RPR1 "Angedacht": Du bist mein Engel!

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 30. Januar 2010.

Ich bin Verena Gaul von der evangelischen Kirche.

„Du bist mein Engel“, als ich klein war hat das meine Mutter oft zu mir gesagt. Heute – viele Jahre später – darf ich mich fast täglich daran erinnern. Denn Engel liegen auch fünf Wochen nach Weihnachten noch ziemlich im Trend. Es gibt sie auf den Titelseiten von Büchern, als Schlüsselanhänger oder einfach aus Schokolade.

Dabei sind Engel keine moderne Erfindung. Schon vor vielen Jahren haben Menschen ihre Erfahrungen mit Engeln gemacht. Zum Beispiel der Prophet Elia im Alten Testament.

Er ist ein gläubiger Mann, der dafür kämpft, dass die Menschen Gottes Gebote einhalten. Doch eines Tages fühlt Elia sich müde. Er setzt sich unter einen Strauch und will nicht mehr weitergehen.

Da schickt ihm Gott einen Engel. Der bringt ihm Brot und Wasser und ermuntert ihn, seinen Weg fortzusetzen. Und Elia merkt: Gott sieht meine Kraftlosigkeit und er lässt mich damit nicht allein, sondern er sendet mir einen Engel.

Aber das muss nicht immer eine Gestalt mit Flügeln sein. Ein Engel, das können auch Men-schen sein wie Sie und ich, die für einen anderen Menschen da sind.

Also aufgepasst: Vielleicht kreuzt ja heute so ein Mensch Ihren Weg, zu dem Sie sagen können: „Du bist mein Engel!“

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Rockland Radio "Feels like heaven": Eine ganz simple Regel.

Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 30. Januar 2010.

Sie war 16. Blond. Auf ihre Art hübsch. Mit Grübchen um den Mund. Sie saß vor mir und weinte.

Die anderen in der Schule machen sie fertig, sagt sie. Niemand arbeitet mit ihr zusammen. Niemand setzt sich neben sie. Und wenn sie kommt, fangen die anderen an, zu lachen.

„Ich will gar nicht, dass wir Freunde werden“, erklärt sie. „Aber dass sie mir wenigstens Hallo sagen, wenn ich den Raum betrete.“

Das ist Mobbing. Am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verein.

Das ist nicht einfach nur schlechte Stimmung – das ist das Letzte: einen Menschen ausgrenzen, schikanieren – nur weil er anders ist. Weil er Pickel hat, eine Brille oder eine Zahnspange trägt, nicht so hip gekleidet ist, sich anders verhält. Oder, weil er irgendetwas besser kann als andere und so mehr Erfolg hat.

Zum Mobbing gehören immer mehrere. Der, der mobbt und diejenigen, die weggucken und nichts dagegen tun. Dabei ist derjenige, der gemobbt wird, auf die Hilfe der anderen angewiesen.

Darauf, dass sie ein Wort aus der Bibel ernst nehmen. Und zwar die goldene Regel. Sie steht im Matthäusevangelium. Und lautet:

„Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst behandelt werden wollt.“

Eigentlich ganz simple. Oder?

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Sinkendes Gelände und Hausschwamm. Vier Kirchen in der Landeskirche geschlossen oder von Schließung bedroht.

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 5, zum 31. Januar 2010.

(Sprecher: Dejan Vilov)

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Die Veränderung, die ich mir wünsche.

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Angedacht” bei RPR1 “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 29. Januar 2010.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“

Diesen Satz hat der indische Kriegsgegner Mahatma Gandhi gesagt. Gandhi war sich absolut sicher: Wenn ich will, dass sich irgendwas verändert, dann muss ich erst einmal bei mir anfangen. Wenn ich will, dass weniger Gewalt herrscht, dann muss ich aufhören mit Fäusten zu schlagen. Wenn ich will, dass sich Menschen mehr zuhören, dann muss ich anfangen zuzuhören. Wenn ich will, dass weniger Fremdenhass herrscht, dann muss ich aufhören, andere Menschen auszugrenzen.

In der Bibel heißt’s so ähnlich: Liebe deine Feinde. Und bei Jesus stand auch der Gewaltverzicht in ganz hohem Kurs. Das hat sich Ghandi zum Vorbild genommen. Auf der einen Seite wollte er Widerstand leisten gegen die Unterdrückung der Inder durch die britischen Besatzer. Aber auf der anderen Seite wollte er auch weniger Gewalt in der Welt.

Also hat er begonnen, gewaltlos Widerstand zu leisten. Mit einem knapp 400 Kilometer langen Marsch hat Gandhi gegen das britische Monopol zur Salzgewinnung demonstriert.

Und er hat Erfolg gehabt: Im Jahr 1947 war Schluss mit der Besatzung Indiens durch englische Truppen. Indien hatte seine Unabhängigkeit zurück. Dieses Beispiel zeigt mir, wie viel ich ganz ohne Gewalt erreichen kann, wenn ich Gandhis Satz ernst nehme:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!“

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Kirchen zum Anbeißen. Bad Dürkheimer Buchhändler verkauft besondere Pasta.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Augen auf!

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 28. Januar 2010.

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine allererste Fahrstunde, wobei: diesen Namen hatte sie eigentlich nicht verdient. Wirklich gefahren bin ich nämlich gar nicht.

Stattdessen hat mir mein Fahrlehrer ganz ausführlich das Auto erklärt. Dann durfte ich noch ein paar Mal anfahren üben und schon war die Stunde zu Ende.

Das heißt: noch nicht ganz, denn ganz am Schluss hat mir mein Fahrlehrer noch seine oberste Regel beigebracht: Augen auf im Straßenverkehr!

Ich finde das ist eine gute Regel, denn genau deshalb hat Gott uns Augen geschenkt: damit wir sie öffnen! Aber nicht nur im Straßenverkehr. Unsere Augen können mehr als erkennen, ob die Ampel rot ist, ein Reh über die Straße läuft oder unser Vordermann auf einmal scharf bremst.

Mit Hilfe meiner Augen sehe ich, was in meinem Leben und bei meinen Mitmenschen klappt oder nicht. Wo der Motor wie geschmiert läuft oder wo Sand im Getriebe ist. Wo die Fahrbahn gut ist oder wo ich viele Schlaglöcher umfahren muss.

Und mit offenen Augen kann ich auch sehen, wann es Zeit ist, mal einen Gang zurückzuschalten oder eben mehr Gas zu geben in meinem Leben.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?

Pfarrerin Verena Gaul, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 27. Januar 2010.

Schwarzer Mantel, schwarze Mütze und Vollbart, so wird der Reformator Philipp Melanchthon auf vielen Bildern dargestellt. In diesem Jahr jährt sich sein Todestag zum 450. Mal.

Philipp Melanchthon war ein Freund von Martin Luther. An der Universität in Wittenberg haben sich die beiden Männer kennen gelernt. Melanchthon war Lehrer für Griechisch und später auch – wie Martin Luther – für Theologie.

Aber nicht nur das war eine Gemeinsamkeit der beiden, sondern vor allen Dingen, dass sie Seite an Seite für die Reformation in Deutschland und Europa gekämpft haben.

„Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein.“ – das war der Wahlspruch von Philipp Melanchthon. Für mich heißt das: Wenn ich Gott an meiner Seite habe, dann kann ich für eine Sache, die mir und anderen wichtig ist, kämpfen.

Mit Gott an meiner Seite bin ich mutig und ich treten entschlossen für das ein, was mir wichtig: Ob dies ein guter Unterricht an Schulen ist oder mein Traum, den ich verwirklichen möchte oder ob das der Freund ist, den ich vor anderen verteidige.

Und das Wichtigste: Ich habe die Kraft dazu und daran merke ich: Gott ist da!

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