Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Heutiges Brot

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 17. Juni 2008:

Gab es heute etwa Dein Lieblingsessen zu Hause, oder kommst Du gerade von Burger King, Döner oder Mac Donalds? Verblüfft schaute mich der Konfirmand mit großen Augen an. Irgendwie konnte er mit meiner Frage nach Lieblingsessen oder Fast Food nichts anfangen.

Gerade hat er mir doch aus dem Lernstoff des Konfirmandenunterrichts für diese Woche das „Vaterunser“ aufgesagt, und es war ja auch alles in Ordnung. Na ja: fast alles. Einen kleinen Dreher hatte er eingebaut:
„Unser heutiges Brot gib uns täglich“, statt
„Unser tägliches Brot gib uns heute“.

Verwöhnt, wie ich nun mal bin von dem täglichen Angebot an Nahrungsmitteln und gutem Essen, hätte ich diesen Verdreher auch hinlegen können. Manchmal leite ich schon fast so etwas wie einen Rechtsanspruch darauf ab, dass alles immer so bleiben muss, wie es heute ist.

Im Vaterunser geht es aber weniger darum, dass meine heutigen Ansprüche sich auch in Zukunft täglich erfüllen und abgesichert sind. Vielmehr will mich das Gebet dazu bringen, dankbar und zufrieden zu sein, wenn meine Grundbedürfnisse heute gestillt werden. Vielleicht sogar einmal mit einer bescheidenen Mahlzeit: Unser tägliches Brot gib uns heute.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:11min / 0.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Solidarität - der Nächste ist Bruder und Schwester

Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 16. Juni 2008:

Heinz heißt der Fahrer des Paketdienstes. Ein, zwei Mal im Monat kommt er zu mir, immer wenn ich was bestellt habe.
Heinz gehört zu denen, die man als „Niedriglöhner“ bezeichnet: 6,80 kriegt er die Stunde bei einer 40-Stundenwoche. Und wenn man das alles zusammen-zählt, kommt er auf ein Monatsbrutto von bestenfalls 1.000 Euro. Das reicht hinten und vorne nicht.

Aber das ist noch nicht alles: Den Paketdienst macht Heinz mit seinem eigenen Auto. Das war die Bedingung des Zustellerdienstes. Das Auto könne er ja steuerlich absetzen, damit wurde er gelockt. Aber jetzt war kürzlich die Kupplung kaputt, und fast der ganze Monatslohn ging drauf. Es ist zum Verzweifeln, sagt Heinz.

So wie Heinz geht es vielen. Niedriglöhner, das sind: Zusteller, Wachleute, Pizzafahrer, Zeitarbeiter, Lagerarbeiter und viele, viele mehr. Menschen, die oft unendlich hart arbeiten und dennoch auf keinen grünen Zweig kommen. Nie!
Aber es ist kein Mitleid, was sie brauchen – Was sie brauchen, ist Solidarität! Und damit meine ich, dass wir umeinander wissen und aneinander Anteil nehmen. Wir Menschen leben nicht jeder für sich, wir sind vielmehr aufeinander angewiesen.

Solidarität, das heißt, dass es eine Umverteilung geben muss: Wer viel hat, muss anderen abgeben. Damit Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden. Das ist ein urchristlicher Gedanke: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst. Der Nächste ist nicht Konkurrent oder Rivale, er ist Bruder und Schwester, sagt die Bibel.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:35min / 1.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Rockland Radio 'Feels Like Heaven': "Ich bin da" - der Gottesname über dem Kinderbett

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 16. Juni 2008:

Können Sie sich noch erinnern, was ihre Eltern Ihnen als kleines Kind ins Ohr geflüstert haben, wenn Sie krank waren oder sich gefürchtet haben? Oder was haben Sie selbst Ihren Kindern gesagt, wenn die Angst hatten, traurig waren, sich verletzt haben oder einfach mal in den Arm genommen werden wollten…?

„Ich bin da!“. „Ich bin doch da!“ In diese Worte legen wir Menschen unsere totale Zuwendung hinein, drücken bedingungslose Liebe und Nähe aus. „Ich bin da!“ vermittelt meinem Gegenüber tiefe Geborgenheit.

„Ich bin da“ – genau das sind die Worte, mit denen Gott sich im Volk Israel namentlich vorgestellt hat. Und eben dieser Name ist das Gegengewicht zu der schwerwiegenden Sehnsucht jedes Menschen nach tiefer, echter und anhaltender Beziehung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sind. Faszinierend finde ich, dass alle Eltern, in allen Ländern und in allen Sprachen seit Menschengedenken über allen Kindern eigentlich den Gottesnamen „Ich bin da“ aussprechen.

Natürlich geht es hier zunächst nur um menschliche Zuwendung, Liebe und Geborgenheit, ohne die niemand leben kann. Genauso wenig möchte ich aber auf die Beziehung zu dem Gott verzichten, dessen Name sein Programm ist: Ich bin da!

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:10min / 0.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Werte - Was gilt für alle?

Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 15.6.2008:

Von Werten ist viel die Rede in der letzten Zeit. Von verlässlichen Sätzen, die für alle Menschen gelten sollen. Aber welche sollen das sein? Wir leben in einer Kultur, die längst durch viele Einwanderer geprägt ist. Was soll also gelten für die vielen Verschiedenen, hier in Deutschland und in ganz Europa?

Ich mache einen Vorschlag: Nehmen wir doch die 10 Gebote! Sie gelten für die Christen, für Juden, und sie gelten auch für die Moslems. Denn die Geschichte von Mose, der die Gebotstafeln aus Gottes Hand in Empfang nimmt, die steht auch im Koran, in Sure 17. Und die Gebote dort sind den biblischen 10 Geboten sehr ähnlich.

Das erste Gebot im Koran: „Es ist kein Gott außer Allah. Setze ihm keinen anderen Gott zur Seite.“ Das klingt vertraut: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland in die Freiheit geführt hat. Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben.“ So lautet das erste Gebot der Bibel.

Für Juden, Christen und Moslems ist also grundlegend: Setze keinen anderen Gott neben Gott. Lass dich nicht knechten und abhängig machen von etwas, das deine Seele, deinen Willen, deinen Geist unterwirft.

Man könnte auch so sagen: Mensch, woran du auch glaubst, nimm deinen Glauben an Gott ernst. Unterdrücke niemanden im Namen deiner Überzeugungen. Opfere niemanden für deine Religion. Foltere niemanden im Namen des Glaubens!

Das erste Gebot. Wir haben es mit den Moslems und Juden gemeinsam. Ein Gebot der Toleranz und der Freiheit.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:33min / 1.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Auf Bobbycars ins Reich Gottes

Heiner Eberhardt, Obernhof, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 15.6.2008:

Wer um alles in der Welt schiebt denn nachts um halb zwei die Mülltonnen durch die Gegend? Fragend aufgeweckt und ziemlich aufgeschreckt von diesem Geräusch wälze ich mich im Bett hin und her. Und dann, im Abstand von jeweils einer Viertelstunde dasselbe Geräusch noch weitere zweimal. Jetzt will ich es aber genau wissen, ziehe mich an, gehe mit meiner großen Taschenlampe aus dem Haus und denk, ich seh´ nicht recht:

Es waren gar keine Mülltonnen, sondern Bobbycars. Auf vier kleinen robusten Kinderautos sitzen gestandene erwachsene Männer! Und die hatten vielleicht ihren Spaß bei einer nächtlichen Rallye bergab auf der Hauptstraße direkt hinter unserem Haus.

Ob sie nicht zu einer anderen Tageszeit für die Formel 1 üben könnten, frage ich verschlafen in die Runde. Nein, das wäre schon wegen des Verkehrs nicht möglich, und außerdem bräuchten ja tagsüber ihre Kinder die Bobbycars zum Spielen! Mit diesen stichhaltigen Argumenten warben die Männer um mein Verständnis für das ´Kind im Manne´.

Einmal ganz unbeschwert, unbekümmert und sorgenfrei sein – einfach so, wie Kinder sind! Ob Jesus das gemeint hat, als er sagte: „Wenn ihr euch nicht ändert und werdet wie die Kinder, kommt ihr nie in das Reich Gottes!“

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:13min / 0.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Evangelischer Kirchenbote: Agrarexperte Job fordert faire Preise - Subventionen vernichten Existenz der Bauern in Entwicklungsländern

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 24/2008:

Agrarexperte Job fordert faire Preise – Subventionen vernichten Existenz der Bauern in Entwicklungsländern

Der Milchboykott ist beendet. Nachdem Discounter wie Lidl und Aldi Süd angekündigt hatten, den Milchpreis zu erhöhen, zeigten sich nahezu alle großen Handelsketten gesprächsbereit. Ob die Preiserhöhung tatsächlich bei den Bauern ankommt, bezweifelt Brigitte Doll, die bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft der Landeskirche für den ländlichen Raum zuständig ist. Der Druck der Discounter auf die Molkereien bleibe weiter enorm. Im „magischen Dreieck“ Discounter, Molkereien und Produzenten seien die Landwirte das schwächste Glied.

(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (2:33min / 1.8 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Evangelischer Kirchenbote: Bisher kein Kirchensterben in der Pfalz - Tagung behandelt die Umnutzung von Kirchen

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 23/2008:

Bisher kein Kirchensterben in der Pfalz – Tagung behandelt die Umnutzung von Kirchen – Im Rheinland jährlich bis 20 Gebäude anders genutzt

Um deutsche Kirchengebäude und ihre Weiternutzung als Kirchen ist es derzeit noch gar nicht so schlecht bestellt. Das ist das Fazit einer Tagung über Kirchenumbau und -umnutzung, zu der die Architektenkammer Rheinland-Pfalz zusammen mit der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz nach Kaiserslautern eingeladen hat.

Unser Bild zeigt die alte protestantische Kirche in Otterbach, die seit 1980 ein Motorradmuseum beherbergt.

(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (3:09min / 2.2 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.