RPR1 "Angedacht": Eine Welt ohne Menschen?!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 23. März 2010:

Was wäre, wenn es plötzlich keine Menschen mehr gäbe? Wenn die gesamte Weltbevölkerung auf einmal vom Erdboden verschwunden wäre?

Eine britische Filmproduktion geht genau dieser Frage nach. „Population Zero“ zeigt, was ohne uns auf der Welt wahrscheinlich passieren wird: Die Monumente unserer Zivilisation rosten und bröckeln. Kein Mensch kann ihren Verfall aufhalten.

Kraftwerke explodieren, Leitungen bersten, Brücken stürzen ein. Die Natur erobert sich ihren Lebensraum zurück, Betonwüsten werden langsam grün.

Und es wird still, unglaublich still. Mit den Menschen verschwindet auch der Lärm. Und irgendwann erinnert nichts mehr daran, dass es uns einmal gegeben hat. Mit dem Menschen endet auch die Erinnerung.

Und Gott? Wäre Gott auch verschwunden, wenn es keinen Menschen mehr gibt, der an ihn glaubt? Das könnte passieren. Die Antwort hängt davon ab, wer Gott für uns ist.

Wäre er nur ein Gedanke in unseren Köpfen, dann würde er mit uns aufhören zu existieren. Als Schöpfer der Welt und des Lebens aber ist er unabhängig von mir und meinen Gedanken da.

Wäre eine Welt ohne uns Menschen auch eine Welt ohne Gott? Eins ist klar: Der Welt ist es egal, ob es uns gibt. Sie besteht auch ohne uns weiter. Gott aber ist es nicht egal. Er will, dass wir leben.

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RPR1 "Angedacht": Frühlingserwachen.

Pfarrer Dr. Joerg Weber, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 27. März 2010.

Seit dieser Woche ist Frühling. Das sagt mir der Kalender und er hat recht: das kann ich selbst spüren: Denn egal, wie das Wetter heute auch ausfällt: Zum ersten Mal in diesem Jahr kann ich die Natur wieder riechen.

Es hängt noch ein letzter Rest des alten, modrigen Wintergeruchs in der Luft. Er passt zur Passionszeit, den 40 Tagen, in der Christen sich an das Leiden Jesu erinnern. Langsam geht die Passionszeit ihrem Höhepunkt entgegen – und damit auch ihrem Ende. Karfreitag. Jesus stirbt am Kreuz. Ende, Aus, Vorbei. Zu seinem Leiden und seinem Tod passt der muffige Geruch der Erde.

Aber darunter mischt sich schon der Duft von Blumen, die zaghaft aus der Erde kommen. Die Natur verändert sich grundlegend. Sie wechselt von Kälte und Tod auf Wärme und Leben.

Mir geht es genauso. Ich spüre neue Kräfte. Es drängt mich nach draußen, auf mein Mountainbike, raus in die Wälder. Um diesen Geruch nach Blumen und Frühling richtig tief einzuatmen.

Für mich ist es der Duft von Ostern. Da bricht nicht nur die Natur aus sich heraus. Der Geruch des Todes ist dann definitiv zu Ende. Es gibt neues Leben. Zeit zum Auf-er-stehen.

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RPR1 "Angedacht": Ein Mini-Paradies.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Sonntag, 21. März 2010:

Ich werd’ regelmäßig schwach. Ich hab’ ein Faible für elektrische Gitarren und besitze mehr davon als ich eigentlich brauche.

In meiner Band kann ich immer nur auf einer spielen, und bei Auftritten brauche ich zwei: eine zum Spielen und eine als Ersatz. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ich „nur noch diese eine haben muss“ – und wieder mal mein Sammeltrieb triumphiert.

Die einen sammeln Musikinstrumente, die anderen sammeln Briefmarken, Stofftiere, Fußballbilder oder alte Autos. Sammeln kann man alles, egal ob es gewöhnlich ist oder exklusiv. Das Schöne daran: Das Talent dazu haben wir alle, denn Sammeln ist zutiefst menschlich.

Der Sammeltrieb hat uns einst das Überleben gesichert. Die Menschen wären längst ausgestorben, wenn sie nicht Nahrung und Brennholz gesammelt und Vorräte angelegt hätten.

Das machen wir ja heute noch: Wir bunkern im Sommer Heizöl und Kaminholz für den Winter, haben im Vorratsschrank Nudeln, Mehl und Zucker auf Reserve. Zu Sammlern aber macht uns aber erst die Leidenschaft für Gegenstände, die wir nicht zum Überleben brauchen.

Warum wir das tun? Ich glaube, im Sammeln steckt das Bedürfnis nach Ordnung. Die Reich des Sammlers ist eine geordnete Welt. Ein Paradies, aus dem ihn niemand vertreibt.

Verbotene Früchte gibt es daran nicht. Dafür aber eine Unzahl von Versuchungen, denen man ohne Reue nachgeben kann. Und jedes neue Stück weckt die Neugier auf das nächste.

Der Mensch lebt nicht im Paradies. Man kann ihm aber nicht verdenken, dass er sich gelegentlich so fühlen will.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Das Spiegelkreuz.

Pfarrer Olliver Zobel, Bingen, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Freitag, 19. März 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Stolpersteine.

Pfarrer Stefan Bergmann, Kaiserslautern, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Dienstag, 16. März 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Die Luft ist raus.

Pfarrer Stefan Bergmann, Kaiserslautern, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 15. März 2010.

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RPR1 "Angedacht": Liebe ist...

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 13. März 2010.

Liebe ist – wenn ich alles für andere gebe.

Die junge Mutter hatte diesen Satz auf einem Kalenderblatt gelesen und ihn sich offenbar sehr zu Herzen genommen. Denn fortan hat sie nur noch für ihre Familie gelebt.

Wenn die Kinder und ihr Mann morgens in die Küche gekommen sind, war der Tisch bereits gedeckt. Waren alle anderen aus dem Haus, hat sie eingekauft, gekocht und gebügelt und abends dann auch noch Taxi Mama gespielt und die Kinder zum Fußballtraining gefahren.

Für alles hat sich die junge Frau Zeit genommen. Nur für sich selbst nicht mehr. Und sie hat gespürt, wie sie nach und nach die Kräfte verlassen haben.

Andere zu lieben – ist gut. Aber Vorsicht: Wer immer alles gibt, hat am Ende womöglich nichts mehr übrig.

Darum sagt Jesus: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Jesus fordert mit diesem Satz von mir, dass ich meinen Nächsten liebe. Aber nicht nur das. Er setzt auch gleichzeitig fest, wie sehr ich den anderen lieben soll, nämlich wie mich selbst.

Wenn ich mich selbst nicht mehr liebe und nur noch für andere da bin, dann gerät meine Liebe aus dem Gleichgewicht.

Deshalb meine ich: Liebe ist – wenn ich alles für andere gebe und mich selbst dabei nicht vergesse.

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