RPR1 'Angedacht': Stell' Dir vor, es ist Feiertag

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 19. November 2008:

Stell dir vor, es ist Feiertag, und keiner hat`s gemerkt. So vielleicht heute am Buß- und Bettag. Vor 20 Jahren hätten wir uns heute im Schlaf noch mal umgedreht und später gemütlich gefrühstückt. Ach ja, zur Kirche hätte man auch noch gehen können.

Buß- und Bettag, ein ruhiger Feiertag in einer trüben Jahreszeit. Egal, ob im Kirchraum oder Zuhause: geschenkte Zeit zum Zusichkommen und Innerlich-neu-Sortieren mitten in einer atemlosen Woche. Wenn die bunten Blätter längst von den Bäumen abgefallen sind, wenn es grau und regnerisch wird. Ein legaler Ort zur gepflegten Melancholie, eine Heimat für ernste Gedanken, um das, was das Leben wesentlich macht. Das ist heilsam. Das spüre ich.

Werden wir in Zukunft noch mehr Feiertage verlieren? Lässt sich die Welt wirklich unbegrenzt immer weiter beschleunigen? Ich ärgere mich, dass der Buß- und Bettag kein Feiertag mehr ist. Als Arbeitstag ist er ein Schritt in die falsche Richtung. Die christlichen Feiertage lasse ich mir nur ungern nehmen.

Zeit zum Zu-sich-Kommen, eine Heimat für ernste Gedanken, um das, was das Leben wesentlich macht. Das macht einen Feiertag aus und tut allen gut, an Weihnachten, Ostern wie heute.

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RPR1 'Angedacht': Leben ohne Geld

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 18. November 2008:

Sie braucht sich keine Sorgen um ihr Geld zu machen, denn sie braucht kein Geld: Die 66 jährige Rentnerin Heidemarie Schwermer lebt ohne Geld und festen Wohnsitz und das seit zwölf Jahren. Statt dessen tauscht sie. Arbeitskraft gegen Kost und Logis, Kinderbetreuung gegen Unterkunft, Kochdienst und Gartenarbeit gegen Beköstigung. Ihre eigene Rente verschenkt sie an Menschen in Not.

„Mein Vernetztsein, das ist meine Sicherheit.“ Sagt Frau Schwermer und zieht als Nomadin von Haus zu Wohnung bei Familien in der ganzen Bundesrepublik, die längst ihre Freunde geworden sind. Was sie voll Liebe in einen Garten pflanzt, daran erfreuen sich erst mal andere.

Erst übers Jahr sieht sie, was daraus geworden ist. Und was sonst noch so wächst: Auf ihre Anregung hin gibt es mittlerweile viele der sogenannten „Gib- und Nimmhäuser“ in Kiel und Krefeld, München und Berlin. Schon Mitte der 90er hatte die ehemalige Lehrerin, Bewegungs- und Psychotherapeutin Tauschringe im Ruhrgebiet gegründet. Sie wollte damit Mittellosen ohne Geld ein reiches und glückliches Leben ermöglichen. Auf neue Weise.

Die Rechnung ging auf. Für sich und andere. Sie lächelt entspannt: „Ich vertraue darauf, immer das zu bekommen, was ich zum Leben brauche.“

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Bischöfin Margot Käßmann liest zum Abschluss des Eifel-Literaturfestivals

„Wurzeln, die uns Flügel schenken“, „Was mich bewegt“, „Mehr als fromme Wünsche“ oder „Mit Herz, Mund und Händen“ – allesamt Bücher einer Frau, die hauptberuflich eigentlich gar keine Autorin ist, sondern Bischöfin: Margot Käßmann. Seit 9 Jahren ist sie im Amt als Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover – und gilt als prominenteste Protestantin. Sie bildete den Abschluss des Eifel-Literatur-Festivals, das am Freitag in Prüm zu Ende ging. „Spiritualität im Alltag leben“ war ihr Thema im dortigen Kongresszentrum. Unser Reporter Markus Ludwig war für den Evangelischen Rundfunkdienst in Prüm dabei und wollte von der Bischöfin und Autorin wissen, was Spiritualität eigentlich bedeutet.

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RPR1 'Angedacht': Wer will schon gerne Wurm sein?

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 17. November 2008:

Wer will schon gerne Wurm sein? Schon zu biblischen Zeiten hielt man den Wurm für das niedrigste aller Geschöpfe: „ Ich aber bin Wurm und kein Mensch ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.„

Ob Wurm oder Mensch, Mensch oder Wurm, eigentlich gibt es gar keinen so großen Unterschied. Der Molekulargenetiker Ralf Baumeister dazu: „Es gibt erstaunlich viele Gemeinsamkeiten von Mensch und Wurm.“ Mehr als die Hälfte aller Gene von Mensch und Wurm sind nämlich identisch, so die neusten Ergebnisse der Bioinformatik.

50% genetischen Code, die beim Fadenwurm entschlüsselt sind, haben auch wir Menschen zu bieten. Baumeister, übrigens ein Fan des Fadenwurms, gerät über das Wurmsein des Caenorhabditis elegans buchstäblich ins Schwärmen: wie sich Millionen von ihm in einer Handvoll Erde umeinander tummeln, klein wie ein Komma, geschmeidig und elegant. Wie sie den Humus bearbeiten und so weiteres Leben ermöglichen.

Wer will schon gerne Wurm sein? Falsche Frage, denn zu 50% sind wir es sowieso schon, Wurm. Eins ist jedenfalls sicher: Er ist nützlich, der Wurm. Und als Humusbereiter und Lebensspender keineswegs zu verachten.

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RPR1 'Angedacht': Ein Moment der Schwäche - Zum Volkstrauertag

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 bei Rockland Radio am Sonntag, 16. November 2008:

Mein Großvater war ein kräftiger Mann. Einer, der anpacken konnte. Einer, der die Dinge am liebsten selbst erledigte, mit seiner eigenen Hände Arbeit. Einer, der ungern von anderen abhängig war.

Umso verständlicher erscheint mir heute, dass die eine Begebenheit in seinem Leben, von der er mehrfach erzählte, ein Moment der Schwäche war.

Es war kurz nach Kriegsende, er war zwanzig Jahre alt und auf dem Weg in die russische Gefangenschaft. Dass er es überhaupt bis zum Ziel schaffte, verdankte er einem Kameraden, der ihn stützte und mitschleppte, als ihm selbst die Kräfte versagten. Dieser Kamerad rettete meinem Großvater das Leben, denn, so erzählte er, wer nicht selbst laufen konnte, am Wegesrand liegen blieb, der wurde erschossen.

Letztlich verdanke damit auch ich mein Leben diesem für mich namenlos gebliebenen Kameraden.

Mein Großvater hat den Krieg und die Gefangenschaft überlebt. Doch obwohl er ansonsten nicht viel darüber gesprochen hat, konnte man ihm die Spuren anmerken, die diese Erfahrungen hinterlassen haben:

in seiner Ernsthaftigkeit,
in seinen Schwierigkeiten mit Gott und Glaube,
und selbst im liebevollen Umgang mit seinen Enkeln, woraus er möglicherweise schließlich Trost und Hoffnung zog.

Heute, am Volkstrauertag, gedenke ich nicht nur der vielen Toten, die aus Kriegen hervorgingen – sondern auch dessen, was Kriege in den Überlebenden angerichtet haben und immer noch anrichten.

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Evangelischer Kirchenbote: Sponsorenlauf in St. Martin - Diakonisches Werk startet Kinderhilfsfonds

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 46/2008:

Die Not vor der eigenen Haustür lindern – Kinderhilfsfonds des Diakonischen Werkes Pfalz

Mit einem Sponsorenlauf in St. Martin hat das Diakonische Werk Pfalz am vergangenen Wochenende den Startschuss für einen Kinderhilfsfonds im Rahmen der im September eröffneten Kampagne gegen Kinderarmut in der Pfalz gegeben.

(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)

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Pfälzische Landessynode wählt Manfred Sutter zum Oberkirchenrat

Die Landessynode hat Manfred Sutter zum neuen Oberkirchenrat gewählt. Der Dekan des Kirchenbezirks Bad Bergzabern setzte sich im ersten Wahlgang mit 35 zu 20 Stimmen gegen die Öffentlichkeitsreferentin der Landeskirche, Marita Rödszus-Hecker, durch. Alexander Ebel vom Evangelischen Rundfunkdienst sprach mit dem Wahlsieger kurz nach der Entscheidung.

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