RPR1 "Angedacht": Flutlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 29. Dezember 2010:

Helles Flutlicht beleuchtet den Rasen und die Tribünen auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, wenn die roten Teufel in der Dämmerung oder am Abend in ihrem Stadion spielen.

Das Fritz-Walter-Stadion ist noch nicht nach einem Finanzmagnaten benannt, sondern nach einem Ausnahmesportler. Aber selbst wenn es einmal soweit käme, dass man den Namen austauschte, die Fans des FCK gingen dann immer noch „uff de Betze“. Über der Stadt thronend, hat der Berg gerade bei Flutlichtspielen etwas Majestätisches, Beeindruckendes.

Der Betze ist so etwas wie der Heilige Berg der Stadt. In vielen Kulturen und zu allen Zeiten galten solche Berge als Sitz der Götter. Man betrachtete und bestieg sie mit Ehrfurcht, man gab ihnen Namen. Auf den Betzenberg pilgern an den Wochenenden Scharen von Menschen hinauf, nehmen Auszeit vom Alltag, huldigen ihren „Fußballgöttern“.

Unter den Besuchern entsteht für kurze Zeit ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Fußball ist ein Stück Leben, in dem sich Hoffnung und Enttäuschung, Freude und Niedergeschlagenheit verdichten.

Mit Herzblut sind viele Fans sicher auch in der Rückrunde wieder dabei und hoffen auf gute Ergebnisse, freuen sich über die gute Gemeinschaft und achten auch die Leistungen der anderen.

Der wahre Fan beherzigt eben das Fairplay. Es ist die Spielart einer biblischen, der „Goldenen Regel, die da lautet: „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt“

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RPR1 "Angedacht": Mondlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 28. Dezember 2010:

Es ist dunkle Nacht. Nur Mond steht am Himmel. Und scheint, einem Scheinwerfer gleich, die Statur eines afrikanischen Königs vor dem Pfalztheater in Kaiserslautern zu beleuchten. Kolossal steht die Figur aus weißem Carrara-Marmor vor dem Schauspielhaus. Ein wenig Theateratmosphäre, bei der die Natur die Regie führt.

Licht in der Dunkelheit, der Mond als Scheinwerfer. So scheint es. Es ist eine Illusion, wie so vieles vor und im Theater, denn der Mond leuchtet nicht. Man kann ihn nur deshalb nachts sehen, weil er von der Sonne angestrahlt wird.

Der Mond regt die Phantasie vieler Menschen an. Romantische und Abergläubige. So schreiben viele dem Mond besondere Kräfte zu. Sie orientieren sich an Mondkalendern, die Auskunft darüber geben, wann die günstigen Tage zum Fensterputzen sind oder dass man Radieschen am Besten im Einklang mit dem Mond pflanzt.

Diesen oder ähnlichen Mond-Mythen haben schon vor mehr als 2.500 Jahren die Verfasser der biblischen Schöpfungsgeschichte widersprochen. Für sie waren Mond und Sonne nichts anderes als Lichter beziehungsweise Lampen, die die Funktion haben, Tag und Nacht zu unterscheiden und damit die Zeit bestimmen zu können.

Die Statur des afrikanischen König indes kann bei den Betrachtungen über den Mond gelassen bleiben. Denn angeleuchtet wird sie des nachts nur scheinbar vom Mond. In Wirklichkeit ist es eine Straßenlaterne, die sie anstrahlt.

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RPR1 "Angedacht": Krankenhauslicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 27. Dezember 2010:

Hierher geht niemand gerne, erst recht nicht im Advent oder über Weihnachten. Im Krankenhaus ist es nicht schön. Wer hier als Patient ist, der ist krank, oft schwer krank und er sucht Hilfe. Da zählt ärztliche Kunst, professionelle Pflege, erfolgreiche Rehabilitation.

Entsprechend sachlich, nüchtern geht es zu. Die Architektur besticht nicht durch Schönheit, die Ausgestaltung der Räume nicht durch Gemütlichkeit. Sauber muss alles sein, steril. Das Krankenhaus hat einen unverwechselbaren „Geruch“.

Diejenigen, die hier arbeiten, haben nicht nur mit Patienten zu tun, sie beschäftigt auch der Kostendruck, Arbeitskräfteabbau, der schnelle Wandel der medizinischen Technik und Therapie, Untersuchungen im Fließbandtempo, kürzere Verweildauern, höhere Patientenzahlen. Der Arbeitsalltag der Krankenhausmitarbeiter hat sich so verdichtet, das kaum noch Zeit bleibt für das Zwischenmenschliche.

Und doch gibt es die kleinen Lichtpunkte im Klinikalltag: Lichterketten, leuchtende Weihnachtssterne. Gleichsam ein kleiner Fingerzeig, dass es manchmal nur minimaler Veränderungen bedarf, um den gewohnten Alltag für einen Augenblick dem Besonderen zu öffnen. Ein kleiner Händedruck, ein freundliches Lächeln, ein kurzer Besuch, ein stilles Gebet.

So gehören Leib und Seele, gute Medizin, gute Pflege und gute Seelsorge zusammen. Wo Menschen wie im Krankenhaus an die Grenzen des Lebens geraten oder sich ausgeliefert fühlen, ist Beistand und Ermutigung nötig. Die kleinen Lichtpunkte sagen: das Krankenhauspersonal ist ansprechbar. Und Gott auch.

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RPR1 "Angedacht": Scheinwerferlicht.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 26. Dezember 2010:

Einmal im Scheinwerferlicht stehen. Wer träumt nicht davon? Die große Bühne für mich allein. Aus dem Hintergrund an die Rampe treten, aus dem Dunkel ins Licht. Und bewundert werden von den Zuschauern im Publikum. Wie schön wäre das. Ich selbst ein Star, ein Stern vor dem Bühnenhimmel. Der Lichtkegel ist nur auf mich gerichtet.

Bühnenscheinwerfer sind so konstruiert, dass sie schwenk- und neigbar sind. Das Licht muss gedimmt werden können, seine Verteilung veränderbar sein. Zu einem Bühnenscheinwerfer gehören Aufsätze, die das Licht lenken, färben oder Muster projizieren.

Wer schon einmal auf einer großen Theaterbühne gestanden hat, der weiß, dass das Scheinwerferlicht aber auch blenden kann, dass es keinen Blickkontakt zum Zuschauer ermöglicht. Ja, es gibt sogar Verfolgungsscheinwerfer, die jeden meiner Schritte unbarmherzig ans Licht bringen, jede Geste, jedes Missgeschick öffentlich machen.

Der Theaterstück-Autor Berthold Brecht lässt zu Beginn seiner Dreigroschenoper einen Moritatensänger auftreten, der davon singt, dass die einen im Dunkeln und die andern im Licht sind „und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“

Gerade auf die im Dunkeln richtet Brecht in seinen Stücken die Scheinwerfer: Es sind Huren, kleine Kriminelle, große Verbrecher, Ausgebeutete, Verfolgte und Flüchtlinge.
Menschen aus dem Dunkel ins Licht holen: Das ist Weihnachten!

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Menschenskind.

Pfarrer Ludwig Burgdoerfer, Landau, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 23. Dezember 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Weihnachskarten.

Pfarrer Ludwig Burgdoerfer, Landau, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Mittwoch, 22. Dezember 2010.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Wunschzettel.

Pfarrer Ludwig Burgdoerfer, Landau, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Dienstag, 21. Dezember 2010.

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