RPR1 "Angedacht": Nie wieder?!

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 12. März 2010.

Nie wieder – werde ich einem anderen etwas von mir anvertrauen. Am Ende weiß es dann wieder der ganze Freundeskreis.

Viele Menschen haben schon so einen Nie-wieder-Schwur geleistet. Meist war es die Reaktion auf eine große Enttäuschung. Ein Mensch hat einem anderen großes Vertrauen entgegengebracht und ist sehr verletzt worden.
Um das in Zukunft zu vermeiden, heißt es dann: Nie wieder!

Eine verständliche Reaktion. Aber sie hat einen hohen Preis. Ein Mensch, der anderen Menschen kein Vertrauen mehr schenken will, wird einsam werden. Er verschließt sich vor anderen und nimmt sich damit die Möglichkeit, auch wieder gute Erfahrungen zu machen.

Was kann uns helfen? Eine Aussage der Bibel lautet: Vergebt, wie auch Gott euch vergeben hat. Wenn Gott mir immer wieder vergibt, will ich auch anderen vergeben. Am Beispiel seiner Vergebung lerne auch ich, zu vergeben.

Das heißt nicht, dass ich einem Menschen, der etwas Persönliches von mir weiter gesagt hat, wieder etwas anvertraue würde.

Es heißt aber, dass ich nicht an seiner Schuld festhalte.
Dann merke ich, ich werde wieder frei. Frei, nicht alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Frei, neu auf andere zuzugehen. Und frei, Vertrauen zu Menschen wieder auszuprobieren.

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RPR1 "Angedacht": Du Dummkopf!

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 11. März 2010.

Also wirklich, Du bist so ein Dummkopf, Du kriegst ja wirklich nichts auf die Reihe. Manch einer hat diesen Satz in seinem Leben wohl schon einmal gehört. Irgendwas hat nicht so geklappt, wie andere sich das gedacht haben und schnell ging das Geschimpfe dann los.

Interessant ist: wer immer wieder hört, dass er nichts auf die Reihe kriegt, dem wird genau das auch immer häufiger passieren.

Woran das liegt? Als Mensch bin ich manipulierbar. Je häufiger ich eine bestimmte Aussage über mich höre – desto stärker prägt sie sich bei mir ein. Dann spielt es keine Rolle mehr, ob die Aussage wahr ist oder falsch. Wenn ich sie oft genug höre – glaube ich vermutlich irgendwann, dass sie stimmt.

Was kann man dagegen tun? So schwer es auch fällt: Wenn ich merke, dass mir jemand irgendwas einreden will, muss ich mich wehren und widersprechen. Das bin ich mir selbst schuldig.

Wer weiß denn schon, wer und wie ich in Wirklichkeit bin?
Wer kennt mich und alle meine Gedanken. Wer hat mich im Körper meiner Mutter geformt. Wer sieht alle meine Wege?

Ich glaube, dass nur Gott das tut. Er ist der Einzige, der mich wirklich kennt. Und der deswegen zu mir sagt: Egal, was andere Dir einzureden versuchen – Du bist kein Dummkopf und Du kannst alles auf die Reihe kriegen!

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RPR1 "Angedacht": Nein!

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 10. März 2010.

Nein!!! So stand es an fünf Plätzen in meinem Büro. Ein Zettel mit dem Wort nein lag auf meinem Schreibtisch, einer klebte an meinem Telefon, einer an der Wand, einer war in meinem Terminkalender und einer sogar in meiner Bibel.

Warum? Das war mein Training. Tag für Tag hab ich daran gearbeitet, meinen angeborenen Sprachfehler loszuwerden. Ich konnte nicht nein sagen.

Können sie bei uns einen Vortrag halten? – Ja, natürlich, das mache ich. Kannst du nachher zu uns kommen? Wir haben ein Eheproblem. – Klar, ich komme. Der Termin nächste Woche ist so wichtig, da müssen sie auf ihren freien Tag verzichten. – Na gut, ich bin dabei.

So ging das jahrelang. Bei vielen Anfragen habe ich einfach zugesagt. Ich wollte ja schließlich meinem Nächsten helfen.
Tatsächlich: Ein schnelles ja sieht aus wie Nächstenliebe, aber es kann auch einfach die Angst vor einem Konflikt sein.

Gegen meinen Sprachfehler hat mir ein Satz von Jesus geholfen: Euer ja sei ein ja. Und euer nein sei ein nein.
Daraus habe ich gelernt: Ein Christ soll nicht einfach immer nur ja sagen. Auch Jesus hat das nicht getan. Er hatte die Freiheit, auch nein zu sagen.

Deshalb habe ich angefangen, genau das zu trainieren und manche Anfragen zu verneinen. Es hat geholfen. Heute brauche ich keine Zettel mehr, sondern ich sage einfach von mir aus öfter mal: Nein!

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RPR1 "Angedacht": Hoffnung haben.

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 08. März 2010.

Ich bekomme eh keine Gehaltserhöhung. Oder: Ich kriege doch nie den richtigen Partner. Vielen Menschen schwirren solche negativen Gedanken im Kopf rum. Sie haben kein Vertrauen mehr. Nicht in sich selbst und vor allem nicht in Gott. Wenn Vertrauen fehlt, wird das Leben schwer.

Wer nicht selbst an sich und seine Gehaltserhöhung glaubt, wird sie auch bei seinem Chef nicht überzeugend beantragen.
Wer sich selbst nicht vorstellen kann, einmal den richtigen Partner zu bekommen, wird ihn leicht übersehen, wenn er ihn trifft.

Auch Jesus hat gewusst, wie wichtig Vertrauen, besonders Gottvertrauen dafür ist, dass das Leben gelingt.
Viele Menschen, denen er helfen wollte, hat er zunächst einmal gefragt: Hast Du Gottvertrauen? Denn genau das ist es, das den Menschen hilft. Ohne dieses Vertrauen könnte auch Jesus ihnen nicht helfen.

Gottvertrauen ist dabei aber nicht einfach nur Optimismus. Es ist die Voraussetzung dafür. Wir können darauf vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. Deshalb dürfen wir positiv denken und Hoffnung haben: auf den richtigen Partner, auf die Gehaltserhöhung und für unser ganzes Leben.

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RPR1 "Angedacht": Perfekt!?

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 07. März 2010.

Perfekt muss alles sein, was ich tue. So habe ich noch vor wenigen Jahren gedacht.

Da war zum Beispiel der Gemeindebrief, der von der ersten bis zur letzten Seite perfekt gestaltet war. Ein kleines Wunderwerk der Druckereikunst.

Die Sonntagspredigt habe ich vorbereitet, als wäre sie nicht nur die wichtigste, sondern vielleicht sogar letzte Ansprache meines Lebens.

Überhaupt: die ganze Gemeindearbeit sollte ein Ausdruck davon sein, dass ich meine Aufgabe vollkommen perfekt erfülle.

Die Folge waren zwei Kuren, die gerade noch meinen Zusammenbruch verhindert haben. Bis heute habe ich auf einem Ohr einen Tinnitus.

Und das Alles, um schließlich zu lernen…dass ich nicht Gott bin. Ja, Gott ist perfekt. Ich aber bin es nicht.

Diese Einsicht wünsche ich vor allem denen, die immer alles richtig machen wollen. Als perfekte Hausfrau, perfekte Mutter, perfekte Schülerin, perfekter Sportler, perfekter Manager oder perfekter Schulleiter.

Es scheint: Der Wunsch, perfekt zu sein, der gehört zu uns Menschen dazu. Darum mühen wir uns ab und versuchen alles richtig zu machen.

Ich glaube nicht, dass Gott diesen Stress will. Er weiß, dass unser Tun nicht perfekt ist. Aber das muss es auch gar nicht sein. Denn, weil er uns gnädig ist, dürfen auch wir gnädig mit uns selbst umgehen.

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RPR1 "Angedacht": Ein treuer Begleiter.

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 07. März 2010:

Heute, viertel vor sieben in unserem Dorf. Die Kirchturmglocken schlagen die Zeit. Das tun sie alle fünfzehn Minuten. Zur vollen, zur viertel, zur halben oder eben zur dreiviertel Stunde. 24 Stunden am Tag.

Ich geb ehrlich zu, als meine Familie und ich vor gut zwei Jahren gerade neu in das Dorf gezogen sind, haben mich die Stundenschläge schon gestört. Vor allem nachts.

Aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Mehr noch – mittlerweile finde ich diese altmodische Form der Zeitansage richtig schön. Ich fühle mich wohl damit.

Der Klang des Stundenschlags ist ein wichtiger Begleiter durch den ganzen Tag für mich geworden. Wie so eine Art Soundtrack zu den Worten aus dem 23. Psalm: „Herr, Du bist bei mir“.

Die Stundenschläge der Kirchturmglocken vermitteln mir auf eine Art, wie es sich anfühlen oder genauer gesagt: anhören kann, dass Gott da ist, dass er bei mir ist. Jederzeit.

Egal, ob beim Frühstück, am Schreibtisch oder auf den Feldwegen, wenn ich mit unserem Hund Gassi gehe. Überall erreicht mich der Klang der Glocken. Auch nachts, in der Dunkelheit schlagen sie unbeirrt weiter. Alle fünfzehn Minuten.

Und selbst dann, wenn ich mal nicht zuhause bin und die Glocken deshalb nicht höre, kann ich darauf vertrauen, dass sie da sind und die Zeit schlagen. 24 Stunden am Tag.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Weltgebetstag der Frauen.

Pfarrer Ludwig Burgdoerfer, Landau, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Freitag, 05. März 2010.

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