SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Selbstbestimmtes Sterben.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 31. März 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Die offene Tür.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Dienstag, 30. März 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstoesse": Tabu Leiden.

Pfarrerin Cornelia Michels-Zepp, Bad Kreuznach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 29. März 2010.

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RPR1 "Angedacht": Erinnern Sie sich!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 27. März 2010:

Heute vor 70 Jahren, am 27.März 1940, ordnet SS-Chef Heinrich Himmler die Errichtung des Konzentrationslagers Auschwitz an.

Im von Deutschland besetzten Polen entsteht damit ein ganzer Komplex von Lagern, die zum Synonym für das Schlimmste werden sollten, wozu Menschen fähig sind.

Zuerst wird in einer ehemals polnischen Kaserne das „Stammlager“ Auschwitz I errichtet. Ein Jahr später dann Auschwitz Birkenau, das Vernichtungslager. Millionen von Menschen werden dort ermordet.

Gleichzeitig mit Birkenau entsteht mit Auschwitz-Monowitz ein drittes Lager für Zwangsarbeiter deutscher Unternehmen, die in der Nachbarschaft des Lagers ihre Werke errichten.

In Auschwitz gipfelt eine Entwicklung, die 1933 mit dem ersten Konzentrationslager in rheinhessischen Osthofen beginnt. In der Nazi-Diktatur werden die regulären Gefängnisse bald zu klein.

Für die vielen politische Gegner, vor allem Sozialdemokraten und Kommunisten, werden deshalb Lager erreichtet. Die ersten sind noch klein, später werden sie immer größer.

Nach Kriegsausbruch werden vor allem Gefangene dort interniert. Viele sterben an Erschöpfung, Hunger oder Krankheit. Für Millionen von Menschen werden die Konzentrationslager zur Endstation

Buchenwald, Majdanek, Treblinka: Die Orte des Schreckens haben viele Namen. Aber keiner steht so beispiellos für den millionenfachen, industriell organisierten und durchgeführten Massenmord wie der Name Auschwitz.

Heute vor 70 Jahren beginnt seine Geschichte. 70 Jahre – weniger als ein durchschnittliches Menschenleben. Die meisten Häftlinge in Auschwitz sind früher gestorben.

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RPR1 "Angedacht": So viele Spuren!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 26. März 2010:

In meinen neunten Klassen habe ich kürzlich ein Experiment durchgeführt: Wir haben untersucht, ob es möglich ist, einen Tag lang keine Spuren zu hinterlassen – elektronische Spuren. Ein Tag ohne Daten: Ob das geht?

Die meisten von uns wissen kaum, wie viele persönliche Daten sie täglich preisgeben. Meistens geschieht das unbemerkt. Jede Nutzung des Internet, jeder Handykontakt, Bezahlen mit EC-Karte, der Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen: überall hinterlassen wir eine Datenspur.

Um das zu vermeiden, müssten wir unser leben gewaltig umstellen: Das Handy nicht mal einschalten, schon das wird registriert; das Gleiche gilt fürs Festnetz. Beim Einkaufen nur bar bezahlen, EC- und Payback-Karte stecken lassen – vorausgesetzt, das Geschäft wird nicht videoüberwacht. Weil es das aber kaum noch gibt, heißt das: die häuslichen Vorräte aufbrauchen.

Autofahren geht auch nicht, weil an jeder größeren Kreuzung und jeder Tankstelle Kameras hängen. Das gilt auch für Bahnhöfe und öffentliche Plätze. Also: Lieber zu Hause bleiben!

Ein Leben ohne Datenspuren? Theoretisch ja, praktisch so gut wie unmöglich.

Anders ist es mit den Spuren, die nicht digital sind: Spuren bei anderen Menschen, Spuren bei Gott. „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“

Diese Form der Transparenz finde ich wohltuend. Sie macht mir keine Angst, sondern befreit mich. Ein Gott, vor dem sich niemand verstellen und verstecken muss. Dem öffne ich mich gerne.

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RPR1 "Angedacht": Der reichste Mensch der Welt.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 25. März 2010:

„Wenn ich sterbe, kann ich nichts davon mitnehmen“, sagt der reichste Mensch der Welt über sich selbst. Sein Name? Nein, nicht Bill Gates. Der steht in Sachen Reichtum weltweit jetzt auf dem 2.Platz.

An der Spitze der reichsten Menschen steht seit diesem Jahr ein Mexikaner: Carlos Slim. Sein Vermögen: 53 1/2 Milliarden Dollar! Und das in einem Land, in dem Millionen Menschen in Armut leben.

Wie Carlos Slim so reich geworden ist? Er besitzt den größten Telefonkonzern in Mexiko und mischt auch weltweit kräftig mit. 2 Millionen Dollar verdient er pro Stunde.

Ist so viel Reichtum verwerflich? Nein. Immerhin bietet sein Imperium 210.000 Menschen Arbeit. Bedenklich ist schon eher, dass ein Einzelner so viel wirtschaftliche Macht in seinen Händen hält.

Aber seinen Reichtum gönne ich ihm. Glück kann er sich davon nämlich nicht kaufen. Und ein längeres Leben auch nicht.

Das Neue Testament erzählt von der Begegnung zwischen Jesus und einem reichen Mann. Der fragt, was er tun muss, um ewig zu leben. Jesus antwortet ihm, dass sein Reichtum ihm dabei nicht helfen wird und dass er sich davon lösen soll. Dazu fehlt dem Reichen der Mut. Jesus verurteilt ihn deshalb nicht. Er bedauert ihn nur.

Ich glaube nicht, dass Jesus etwas gegen finanziellen Reichtum hat. Ihm geht es um Gerechtigkeit. Im Himmel, so verstehe ich Jesus, gibt es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Also soll es die auf der Erde auch nicht geben.

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RPR1 "Angedacht": Hände ohne Handschuhe.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 24. März 2010:

„Fünf Brötchen bitte – aber nicht mit der Hand anfassen!“ verlangt die Kundin vor mir in der Bäckerei. Die Verkäuferin ist sichtlich überrascht – das hatte bisher noch niemand von ihr verlangt.

Dann steckt sie die Brötchen mit einer Gebäckzange in die Tüte. „Handschuhe haben wir nicht“, entschuldigt sie sich. Und wirft mir einen vielsagenden Blick zu.

Kein Zweifel: Hygiene ist wichtig. Aber alles mit Vernunft und Augenmaß. Zu viel Hygiene schadet mehr als dass sie nützt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind wir immer noch Menschen aus Fleisch und Blut.

Wir haben tagtäglich unzählige Körperkontakte, ohne dass wir uns mit Handschuhen oder Mundschutz gegen unerwünschte Folgen absichern. Lebenspartner, Kinder, Kollegen, Fremde irgendwo im Menschengewühl – da geschieht es zwangsläufig, dass wir uns näherkommen, gewollt und ungewollt.

Nur bei Brötchen soll der Spaß aufhören? Da ist nackte Haut auf einmal nicht mehr sexy? Ich bin da nicht so pingelig. Für mich liegt im Weitergeben von Brot mit der bloßen Hand etwas Elementares.

Es erinnert mich an die Bitte des Vaterunser um das tägliche Brot. Und macht mir klar, wie wichtig das Geben und das Empfangen für mein Leben sind. Hände sind ein Sinnbild dafür. Auch ohne Handschuh.

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