RPR1 'Angedacht': Mein Leben ohne mich

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 8. November 2008:

„Mein Leben ohne mich“ ist der Titel eines Films über das Leben und das viel zu frühe Sterben.

Doch auch ohne zu sterben führen manche Menschen so etwas wie ein „Leben ohne sich“.
Menschen, die sich einfach selbst vergessen haben, weil sie es immer wichtiger fanden, für andere zu sorgen.
Die das mit der Nächstenliebe falsch verstanden haben.
„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ enthält eine ganz klare Ansage: Erst muss ich mich selbst lieben, bevor ich Liebe für einen anderen empfinden kann.
Und: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst“ meint weder „liebe ihn mehr“ noch „liebe ihn weniger als Dich selbst“.

Aber auch Menschen, die sich schwer damit tun, auch mal einen Satz zu sagen wie: „Ich wünsche mir“ oder „Kann mir mal bitte jemand helfen?“.
Die schon das geringste Anzeichen, etwas für sich selbst zu beanspruchen, als unmoralisch und falsch empfinden.
Wir sind aber nur existenzfähig, wenn wir einen gewissen Anteil Egoismus in uns haben – sozusagen als Selbstschutz.
Als notwendigen Abstandshalter zwischen uns und anderen, die sonst so lange immer nur von uns nehmen würden, bis von uns selbst nichts mehr übrig wäre.
Nur noch dieses „Mein Leben ohne mich“.

Was wir unbedingt brauchen ist ein „gesunder Egoismus“, ein Ich-Bewusstsein, das die eigene Person nicht über oder unter andere stellt, sondern gleichwertig daneben.
Denn ganz ehrlich, so ein Leben ohne mich würde auch keinem anderen nützen!

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RPR1 'Angedacht': Mit dem Kopf durch die Wand

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 7. November 2008:

Als Kind hatte ich ein Buch, in dem ein Mann durch Wände gehen und so ins Schicksal eingreifen konnte.
Fand ich toll.
Mann, klar weiß ich, dass das unmöglich ist. Will ich ja auch gar nicht.
Aber manchmal so ein bisschen mit dem Kopf durch die Wand zu kommen, das wär‘ gar nicht so übel.

Nur, das eine ist das Wollen. Das andere das Können. Und leider sehr häufig – und da liegt mein Hauptproblem – das dritte das Dürfen.
Oft sind es andere Menschen, die entscheiden und mich nicht machen lassen, was ich am liebsten täte. Manchmal einfach nur die Umstände…
Und das macht mich so hilflos.

Dürfte es aber eigentlich nicht. Denn wenn ich wirklich Christ sein will, dann heißt mein Gebet nicht: Herr, mach, dass diese anderen sich für mich entscheiden. Sondern: Dein Wille geschehe.

Natürlich ist es bitter, dass erst einmal Stopp ist, wo ich dachte, dass es logischerweise weitergehen muss.
Aber: Herr, Dein Wille geschehe.
Daran muss ich mich immer wieder erinnern, wenn ich mal wieder mit dem Kopf durch die Wand will und mir Beulen hole.
Möglich, dass der Weg ja tatsächlich hier weiterführt. Aber dann eben noch nicht jetzt.

Okay. Warten ist nicht eine meiner stärksten Eigenschaften.
Aber umso mehr muss ich meine Fähigkeit zu vertrauen pflegen.
Dein Wille geschehe, und den kann ich nicht vorhersehen.
Aber ich kann darauf vertrauen, dass dabei nichts passiert, was mir schadet.

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Evangelischer Kirchenbote: Treffen der rheinland-pfälzischen Tafelvereine - Entsetzen über das Ausmaß der Not

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 45/2008:

Treffen der rheinland-pfälzischen Tafelvereine – Entsetzen über das Ausmaß der Not

Die rheinland-pfälzischen Tafelvereine wollen enger zusammenarbeiten und deutlicher als bislang auch politische Forderungen stellen. In Rheinland-Pfalz erhalten inzwischen monatlich etwa 30 000 Menschen von den Tafeln kostenlose Lebensmittel.

(Sprecher: Alexander Ebel, erd Pfalz)

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RPR1 'Angedacht': Ich bin Ich

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 6. November 2008:

Sie und ich, wir sind vermutlich nicht die einzigen, die gerne schon mal jemand anderes gewesen wären. Schließlich hat sich ja keiner von uns ausgesucht, der zu sein, der man ist. Und Grund, mit dem eigenen Ich zu hadern, gibt es immer wieder.
Sei es das Aussehen, das Verhalten, die Lebensumstände…

Viele fangen dann an, nach Vorbildern zu suchen und ahmen sie nach. Kleiden sich wie Madonna, bewegen sich wie Germanys next Topmodel, oder versuchen wenigstens durch bestimmte Attribute einem anderen Lebensstil nahezukommen,
z. B. indem sie anfangen Golf oder Polo zu spielen.

Zu einem glücklicheren und vor allem selbstbewussteren Leben wird dieses Eins-zu-Eins-Abbilden von anderen aber kaum führen.
Ein Sprichwort sagt: „Eine Ziege wird noch lange kein Rabbi, nur weil sie einen Bart trägt“.
Das heißt also, es verändert sich noch lange nichts wirklich, nur weil man die Verpackung tauscht.

Nachahmung an sich ist nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil: sie ist Grundlage für viele Lernprozesse. Dass wir sprechen können, verdanken wir der Fähigkeit, nachzuahmen, was andere uns vorgesprochen haben. Aber im Laufe der Zeit haben wir daraus etwas Eigenes gemacht. Unsere persönliche Sprechweise.

Vorbilder sind wichtig. Fatal ist, wenn wir zu ihren bloßen Abbildern werden.
Und als erkennbare Kopie von jemand anderem durchs Leben zu laufen, das ist alles andere als ein Ausdruck von Persönlichkeit!

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RPR1 'Angedacht': Sorget euch nicht!

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 5. November 2008:

Manchmal wache ich nachts auf – schweißgebadet, verwirrt, und brauche einen langen Moment, bis mir einfällt, womit sich meine Gedanken im Schlaf zuletzt beschäftigt haben: Ich habe mir Sorgen gemacht, wie so oft und nicht nur nachts.

Meine Sorge kreist mal um meine Eltern, die mehr und mehr zu spüren bekommen: Alt werden ist zunehmend mit Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit verbunden. Mal um meine Kinder, denen die Zukunft noch bevorsteht – aber nicht nur als Land der unendlichen Möglichkeiten, sondern als ein Teil des Lebens, für den heute schon Weichen gestellt werden müssen. Und manchmal reicht eine unerwartet teure Reparatur, um zu verzweifeln, weil am Ende des Geldes noch soviel Monat übrig ist.

„Sorget euch nicht“, fordert uns Jesus im Matthäusevangelium auf. Er weiß genau, wie ruhelos und unglücklich wir in diesem Zustand der ständigen Sorge sind. Und er verspricht, dass wir alles, was wir brauchen, von seinem himmlischen Vater bekommen werden. Dazu sollen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: „Sucht zuerst sein Reich – und all das, was ihr braucht, wird euch dreingegeben werden“.

Die Sorge ist eine ungemütliche Begleiterin. Und mein Leben wird durch sie ganz bestimmt nicht besser, nicht sicherer und ich vor allem nicht zufriedener. Warum also nicht Jesus beim Wort nehmen? Ich finde, einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!

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RPR1 'Angedacht': Gurken mit Persönlichkeit

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 4. November 2008:

Ich kenne ein paar Leute, die fänden es vermutlich schön, wenn sich die europäische Gurkenverordnung auch auf das Leben im Allgemeinen übertragen ließe. Das wäre dann genormt und somit frei von unliebsamen Überraschungen. Sozusagen: geradlinig.

Da gäbe es keine nächste Biegung, hinter die man nicht schauen könnte. Da wäre schlicht nichts und niemand, das einem auflauern könnte.

Versuche, grade zu biegen, was sich noch krümmt, gibt es ja einige:

Kinder im Kindergarten, in der Schule und am besten auch noch in der Familie sollen geradlinig sein, ohne Ecken und Eigenarten, damit sie den Lehr- und Erziehungsplan problemlos erfüllen. Für individuelles Entwicklungstempo ist keine Zeit eingeplant.

Auch der Lebensweg sollte geradlinig verlaufen, eine Biographie ohne Abstecher und Seitenpfade: Schule, Ausbildung, Berufserfahrung, alles möglichst ohne Unterbrechungen, schließlich soll ja nicht alles in einer Sackgasse enden.

Dabei sieht es in der Natur ganz anders aus: dort sind die Wege meist gebogen. Was sie besonders spannend und verführerisch macht. Und das Beste ist: auch sie führen zu einem Ziel, von dem auch wieder neue Wege ausgehen.

Was ich Ihnen heute zusprechen möchte, ist Mut.

Mut zum Anderssein, zum Abweichen von der Norm, zum Entwickeln von Persönlichkeit. Mut, auch mal Zick-Zack-Pfade im Leben zu gehen. Mut, keine europäische Gurke zu sein, von denen eine aussieht wie die andere.

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RPR1 'Angedacht': Stille in der lauten Stadt

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 3. November 2008.

New York, Kairo, Lima , Athen, Prag…diese Städte liegen an ganz unterschiedlichen Punkten der Erde.
Aber sie haben eines gemeinsam:
jede davon ist eine laute Stadt.

Laut und hektisch bewegen sich Verkehr und Menschen dicht gedrängt durch die Straßen.
Lärm und Hektik sind tägliche Begleiter –
selbst für uns, die wir nicht unbedingt in einer Großstadt leben.

„Komm in unsre laute Stadt, Herr mit deines Schweigens Mitte“, hat Hans von Lehndorff in einem Kirchenlied diese Alltagssituation aufgegriffen.
Und gleichzeitig hat er beschrieben, was wir dringend brauchen: Stille.
Die aber finden wir nicht, wenn wir ständig in Gesellschaft und Aktion sind.

Und Gott, den finden wir auch nicht,
wenn wir permanent in Bewegung von A nach B sind.
Denn ein geistliches Leben kann es nicht einfach mal so schnell nebenbei geben. Wenn wir wollen, dass Gott in unserem Leben sichtbar wird, uns führt und unterstützt,
dann müssen wir uns auch Zeit für ihn nehmen.
Nicht nebenbei, sondern ganz gezielt.
Zeit, die wir ganz allein mit ihm verbringen.

„Geh in dein Zimmer, schließ die Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“, sagt Jesus.
Es wird vermutlich eine Weile dauern, bis es uns gelingt, dabei auch die innere Unruhe zum Schweigen zu bringen.
Aber wenn wir konsequent dabei bleiben und jeden Tag ein wenig Zeit für das Gebet einplanen, werden wir erleben, wie positiv sich diese „Stille Zeit“ auf unser Leben auswirkt.

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