Rockland Radio "Feels like heaven": Catch 22.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 23. April 2010:
Eine Frau steht bei mir im Pfarramt: „Wir möchten gern kirchlich heiraten“, sagt sie, „aber mein Mann und ich sind nicht in der Kirche.“ Ich antworte der Frau: Dann macht doch eine kirchliche Trauung auch keinen Sinn.
„Catch-22“ – so würde man im Englischen dazu sagen. Eine in sich widersprüchliche Situation; „Catch-22“. Der Ausdruck geht zurück auf den gleichnamigen Roman:
Er spielt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, und es geht um die Vorschrift, dass Angehörige der Fliegerstaffel nur vom Dienst befreit werden können, wenn sie unzurechnungsfähig sind.
Das Problem ist: jeder, der den Antrag stellt, wegen Unzurechnungsfähigkeit vom Dienst befreit zu werden, muss vor allem eins sein: nämlich zurechungsfähig. Catch-22.
Diesen Ausdruck kannte Jesus zwar noch nicht, wohl aber das Problem, das dahinter steckt. Jesus hat es so ausgedrückt: Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Ja zu Gott zu sagen macht also nur Sinn, wenn Gott dann auch genug Platz im Alltag bekommt und nicht von anderen Dingen verdrängt wird.
Und Gott um seinen Segen für die eigene Ehe zu bitten – das macht nur Sinn, wenn ich mich auch klar zu Gott bekenne – in der Kirche.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Lauscher auf!!!
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 22. April 2010:
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass ältere Menschen relativ große Ohren haben? Das ist auch völlig logisch, denn die Ohren wachsen tatsächlich das Leben lang. Warum? das hatte schon der Wolf dem Rotkäppchen erklärt:
Großmutter, warum hast du so große Ohren?
Damit ich dich besser hören kann!
Und da stimmen sogar moderne Wissenschaftler zu:
Ältere Menschen haben größere Ohren, um den zunehmenden Hörverlust auszugleichen.
Wer größere Ohren hat, kann auch mehr Schallwellen aufnehmen.
Ob der alttestamentliche Richter Samuel auch relativ große Ohren gehabt hat? Ich weiß es nicht. Aber die Bibel berichtet, dass er gut hören konnte. Eines Nachts wurde der junge Samuel dreimal von einer Stimme geweckt. Als er sich umgeguckt hat, konnte er aber niemanden sehen .
Schließlich hat Samuel erkannt, dass Gott es war, der ihn gerufen hatte. Um Gottes Rufen zu hören, braucht es allerdings nicht in erster Linie riesige Ohrmuscheln; ich muss dazu vor allem still werden, quasi in mich hineinhören.
Das hat ganz sicher auch Samuel damals gemacht. Und hat damit sein Leben enorm bereichert, denn er hat so Gottes Offenbarungen empfangen. Dank seiner inneren Ohren ist David schließlich zum König gesalbt worden.
Weil er zwar nicht das Gras wachsen, aber Gott flüstern hörte. Um Gott wahrzunehmen, muss man eben ganz Ohr sein.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Die Schokoladenseite des Himmels.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 21. April 2010:
Miriam, was machst du denn hier?
Na, ich will auch mal ins Radio!
Also schön, das ist Miriam, meine Tochter, die auch mal ins Radio will und morgens nie ihren Kakao austrinkt.
Psst Papa, das braucht doch keiner zu wissen.
Ok, Du hast recht. Ich will Dich ja auch nicht vor allen Leuten durch den Kakao ziehen.
Was bedeutet das? Jemanden durch den Kakao ziehen?
Das heißt, dass ich jemanden verspotte.
So wie die Menschen es mit Jesus gemacht haben?
Ja, das trifft es ziemlich genau. Das war schon eine schlimme Schlammschlacht damals. Die Menschen haben Jesus ganz schön verhöhnt auf seinem Weg zum Kreuz. Viele haben sich über ihn lustig gemacht. Selbst dann noch, als er schon am Kreuz hing, haben die Menschen Jesus noch verspottet.
Aber als Jesus nach seinem Tod auferstanden ist – da hat er es doch allen gezeigt, oder?
Genau, an Ostern hat der Himmel sich sozusagen von seiner Schokoladenseite gezeigt. Jesus wurde zwar zuerst ganz schön durch den Kakao gezogen…
Aber am Ende haben die Verspotter eingesehen, dass Jesus doch Gottes Sohn ist und dass er allen Menschen helfen kann.
Genau!
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Rockland Radio "Feels like heaven": Graue Mäuse.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 20. April 2010:
Manchmal kommen Menschen mir vor wie graue Mäuse.
Ich sehe sie und vergesse sie auch gleich wieder. Ich höre ihnen zu, aber bekomme nicht wirklich mit, was sie sagen.
Und ich ertappe mich dabei, diesen Menschen nicht die Aufmerksamkeit zu schenken, die Ihnen zusteht. Die Gott Ihnen entgegen bringt.
Denn gerade die vermeintlichen grauen Mäuse, macht Gott so groß, dass sie über sich selbst hinauswachsen.
David aus dem Alten Testament zum Beispiel: ein kleiner, schmächtiger Dreikäsehoch. Seine Familie hatte ihn damit beauftragt, die Schafe zu hüten.
Da kann er am wenigsten kaputt machen – das war die Überlegung von Davids Familie, die eine ganz besondere gewesen ist. Immerhin würde Gott eines Tages ein Mitglied dieser Familie zum König von Israel machen.
Davids Brüder waren alle schon gespannt, wen Gott auserwählen würde. Bestimmt den Größten und Stärksten, haben die Brüder gedacht. Aber Gott hat sich schließlich für den unscheinbaren David entschieden.
Gott richtet seine Ohren und Augen gerade auf die, die im lauten, schrillen Alltag so oft überhört und übersehen werden. Also aufgepasst: Wo ich manchmal nur eine graue Maus vermute, treffe ich womöglich in Wirklichkeit auf einen richtigen Helden. Gottseidank und mausestark!
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Rockland Radio "Feels like heaven": Schwarzerdt alias Melanchthon.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 19. April 2010:
Wenn ich früher ein Ass in Altgriechisch gewesen wäre, dann hätte mein Lehrer mich vielleicht dadurch gelobt, dass er meinen Nachnamen ins Griechische übersetzt hätte. Ich wäre dann Oliver Kakos gewesen. Aber dafür war ich wohl wirklich nicht gut genug.
Ganz anders Philipp Schwartzerdt. Nein, das war kein Klassenkamerad von mir. Er hat im 16.Jahrhundert gelebt und war so gut in Altgriechisch, dass sein Nachname tatsächlich ins Griechische übersetzt worden ist. Aus Schwartzerdt wurde Melanchthon.
Und der war nicht nur in Griechisch topp! Er war allgemein hochgebildet – und zugleich tief-fromm. Bildung und Glaube schließen sich nämlich nicht aus, war Melanchthon überzeugt: Nur wer eine gründliche allgemeine Bildung erworben hat, so Melanchthon, der oder die kann auch in Sachen Glauben und Kirche mitreden.
„Vor allen Dingen aber lernt die Geschichte kennen“ hat Melanchthon seinen Schülern geraten. „Sie lehrt euch, was Nutzen bringt und was nicht!“ Dank seiner Geschichtskenntnis und Bildung hat Melanchthon die Reformation geprägt und durchgesetzt.
Zusammen mit Martin Luther. Der große Reformator hat sich übrigens vor Melanchthon verneigt und das möchte ich auch tun. Heute, am 450. Todestag von Philipp Schwarzerdt, alias Melanchthon.
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RPR1 'Angedacht': Musikalisch Dampf ablassen!
Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 20. Juni 2009:
Das Leben ist doch einfach ungerecht: die Stromrechnung ist zu hoch, im Fernsehen kommt nichts Gescheites, und es regnet viel zu oft!
Wenn Sie sich auch über was ärgern, dann tun Sie bitte eines nicht: nämlich den Ärger in sich hineinfressen!
Nein, sondern singen Sie sich ihren Frust am besten von der Seele! Am besten in einem der vielen Beschwerde-Chöre, die in den letzten Jahren entstanden sind.
Da treffen sich ein paar Gleichgesinnte, und die komponieren dann zusammen aus ihren Ärgernissen ein Lied mit mehreren Strophen. Viele Leute haben nämlich ganz ähnliche Sorgen.
Der Protestsong wird dann geprobt und irgendwann aufgeführt.
Als Erfinder der Beschwerde-Chöre gilt ein finnisch-deutsches Künstlerpaar, das erste Lied wurde mit Riesenerfolg in Birmingham aufgeführt und hatte den Titel: „Ich will mein Geld zurück!“ Und dann hat sich die Idee in Windeseile verselbständigt.
Allerdings: So ganz neu ist diese Erfindung nicht.
Schon vor ein paar tausend Jahren gab es Musikkünstler, die ihren Ärger per Liedform in die Öffentlichkeit getragen haben.
Die 150 Psalmen im Alten Testament sind alles Lieder, die von einem Saiteninstrument, dem Psalter, begleitet wurden.
Und nicht wenige Psalmen sind Klagelieder, Protestsongs oder sogar Fluchgesänge.
Gott wird dabei nicht ausgespart – aber er wird’s ertragen.
Denn Gott weiß: Melodisch Dampf ablassen tut gut.
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RPR1 'Angedacht': Pimp myself!
Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 19. Juni 2009:
Haben Sie schon mal die Sendung „Pimp my ride“ gesehen? Die läuft auf MTV und es geht schlicht darum, an Autos rumzubasteln. Die Fahrzeuge kriegen einen größeren Motor, breitere Reifen und natürlich noch einen neuen Auspuff – so breit wie eine Regenrinne.
Die Autos werden aufgedonnert, getunt, aufgemotzt – halt einfach gepimpt.
Das gleiche kann aber noch mit anderen Sachen machen: „Pimp my PC“ oder „Pimp my Whatever“ oder warum nicht gleich „Pimp myself“ – sich selbst pimpen.
Das machen ja schon ganz viele: durch Schönheitsoperationen. Den Bauch, die Nase, die Lippen, die Brüste…
In Deutschland ist die Laserbehandlung gegen Falten die häufigste Schönheits-OP. Aber wissen Sie, wo am allermeisten gepimpt wird? In den Großstädten Kolumbiens!
Da lässt sich jede sechste Frau operativ verschönern,
oder ich sag’ mal besser: „pimpen“. Denn oft entstehen dadurch nur bleibende Dellen und Furchen auf der Haut.
Und ganz ehrlich gesagt: Attraktiver oder ästhetischer oder erregender finde ich persönlich künstlich aufgepeppte Körper überhaupt nicht, im Gegenteil! Das Natürliche, von Gott Geschaffene, find’ ich viel besser, einfach wundervoll.
So ähnlich muss es auch dem Beter des 139. Psalms gegangen sein, als er vor vielen Jahren schrieb:
“Ich danke dir, Gott, dass ich so wunderbar gemacht bin!“
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