RPR1 "Angedacht": Ich schwöre.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 25. August 2010:

In der Berufsschule diskutiere ich mit künftigen Arzthelferinnen über den Sinn und Zweck von Strafe. Die jungen Frauen kennen sich aus, viele erinnern sich an die tägliche Gerichtssendung Richterin Barbara Salesch.

Ich möchte in dieser Stunde aber auf etwas ganz Besonderes hinaus; deshalb frage ich meine Schülerinnen, ob ihnen in der TV-Shows etwas aufgefallen ist bei der Vereidigung von Zeugen.

Michaela weiß sofort, worauf ich raus will und antwortet: „Ja, es gibt einen Unterschied in der Antwort der zu vereidigenden Zeugen. Manche sagen nach der Eidesformel des Richters nur: “Ich schwöre es!” Andere fügen dem noch hinzu: “Sowahr mir Gott helfe!“

Die Meinungen in der Klasse, ob nun ein Eid mit oder ohne so genannter „religiöser Beteuerung“ gesprochen werden soll, sind vielseitig. Die Schülerinnen, die mit der Kirche eher wenig anfangen können kritisieren den Zusatz, andere sehen das wiederum eher leidenschaftslos.

Dann wollen sie meine Meinung dazu wissen. Ich habe mit dem Schwören so meine Probleme, sage ich den Schülerinnen. Denn entweder sage ich die Wahrheit oder nicht. Damit verweise ich auf niemand anderen als auf Jesus Christus, der sich im Matthäusevangelium zu dieser Frage eindeutig positioniert: „Ihr sollt überhaupt nicht schwören. Sagt ganz einfach Ja oder nein – denn jedes weitere Wort ist von Übel!“

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Oma unser...

Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 24. August 2010:

.Meine Tochter Hannah-Marie hatte gestern ihren ersten Schultag in der zweiten Klasse.

Ja, und da hatten wir auch gleich Religion.

Na, das ist doch toll. Und was habt ihr da gelernt?

Das Vater Unser.

Klasse! Ein tolles und wichtiges Gebet, ja, sozusagen das Gebet schlechthin!

Schon. Ich finds ja auch ganz gut, aber meine Freundin Lena hat nichts damit anfangen können.

Nein, warum denn nicht?

Nein, die lebt doch mit ihrer Mama allein.

Ach so, und da kann sie sich deshalb nichts drunter vorstellen, wenn man sagt: „Gott ist wie ein Vater für uns“. Hm?

Ja, ich glaub, das ist der Grund.

Gibt’s denn jemand, den die Lena ganz doll lieb hat? Jemand, zu dem sie immer hingehen kann, was immer auch passiert?

Ja, also, ihre Oma hat sie gern. Die Oma ist immer für sie da, hat mir Lena mal gesagt. Egal, ob es ihr schlecht geht oder gut. Ob sie was ausgefressen hat oder artig war.

Dann sag’ der Lena: Der liebe Gott ist wie ihre Oma.
Aber was soll das bringen? Soll Lena dann etwa „Oma unser“ beten?

Ja, warum denn nicht? Komm, wir versuchen es mal zusammen. Du wirst sehen, es funktioniert.

Oma unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme…

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RPR1 "Angedacht": Raus zuhaus!

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 24. August 2010:

„Wenn Dir daheim alle auf die Nerven gehen, dann zieh doch endlich aus…“, schreit Michaela aus der Friseurklasse ihre Mitschülerin Nicole kurz vor Beginn der Religionsstunde an. Ich schaue etwas irritiert auf die beiden und schon fragt Michaela mich: „Was meinen eigentlich Sie dazu?“ Bevor ich antworten kann, erfahre ich den Hintergrund des Problems:

Nicole traut sich nicht, ihr Elternhaus zu verlassen. Sie glaubt, den Alltag nicht allein geregelt zu bekommen und sie hat Angst davor, sich auf eine andere Umgebung, vielleicht sogar in einer anderen Stadt einzulassen.

Ich erzähle Nicole daraufhin von Abraham. Zunächst verdrehen sie zwar die Augen, hört dann aber trotzdem interessiert zu:

Im Alten Testament sagt Gott zu Abraham: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Elternhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“

Das ist schon ein Hammer. Von heute auf Morgen Verwandte und Freunde zu verlassen und sich in die Fremde aufzumachen. Vielleicht waghalsig, zumindest ganz schön mutig. Aber Abraham hat sozusagen einen Joker im Ärmel: Er vertraut auf Gott. Deshalb ist er bereit für einen Neubeginn, für den Schritt ins Ungewisse.

Abraham ist berühmt geworden. Mit seiner Gelassenheit und seinem Gottvertrauen wird er zum Segen für alle, die ihm folgen. Also, liebe Nicole: Wage den Schritt, einen Versuch wäre es allemal wert!

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Der King lebt!

Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 23. August 2010:

Mittlerweile wäre er 75 Jahre alt. Elvis Presley. Der King. Aber vor 33 Jahren ist die Rock’n’Roll-Legende gestorben. Trotzdem: der Kult um den King ist ungebrochen.

Hunderttausende Menschen pilgern dieser Tage zum Presley-Schrein Graceland in Memphis, skurrile Imitatoren in aller Welt huldigen dem Hüftschwinger mit grandiosen Partys.
Deshalb gilt für viele nach wie vor: Der King des Rock’n’Roll lebt!

In den Gedanken seiner Fans, in seiner Musik, die ihn für unzählige Menschen unsterblich gemacht hat.
Bei all dem Elvis-Hype kann man als Christ ganz schön neidisch werden.

Denn für uns Christen gilt doch noch viel mehr: Der König, Jesus Christus, lebt! Ein Musikstar kann für viele nur in der Erinnerung wieder aufleben. Wie auch unsere verstorbenen Mitmenschen nur noch in der Erinnerung präsent sein können.

Jesus Christus aber ist tatsächlich auferstanden von den Toten, das ist christlicher Glaube, das ist christliche Gewissheit. Und das müsste viel, viel mehr gefeiert und bejubelt werden.

Denn weil Christus zum Leben wieder auferweckt worden ist, darum glaube ich, dass auch wir Menschen einmal zum Leben wieder auferweckt werden. Unsere Toten werden leben, die Bibel schreibt sogar: Sie werden die Krone des Lebens erhalten. Auch Elvis. Der King.

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RPR1 "Angedacht": Du bist wertvoll.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 23. August 2010:

Viele Menschen sprechen sie den heutigen Jugendlichen leider ab während so manche Studie ihnen sogar eine Vielzahl davon bescheinigt: Die Rede ist von Werten. Aber was ist das eigentlich? Die Schüler meiner Wirtschaftsklasse lernen schon früh folgende Definition:

„Ein Wert ist die Bedeutung, die Gütern für die Bedürfnisbefriedigung beigemessen wird. Es gibt Gebrauchswerte und Tauschwerte.“

Im Religionsunterricht spreche ich mit den Schülern auch über Werte, wenn auch über völlig andere. Mir geht es dann um solche Werte, die nicht in Euro zu bemessen sind. Gerechtigkeit, Frieden oder Nächstenliebe. Ich frage die Jugendlichen: Was davon ist Euch lieb und teuer? Was sind Eure Werte in Leben?

Spannend, was da an Antworten kommt. Denn die Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler sind nun mal ganz unterschiedlich. Was dem einen besonders wertvoll ist, darüber kann ein anderer nur grinsen. Nachdenklich werden sie allerdings alle immer bei der Aussage: „Du bist mir wertvoll!“

Damit können die Wenigsten was anfangen. Viel zu selten oder gar nicht bekommen viele diesen Satz zu hören. Wann haben Sie das letzte Mal diese Worte zu einem lieben Menschen gesprochen: „Du bist mir wertvoll?“ Vielleicht ist es ja mal wieder an der Zeit.

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RPR1 "Angedacht": Der runde Gott.

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und „Feels like heaven“ bei Rockland Radio am Sonntag, 22. August 2010:

Gott ist rund. Schon vor Jahren habe ich diese drei Worte auf dem Umschlag eines Buches gelesen und seitdem lassen sie mich nicht mehr los. Denn sie klingen so völlig anders als die üblichen Sätze über Gott: Er ist allmächtig, gütig, barmherzig undsoweiter. Aber rund?

Ja, ich glaube, dass Gott auch das ist. Rund wie ein Kreis, ein Ring oder ein Ball. Die grundlegendste Eigenschaft von runden Dingen ist die, dass sie keinen Anfang und kein Ende haben. Sie sind unendlich. So wie Gott.

Ich ahne zwar, dass Gott da ist und mache ich immer wieder Erfahrungen mit ihm. Trotzdem werde ich ihn nie völlig verstehen. Mein menschlicher Geist ist einfach zu klein, um Gott komplett begreifen zu können. Lediglich neue Facetten an ihm kann ich immer wieder erkennen.

Aber das ist nicht Schlechtes, im Gegenteil, denn dadurch kann ich mein Bild von Gott stetig erweitern, so wie es unzählige Menschen vor mir getan haben. Nachzulesen zum Beispiel in der Bibel: Dort ist Gott mal aufbrausend und zornig, mal sanft säuselnd und tröstend.

Diese Vielfältigkeit ist für mich gerade das Schöne: Kein Mensch muss sich allein auf das verlassen, was andere über Gott sagen. Jeder kann seine individuellen Erfahrungen mit ihm machen und bekommt damit ein eigenes Bild von Gott, dem Allmächtigen, dem Barmherzigen und dem Runden.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Guter Tag.

Pfarrer Andreas Klodt, Mainz, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Freitag, 20. August 2010.

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