Rockland Radio 'Feels like heaven': 65 Jahre IWF.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 27. Dezember 2010:

Heute feiert eine Berühmtheit ihren 65. Geburtstag. Am 27.12.1945 hat der Internationale Währungsfonds IWF seine Arbeit aufgenommen. Seitdem versuchen die Staaten der Erde gemeinsam Währungs- und damit auch Wirtschaftspolitik zu betreiben.

Was der IWF wert war, das mussten wir in der Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen zwei Jahren allerdings schmerzvoll erleben: den Börsenakrobaten hatte der IWF nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. Milliardenbeträge mussten zur Rettung maroder Banken aufgewendet werden, bezahlt von den Bürgern rund um den Erdball.

Mir zeigt die Geschichte des IWF: allein Währungspolitik im internationalen Maßstab zu betreiben, ist zu wenig. Für mich ist das auch eine Frage meines Glaubens: danach muss das Wohl der Menschen zum Maßstab der Politik werden, nicht die Stabilität der Währungen.

Denn der Mensch ist gemacht zum Ebenbild Gottes, und nicht das Wirtschafts- oder Währungssystem. Heißt mit anderen Worten: Alles Geld ist bestenfalls zum Wohl des Menschen geschaffen, aber nicht der Mensch zum Wohl des Geldes.

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RPR1 "Angedacht": Krankenhauslicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 27. Dezember 2010:

Hierher geht niemand gerne, erst recht nicht im Advent oder über Weihnachten. Im Krankenhaus ist es nicht schön. Wer hier als Patient ist, der ist krank, oft schwer krank und er sucht Hilfe. Da zählt ärztliche Kunst, professionelle Pflege, erfolgreiche Rehabilitation.

Entsprechend sachlich, nüchtern geht es zu. Die Architektur besticht nicht durch Schönheit, die Ausgestaltung der Räume nicht durch Gemütlichkeit. Sauber muss alles sein, steril. Das Krankenhaus hat einen unverwechselbaren „Geruch“.

Diejenigen, die hier arbeiten, haben nicht nur mit Patienten zu tun, sie beschäftigt auch der Kostendruck, Arbeitskräfteabbau, der schnelle Wandel der medizinischen Technik und Therapie, Untersuchungen im Fließbandtempo, kürzere Verweildauern, höhere Patientenzahlen. Der Arbeitsalltag der Krankenhausmitarbeiter hat sich so verdichtet, das kaum noch Zeit bleibt für das Zwischenmenschliche.

Und doch gibt es die kleinen Lichtpunkte im Klinikalltag: Lichterketten, leuchtende Weihnachtssterne. Gleichsam ein kleiner Fingerzeig, dass es manchmal nur minimaler Veränderungen bedarf, um den gewohnten Alltag für einen Augenblick dem Besonderen zu öffnen. Ein kleiner Händedruck, ein freundliches Lächeln, ein kurzer Besuch, ein stilles Gebet.

So gehören Leib und Seele, gute Medizin, gute Pflege und gute Seelsorge zusammen. Wo Menschen wie im Krankenhaus an die Grenzen des Lebens geraten oder sich ausgeliefert fühlen, ist Beistand und Ermutigung nötig. Die kleinen Lichtpunkte sagen: das Krankenhauspersonal ist ansprechbar. Und Gott auch.

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