RPR1 "Angedacht": So viele Spuren!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 26. März 2010:

In meinen neunten Klassen habe ich kürzlich ein Experiment durchgeführt: Wir haben untersucht, ob es möglich ist, einen Tag lang keine Spuren zu hinterlassen – elektronische Spuren. Ein Tag ohne Daten: Ob das geht?

Die meisten von uns wissen kaum, wie viele persönliche Daten sie täglich preisgeben. Meistens geschieht das unbemerkt. Jede Nutzung des Internet, jeder Handykontakt, Bezahlen mit EC-Karte, der Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen: überall hinterlassen wir eine Datenspur.

Um das zu vermeiden, müssten wir unser leben gewaltig umstellen: Das Handy nicht mal einschalten, schon das wird registriert; das Gleiche gilt fürs Festnetz. Beim Einkaufen nur bar bezahlen, EC- und Payback-Karte stecken lassen – vorausgesetzt, das Geschäft wird nicht videoüberwacht. Weil es das aber kaum noch gibt, heißt das: die häuslichen Vorräte aufbrauchen.

Autofahren geht auch nicht, weil an jeder größeren Kreuzung und jeder Tankstelle Kameras hängen. Das gilt auch für Bahnhöfe und öffentliche Plätze. Also: Lieber zu Hause bleiben!

Ein Leben ohne Datenspuren? Theoretisch ja, praktisch so gut wie unmöglich.

Anders ist es mit den Spuren, die nicht digital sind: Spuren bei anderen Menschen, Spuren bei Gott. „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“

Diese Form der Transparenz finde ich wohltuend. Sie macht mir keine Angst, sondern befreit mich. Ein Gott, vor dem sich niemand verstellen und verstecken muss. Dem öffne ich mich gerne.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Was ist erlaubt?

Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 25. März 2010.

„Gell, Papa, die Paula darf mich nicht einfach so schubsen, dass ich hinfalle?“, fragt mich meine Tochter. “Nein, das darf Paula nicht”, antworte ich. Oft genug redet meine Tochter mit mir darüber, was „man“ darf und was nicht. Aber das ist nicht nur für Kinder interessant.

Kirche und Gesellschaft diskutieren seit Wochen über die Frage: was ist erlaubt? Ist Alkohol am Steuer ein Kavaliersdelikt? Ich sage: Nein. Ebenso wenig wie es in Ordnung ist, Steuern zu hinterziehen. Aber wie sieht es aus, wenn die Bundesregierung gestohlene Daten von Steuerhinterziehern kauft? Heiligt da der Zweck die Mittel?

Um Fragen nach Moral und was man darf oder eben nicht darf zu beantworten, brauchen wir Normen, Regeln und Gebote. Die Bibel gibt dabei für mich eine tragfähige Richtung vor. Darauf bauen seit Jahrtausenden unsere Gesetze und Regeln auf. Prinzipiell gilt: was mir und anderen schadet, ist verboten. Und wer dagegen verstößt, muss dafür gerade stehen.

Paula hat sich bei meiner Tochter übrigens entschuldigt. Und dieser Schritt gehört für mich auch dazu.

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RPR1 "Angedacht": Der reichste Mensch der Welt.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 25. März 2010:

„Wenn ich sterbe, kann ich nichts davon mitnehmen“, sagt der reichste Mensch der Welt über sich selbst. Sein Name? Nein, nicht Bill Gates. Der steht in Sachen Reichtum weltweit jetzt auf dem 2.Platz.

An der Spitze der reichsten Menschen steht seit diesem Jahr ein Mexikaner: Carlos Slim. Sein Vermögen: 53 1/2 Milliarden Dollar! Und das in einem Land, in dem Millionen Menschen in Armut leben.

Wie Carlos Slim so reich geworden ist? Er besitzt den größten Telefonkonzern in Mexiko und mischt auch weltweit kräftig mit. 2 Millionen Dollar verdient er pro Stunde.

Ist so viel Reichtum verwerflich? Nein. Immerhin bietet sein Imperium 210.000 Menschen Arbeit. Bedenklich ist schon eher, dass ein Einzelner so viel wirtschaftliche Macht in seinen Händen hält.

Aber seinen Reichtum gönne ich ihm. Glück kann er sich davon nämlich nicht kaufen. Und ein längeres Leben auch nicht.

Das Neue Testament erzählt von der Begegnung zwischen Jesus und einem reichen Mann. Der fragt, was er tun muss, um ewig zu leben. Jesus antwortet ihm, dass sein Reichtum ihm dabei nicht helfen wird und dass er sich davon lösen soll. Dazu fehlt dem Reichen der Mut. Jesus verurteilt ihn deshalb nicht. Er bedauert ihn nur.

Ich glaube nicht, dass Jesus etwas gegen finanziellen Reichtum hat. Ihm geht es um Gerechtigkeit. Im Himmel, so verstehe ich Jesus, gibt es keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Also soll es die auf der Erde auch nicht geben.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Apfel der Versuchung.

Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 24. März 2010.

„Wir nennen ihn iPad!“ Das hat der Chef der Computerfirma mit dem angebissenen Apfel gesagt. Er meinte damit das neueste Produkt aus seinem Haus. Ein Kleincomputer, die die Welt angeblich revolutionieren soll. Alles soll damit anders, einfacher werden, auch das Lesen von Büchern unterwegs.

Der iPad – dem einen winkt damit das große Geschäft. Für den anderen ist es eher der Apfel, von dem Adam und Eva im Paradies gegessen haben. Damals mussten die beiden seinetwegen das Paradies verlassen und morgen macht der Apfel vielleicht alle Druckerzeugnisse überflüssig. Was wird dann aus der Bibel, dem Buch aller Bücher?

Ich denke, die Bibel wird es überleben. Denn natürlich gibt es sie längst schon elektronisch, inklusive der Geschichte von Adam, Eva und dem Apfel. Ich kann sie im Internet, auf CD-Rom oder auch auf modernen Handys lesen.

Und das ist gut. Denn für mich ist es völlig egal, ob jemand die Bibel als dickes altes Buch mit Goldschnitt in die Hand nimmt. Oder sich die Geschichten von Gott und Jesus auf einem silbernen Alucomputer zu Gemüte führt. Die Bibel beinhaltet nämlich eine Menge spannender Geschichte. Aber lesen Sie selbst.

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RPR1 "Angedacht": Hände ohne Handschuhe.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 24. März 2010:

„Fünf Brötchen bitte – aber nicht mit der Hand anfassen!“ verlangt die Kundin vor mir in der Bäckerei. Die Verkäuferin ist sichtlich überrascht – das hatte bisher noch niemand von ihr verlangt.

Dann steckt sie die Brötchen mit einer Gebäckzange in die Tüte. „Handschuhe haben wir nicht“, entschuldigt sie sich. Und wirft mir einen vielsagenden Blick zu.

Kein Zweifel: Hygiene ist wichtig. Aber alles mit Vernunft und Augenmaß. Zu viel Hygiene schadet mehr als dass sie nützt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind wir immer noch Menschen aus Fleisch und Blut.

Wir haben tagtäglich unzählige Körperkontakte, ohne dass wir uns mit Handschuhen oder Mundschutz gegen unerwünschte Folgen absichern. Lebenspartner, Kinder, Kollegen, Fremde irgendwo im Menschengewühl – da geschieht es zwangsläufig, dass wir uns näherkommen, gewollt und ungewollt.

Nur bei Brötchen soll der Spaß aufhören? Da ist nackte Haut auf einmal nicht mehr sexy? Ich bin da nicht so pingelig. Für mich liegt im Weitergeben von Brot mit der bloßen Hand etwas Elementares.

Es erinnert mich an die Bitte des Vaterunser um das tägliche Brot. Und macht mir klar, wie wichtig das Geben und das Empfangen für mein Leben sind. Hände sind ein Sinnbild dafür. Auch ohne Handschuh.

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Offensive Bildung: UNESCO-Preis für Kitas im Prot. Kirchenbezirk Ludwigshafen.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” vom 28.03. auf RPR1.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Frühlingserwachen.

Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 12. März 2010.

Seit dieser Woche ist Frühling. Das sagt mir der Kalender und er hat recht: das kann ich selbst spüren: Denn egal, wie das Wetter heute auch ausfällt: Zum ersten Mal in diesem Jahr kann ich die Natur wieder riechen.

Es hängt noch ein letzter Rest des alten, modrigen Wintergeruchs in der Luft. Er passt zur Passionszeit, den 40 Tagen, in der Christen sich an das Leiden Jesu erinnern. Langsam geht die Passionszeit ihrem Höhepunkt entgegen – und damit auch ihrem Ende. Karfreitag. Jesus stirbt am Kreuz. Ende, Aus, Vorbei. Zu seinem Leiden und seinem Tod passt der muffige Geruch der Erde.

Aber darunter mischt sich schon der Duft von Blumen, die zaghaft aus der Erde kommen. Die Natur verändert sich grundlegend. Sie wechselt von Kälte und Tod auf Wärme und Leben.

Mir geht es genauso. Ich spüre neue Kräfte. Es drängt mich nach draußen, auf mein Mountainbike, raus in die Wälder. Um diesen Geruch nach Blumen und Frühling richtig tief einzuatmen.

Für mich ist es der Duft von Ostern. Da bricht nicht nur die Natur aus sich heraus. Der Geruch des Todes ist dann definitiv zu Ende. Es gibt neues Leben. Zeit zum Auferstehen.

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