SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Nicht erschrecken!
Pfarrerin Annette Bassler, Mainz, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 04. Januar 2010.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Wie die Zeit vergeht...
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 02. Januar 2010:
Wie die Zeit vergeht: Das Neue Jahr ist schon wieder fünf Wochen alt. Nein, keine Angst, Sie haben es nicht übertrieben beim Ausschlafen des Silvesterrausches.
Natürlich meine ich nicht das weltliche Jahr, das am 1. Januar beginnt – sondern das Kirchenjahr. Das beginnt am 1. Adventssonntag, und der ist schon wieder fast fünf Wochen her.
Die Adventszeit ist vor allem eine Zeit der Erwartung, der Hoffnung und der Sehnsucht. Damit beginnen alle christlichen Feste und deshalb auch das ganze Kirchenjahr. Die Ankunft Gottes in der Welt wird erwartet. Er wird geboren als Mensch in Jesus Christus. Das Dasein jedes einzelnen Menschen aber beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern damit, dass er erwartet wird.
Haben das weltliche Jahr und das Kirchenjahr aber darum gar nichts miteinander zu tun? Ich meine, das Gegenteil ist der Fall. Dass das Kirchenjahr vor dem säkularen Jahr beginnt, verstehe ich als ein Symbol, das besagt: Gottes Zeit kommt vor der Menschenzeit, seine Zeitrechnung geht der unseren voraus.
Genau das ist Grund zu Hoffnung und Zuversicht im Jahr 2010: Gott ist schon da, wenn und wohin wir erst noch kommen – und was auf uns auch zukommen mag.
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RPR1 "Angedacht": Von Angesicht zu Angesicht.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 02. Januar 2010:
Männlich oder weiblich? Groß oder klein? Lange Haare oder Glatze? Mit Bart oder ohne? Wie stellen sie sich Gott vor? Wen sehen sie vor ihrem inneren Auge, wenn sie von Gott oder mit Gott sprechen, wenn sie beten?
Gott sehen von Angesicht zu Angesicht – das war der große Wunsch von Mose im Alten Testament. Er drängt geradezu darauf, bittet Gott um diesen einen Gefallen. Vielleicht um seine Stellung als Anführer des Volkes Israels zu legitimieren, vielleicht aber auch nur, um sein eigenes Bild von Gott zu überprüfen.
Und was macht Gott? Der stellt Mose in eine Felsspalte, hält ihm die Augen zu und zieht vorüber, ganz dicht. Dann nimmt er die Hand weg und Mose darf ihm lediglich hinterher schauen.
Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, ist ein alter Traum der Menschheit. Wir sehnen uns nach dem Angesicht, dem zugewandten Gesicht Gottes. Nach seinem Glanz, seiner Herrlichkeit. Und doch sind es vielleicht genau unsere Vorstellungen davon, wie Gott zu sein hat, die uns den Blick für das Gesicht Gottes verstellen. Die uns Gottes Gesicht nicht gleich erkennen lassen, weil wir es eben so, wie es uns begegnet, nicht vermuten.
Und so kommt es, dass es Situationen gibt, in denen Gottes Herrlichkeit vorüber geht, ganz nah, uns vielleicht sogar berührt und wir erst aus der Nachschau erkennen, dass wir gerade Gott begegnet sind.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Neues Gottvertrauen.
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 01. Januar 2010:
Ein Mensch hat Angst. Er weiß, dass er sich bald von seinen Freunden verabschieden muss. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann steht ihm ein Leidensweg bevor, an dessen Ende der Tod wartet. Dennoch ist er es, der seinen Freunden Mut macht: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“ (Joh 14, 1), sagt Jesus zu seinen Jüngern.
Diesen Zuspruch haben die Kirchen als Jahreslosung über das Jahr 2010 gestellt. Er leitet uns dazu an, in allem, was auf uns zukommt – mögen es auch Verluste und Abschiede sein – das Vertrauen zu bewahren, dass Gott es gut mit uns meint.
In Jesus Christus ist er uns nahe gekommen und hat uns gezeigt, wie viel wir ihm bedeuten: In Gottes Haus sind viele Wohnungen, so drückt Jesus es aus. Das heißt doch, in anderen Worten: Bei unserem himmlischen Vater ist viel Platz. Bei Gott rennen wir offene Türen ein.
Diese Hoffnung macht ängstliche Herzen fest. Damit können wir alle Herausforderungen angehen, die das Leben uns bringt. Die Verheißung ist unwiderruflich – denn es ist Gott selbst, der sie durch seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gebracht hat.
Also: Fasst euch ein Herz. Glaubt an Gott. Macht 2010 zum Jahr eines neuen Gottvertrauens.
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RPR1 "Angedacht": Gute Vorsätze.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 01. Januar 2010:
Gute Vorsätze für das neue Jahr – haben sie sich welche vorgenommen? Haben sie Dinge, die sie im neuen Jahr ändern, anders machen wollen? Vielleicht haben sie sich gestern Abend vorgenommen, im neuen Jahr noch effektiver zu arbeiten, sich mehr Zeit für sich oder für ihre Familie zu nehmen oder mit dem Rauchen aufzuhören.
So ein Jahreswechsel kann Schwung in unser Leben bringen. Gute Vorsätze lassen uns vorausschauen, planen und träumen. Freilich sind die meisten Vorsätze oft schon nach wenigen Wochen vergessen, das Jahr ist dann auch nicht mehr neu. Andere begleiten uns länger, halten vielleicht das ganze Jahr über bis zum nächsten Jahreswechsel.
So zum Beispiel die Jahreslosung der Herrenhuter Brüdergemeine. Man könnte auch sagen: sie ist ein jährlich wechselnder Lebensbegleiter. Es ist jeweils ein zufällig ausgeloster Bibelvers, der begleiten möchte, verheißen, versprechen, Zuspruch geben oder Ansprüche stellen.
Die Jahreslosung 2010 kommt aus dem Johannesevangelium und ich finde, sie passt gut in unsere krisengeschüttelte Zeit. Und gerade deshalb könnte sie auch für sie ein Lebensbegleiter werden, sie lautet: Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
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