RPR1 "Angedacht": Spurensuche.

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und „Feels like heaven“ bei Rockland Radio am Sonntag, 05. September 2010:

Mitten in der Steppe Afrikas lebt ein Mann namens Daniel. Er glaubt an Gott und wird deshalb von vielen Menschen verspottet. Einer fragt ihn: „Hey, Daniel, woher weißt Du, dass es Gott wirklich gibt?“

Daniel antwortet: „Woher weißt Du, ob jemand um Deine Hütte gegangen ist?“ Der Mann antwortet: „Na, ich sehe es an den Spuren im Sand!“ Da sagt Daniel: „So wie der Mensch um Deine Hütte herum, so hinterlässt auch Gott Spuren. Nicht im Sand, sondern im Leben.“

Ich mag diese Geschichte von Daniel. Sie lässt mich darüber nachdenken, wo Gottes Spuren in meinem Leben sind. Manche sind leicht zu finden: Da sind Menschen die mich lieben, jeden Tag hab ich genug zu essen und ein Dach über dem Kopf.

Oft aber sind scheinbar keine Spuren zu sehen. Zum Beispiel dann, wenn mich ein Schicksalsschlag ereilt.

In solchen Momenten hilft mir ein Blick in die Bibel. Darin lese ich von Menschen, die auch Schwierigkeiten haben, Gottes Spuren zu finden. Aber schließlich werden sie fündig, wenn auch manchmal völlig überraschend:

Der Prophet Elia zum Beispiel: Er sucht Gott zunächst in Naturgewalten wie Sturm, Erdbeben oder Feuer. Ohne Erfolg. Elia findet Gott schließlich in einem sanft säuselnden Windhauch.

Für mich bedeutet das: Gott hinterlässt seine Spuren, Nicht immer offensichtlich und oft ganz anders als erwartet, aber die Spuren sind da. Wenn ich sie suche, dann werde ich sie auch finden.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Heinz wird ein Engel

Pfarrer Reinhardt Mueller, Fischbach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 2. September 2010.

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RPR1 "Angedacht": Sturmstillung.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 28. August 2010:

Endlich Urlaub. Ich stehe am Hafen Neßmersiel – dem Anlegeplatz für die Fähre zur ostfriesischen Insel Baltrum. Das Wetter ist wunderschön. Eine frische Prise weht mir um die Nase.

Bis, ja bis urplötzlich der Himmel dunkler und der Wind immer stärker wird. Wie aus heiterem Himmel geht’s dann los:
Der Wind wird so heftig, dass die Menschen nicht mehr aufrecht gehen können, viele Passagiere schreien, Kinder heulen. Über Lautsprecher informiert uns der Kapitän, dass ein Tornado über die ostfriesischen Inseln hinwegfegt.

Und ich? Ich erinnere mich an die neutestamentliche Geschichte von der Sturmstillung. Auf dem See Genezareth treibt ein Boot hilflos auf den hohen Wellen. Die Menschen haben Angst. Simon, ein Jünger Jesu, versucht das Boot vor dem Kentern zu bewahren, bis seine Kräfte langsam nachlassen.

Er sucht Jesus und ist erstaunt, als er seiht, dass Jesus schläft. In so einer lebensgefährlichen Situation. Wütend weckt er Jesus und bittet ihn um Hilfe. Der steht auf und sagt zu dem Meer: „Schweig und verstumme!“ Und der Wind legt sich…!

Und urplötzlich klart auch der Himmel über Neßmersiel wieder auf. So schnell, wie der Tornado gekommen ist, verschwindet er wieder. Und ich merke, ein wenig Gottvertrauen im Alltag ist doch auch ganz gut.

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RPR1 "Angedacht": 100. Geburtstag von Mutter Teresa.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 27. August 2010:

Kennen Sie Agnes Gonxha Bojaxhio? Nein? … Ich behaupte: Doch! Vielleicht ist sie Ihnen ja auch besser bekannt unter dem Namen: Mutter Teresa! Heute vor 100 Jahren wurde sie im mazedonischen Skopje geboren.

Als tief religiöse rebellische Nonne setzt sie sich früh gegen die katholische Hierarchie durch und arbeitet sozusagen als „freie“ Nonne außerhalb eines Klosters, in den Slums von Kalkutta:

Dort sieht sie den Schmutz, die zerlumpten Kinder, die offenen Kloaken, die Krankheit, den Hunger einer Großstadt, die damals wie heute ein einziger Sumpf von Not und Armut ist.

Sie unterrichtet unter freiem Himmel obdachlose Kinder, bringt den Slumbewohnern Medikamente und Verbandszeug und gründet den Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“, um den Sterbenden, Waisen und Kranken zu helfen.

1997 stirbt die Friedensnobelpreisträgerin Schwester Teresa, aus der längst „Mutter Teresa“ geworden ist. Mit einem Staatsbegräbnis wird sie beerdigt und bereits 2003 vom Papst selig gesprochen. Es ist die schnellste Seligsprechung der Neuzeit.

Mutter Theresa selbst hat stets mit einfachen Worten gesprochen. Z.B. diesen hier: „Das Leben ist schön, bewundere es. Das Leben ist eine Herausforderung, stell dich ihr. Das Leben ist ein Rätsel löse es. Das Leben ist Leben. Lebe es!

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RPR1 "Angedacht": Ramadan-Halbzeit.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 26. August 2010:

In diesen Tagen habe ich besondere Achtung vor unseren muslimischen Schülern: Sie befinden sich im Fastenmonat Ramadan. Diejenigen, die sich daran beteiligen, dürfen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts essen und nichts trinken. 30 Tage lang ist das so. Jetzt ist ‚Halbzeit’.

Über dieses ‚fasten’ diskutieren wir im Religionsunterricht immer wieder. Bei allen Diskussionen stelle ich aber von Jahr zu Jahr fest, dass die nicht-muslimischen Schüler immer weniger Vorurteile gegenüber dem Ramadan und dem Islam haben. Dazu hat sicher beigetragen, dass viele Muslime in den letzten Jahren Christen zum gemeinsamen Essen nach Sonnenuntergang eingeladen haben.

Die Uhren im Ramadan gehen anders, alles wartet auf den Abend“, erzählt Hümeya. Wir essen dann nicht nur mit unseren christlichen Nachbarn, wir erzählen bis tief in die Nacht und erleben zusammen Gemeinschaft. Der Ramadan ist für mich eine spirituelle Erfahrung, meint sie.

Und mir wird bewusst: In der Begegnung liegt wieder einmal eine große Chance. Die Chance, andere Sitten besser kennen- und verstehen zu lernen.

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RPR1 "Angedacht": Ich schwöre.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 25. August 2010:

In der Berufsschule diskutiere ich mit künftigen Arzthelferinnen über den Sinn und Zweck von Strafe. Die jungen Frauen kennen sich aus, viele erinnern sich an die tägliche Gerichtssendung Richterin Barbara Salesch.

Ich möchte in dieser Stunde aber auf etwas ganz Besonderes hinaus; deshalb frage ich meine Schülerinnen, ob ihnen in der TV-Shows etwas aufgefallen ist bei der Vereidigung von Zeugen.

Michaela weiß sofort, worauf ich raus will und antwortet: „Ja, es gibt einen Unterschied in der Antwort der zu vereidigenden Zeugen. Manche sagen nach der Eidesformel des Richters nur: “Ich schwöre es!” Andere fügen dem noch hinzu: “Sowahr mir Gott helfe!“

Die Meinungen in der Klasse, ob nun ein Eid mit oder ohne so genannter „religiöser Beteuerung“ gesprochen werden soll, sind vielseitig. Die Schülerinnen, die mit der Kirche eher wenig anfangen können kritisieren den Zusatz, andere sehen das wiederum eher leidenschaftslos.

Dann wollen sie meine Meinung dazu wissen. Ich habe mit dem Schwören so meine Probleme, sage ich den Schülerinnen. Denn entweder sage ich die Wahrheit oder nicht. Damit verweise ich auf niemand anderen als auf Jesus Christus, der sich im Matthäusevangelium zu dieser Frage eindeutig positioniert: „Ihr sollt überhaupt nicht schwören. Sagt ganz einfach Ja oder nein – denn jedes weitere Wort ist von Übel!“

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RPR1 "Angedacht": Raus zuhaus!

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 24. August 2010:

„Wenn Dir daheim alle auf die Nerven gehen, dann zieh doch endlich aus…“, schreit Michaela aus der Friseurklasse ihre Mitschülerin Nicole kurz vor Beginn der Religionsstunde an. Ich schaue etwas irritiert auf die beiden und schon fragt Michaela mich: „Was meinen eigentlich Sie dazu?“ Bevor ich antworten kann, erfahre ich den Hintergrund des Problems:

Nicole traut sich nicht, ihr Elternhaus zu verlassen. Sie glaubt, den Alltag nicht allein geregelt zu bekommen und sie hat Angst davor, sich auf eine andere Umgebung, vielleicht sogar in einer anderen Stadt einzulassen.

Ich erzähle Nicole daraufhin von Abraham. Zunächst verdrehen sie zwar die Augen, hört dann aber trotzdem interessiert zu:

Im Alten Testament sagt Gott zu Abraham: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Elternhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein!“

Das ist schon ein Hammer. Von heute auf Morgen Verwandte und Freunde zu verlassen und sich in die Fremde aufzumachen. Vielleicht waghalsig, zumindest ganz schön mutig. Aber Abraham hat sozusagen einen Joker im Ärmel: Er vertraut auf Gott. Deshalb ist er bereit für einen Neubeginn, für den Schritt ins Ungewisse.

Abraham ist berühmt geworden. Mit seiner Gelassenheit und seinem Gottvertrauen wird er zum Segen für alle, die ihm folgen. Also, liebe Nicole: Wage den Schritt, einen Versuch wäre es allemal wert!

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