, ein schottischer Fußballspieler und späterer Trainer des FC Liverpool. Zumindest heute werden viele Menschen ihm zustimmen. Ab 20.30 Uhr geht es für sie um mehr als um Leben und Tod. Es geht um die Fußballweltmeisterschaft.

Und bestimmt werden die Spieler deshalb heute abend noch mehr rennen und kämpfen als sonst. So als ginge es um ihr Leben. Und das ist ja auch irgendwie so. Denn mit einem Sieg können die Spieler unsterblich werden. Zumindest in den Herzen der Fans. Eine ebenso romantische wie schöne Vorstellung.

Aber mir wäre es trotzdem zu wenig, wenn ich nur in den Herzen von Fußballfans oder anderen Menschen ewig leben würde, so wunderbar diese Vorstellung auch ist.

Ich hoffe darauf, dass ich bei Gott, sozusagen in seinem Herz, ewig leben werde. Dass er mich eines Tages in sein Reich aufnehmen wird, denn ich glaube, dass es nur dort, bei ihm wirklich ewiges Leben gibt. Und zwar nicht nur für einige wenige Fußballhelden, sondern für jeden Menschen.

Im Fußball geht es um mehr als um Leben und Tod. Diesem Satz von Bill Shankly kann ich trotzdem zustimmen. Ich würde nur ergänzen: Und bei Gott geht es um alles.

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