SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Guter Ton.

Pfarrer Andreas Klodt, Mainz, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Sonntag, 15. August 2010.

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RPR1 "Angedacht": Die Kinder im Mittelpunkt.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 14. August 2010:

„Lasst die Kinder zu mir kommen, denn ihnen ist das Himmelreich.“ Mit diesem Satz hat Jesus vor fast 2000 Jahren die Kinder in den Mittelpunkt gerückt. Die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft stellt er den ach so abgeklärten Erwachsenen als Beispiel, als Vorbild hin. Schließlich ist Gott selbst als kleines Kind in die Welt gekommen.

„Lasst die Kinder zu mir kommen.“ Diesen Grund-Satz Jesu befolgt die Kirche bis heute. Darum unterhält sie Kindertagesstätten, lädt zu Kindergruppen ein, kümmert sich in Kindereinrichtungen um die Benachteiligten.

Und, nicht zu vergessen: Die Kirchengemeinden laden zum Kindergottesdienst, dem Kigo, ein. Vielfach sonntags, manchmal aber auch an anderen Wochentagen. Zeitgleich zum Kinderkanal Kika und den Filmen der anderen Fernsehsender. Ein ziemlich schweres Unterfangen gegen die TV-Konkurrenz zu bestehen. Denn dort genügt der Knopfdruck, in die Kirche muss man sich bewegen.

Und dennoch kommen bundesweit rund 270.000 Kinder in die evangelischen Kindergottesdienste. Fröhlich geht es da zu und unkonventionell. Es gibt mehr Bewegung, als das Zappen mit der Fernbedienung. Es wird gemalt und gebastelt, gesungen und erzählt. Die Kinder sind selbst aktiv, können sich einmischen. Sie sind gefragt.

Also, wie wär‘s morgen früh mit einem Besuch im Kigo? Der ist übrigens immer live und einfach himmlisch.

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RPR1 "Angedacht": Eine Nachtigall ohne Flügel.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 13. August 2010:

Sie ist keine Politikerin und keine Verbandslobbyistin im Gesundheitswesen, dennoch gehört sie zu den großen Gesundheitsreformerinnen: Florence Nightingale. Die Tochter einer reichen britischen Familie gilt als die Wegbereiterin der modernen Krankenpflege. Heute vor 100 Jahren ist sie gestorben.

Ihr Leben ist ein Beispiel dafür, wie Glaube und Handeln zusammengehören. „Gott sprach mit mir und berief mich in seinen Dienst“, hat sie im Rückblick gesagt. Dieser Dienst war ein Dienst an den Kranken. Als Pflegerin hat sie das marode Gesundheitssystem und die desolaten Zustände in den Krankenhäusern ihres Landes kennengelernt.

Auf der Suche nach Lösungen für diese Probleme ist Florence Nightingale auch nach Deutschland gekommen. Hier lernte sie die Arbeit der Kaiserswerther Anstalten, einer diakonischen Einrichtung in der Nähe von Düsseldorf, kennen. Dort haben sich vor allem Frauen der drängenden sozialen Probleme des Industriezeitalters angenommen. Neben der Erziehung und Bildung von Kindern gehörte dazu auch die Pflege von Alten und Kranken.

Mit diesen Eindrücken im Gepäck und mit der Erfahrung der Arbeit als Kriegskrankenschwester hat Nightingale ein Pflegesystem für englische Kriegskranke organisiert. Dadurch ist sie zu einer treibenden Kraft bei der Reform des Gesundheitswesens in ihrem Land geworden. Ihre unermüdliche Tätigkeit war darüber hinaus der Anstoß für die Gründung des Roten Kreuzes.

„Gott sprach mit mir und berief mich in seinen Dienst.“ Florence Nightingale war eine Dienerin Gottes, oder um es mit einem altertümlichen Begriff zu sagen: ein Engel. Und sie zeigt: Engel brauchen keine Flügel.

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RPR1 "Angedacht": 40 Jahre Moskauer Vertrag.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 12. August 2010:

Heute vor 40 Jahren wurde im Katharinensaal des Kremls in Moskau ein Vertrag zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen. Nicht irgendein Vertrag, sondern der sogenannte Moskauer Vertrag.

Mit ihm hat die Entspannungspolitik zwischen Ost und West begonnen. Den Frieden erhalten, Entspannung fördern, Hass überwinden, Grenzen achten, Versöhnung praktizieren, all das waren Bestandteile des Vertrages, dem weitere folgen sollten. Unumstritten war der Vertrag in der Bundesrepublik nicht.

Während die einen die Versöhnungspolitik von Bundeskanzler Willy Brandt frenetisch bejubelt haben, ließen die anderen keinen Versuch aus, die Ostpolitik zu torpedieren.

Vor 40 Jahren hat die Politik den theologischen Begriff der Versöhnung auch in ihr Handeln eingeführt und erkannt: Wenn Menschen miteinander leben wollen, brauchen sie Versöhnung. Wenn es menschlich weitergehen soll, wenn nicht Wunden offen bleiben sollen, braucht es „Heilung“. Wo Krieg herrschte und herrscht – auch kalter Krieg – ist ohne Versöhnung nichts zu gewinnen.

Auch ein Sieger kann ohne Versöhnung nicht leben, sonst bleibt sein Sieg ein Pyrrhussieg, also ein Sieg, aus dem der Sieger genauso geschwächt hervorgeht, wie der Besiegte.

Wirksame Versöhnung braucht Partnerschaft, und zwar eine, in der auch der jeweils andere seinen Standpunkt überprüfen und einen eigenen Beitrag zum Neubeginn leisten muss. Das gilt nicht nur für die große Politik.

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RPR1 "Angedacht": Ein Beatle findet Gott.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 11. August 2010:

Er gehörte zu einer der erfolgreichsten Bands des 20. Jahrhunderts: Ringo Starr, der Drummer der „Beatles“. Gemeinsam mit George Harrison, John Lennon und Paul McCartney hat er über eine Milliarde Platten verkauft.

Ringo, mit bürgerlichem Namen Richard Starkey, hat das Leben in vollen Zügen genossen. Und hat nichts ausgelassen, was zu den hellen und dunklen Seiten des Starrrummels gehört. Je älter er geworden sei, sagt Ringo Starr, desto mehr sei der Wunsch in ihm gewachsen, sein Leben in den Griff zu bekommen.

All die Erfolge und all die Exzesse seien Ausdruck für eine Suche gewesen. Die Suche nach sich selbst. Jetzt glaubt der inzwischen 70-Jährige, das gefunden zu haben, was ihn hält. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er glaubt. Er glaubt an Gott. Dieser Glaube habe dazu beigetragen, dass sein Leben eine positive Wendung bekommen habe und er mit den Drogen aufhören konnte.

Die Erfahrung, die der Ex-Beatle gemacht hat, ist eine, die Menschen schon in biblischer Zeit gemacht haben. Wer suchet, der findet. Das ist eine Zusage. Gott lässt sich an den Kreuzungen des Lebens finden, da wo sich die menschliche Welt und die Welt Gottes sich begegnen, wie im Schnittpunkt eines Kreuzes.

Das kann der Augenblick sein, in dem ich glücklich und zufrieden bin, das kann der Moment sein, an dem ich traurig und niedergeschlagen bin. In beidem, im Glück und im Schrecken lässt sich Gott finden. Man muss kein Starr sein, um dies zu erfahren. Auch kein Ringo Starr.

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RPR1 "Angedacht": Schwuler Jesus?

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 10. August 2010:

Jesus war ein superintelligenter Schwuler. Das hat der supererfolgreiche Pop-Sänger Elton John gesagt. Sir Elton John. In einem Interview eines amerikanischen Promi-Magazins erklärte er, Jesus sei mitfühlend gewesen, hätte den Menschen immer vergeben und viel Verständnis für deren Probleme gezeigt.

Wo der nun fromme sänger aus Middlesex seine Erkenntnisse über die sexuelle Orientierung des Wanderpredigers Jesus aus Nazareth herhat, das weiß ich nicht.

Dennoch stimme ich dem Poppoeten in zwei Punkten zu: Ja, Jesus war ein kluger Mensch und: Ja, Jesus hat Liebe und Vergebung gepredigt. Da ist nicht wenig. Und das wurde konkret. Die Evangelien erzählen davon.

Jesus hat Kranke geheilt, sich Ausgestoßenen zugewandt und Menschen die Sünden vergeben. Auf die Frage nach dem höchsten Gebot hat er geantwortet: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.“ Und: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Elton John hat wohl vom historischen Jesus wenig Ahnung. Aber von dessen Glaubenslehre. Sonst hätte der superreiche Sänger in seinem Lied „believe“ nicht ganz im Sinne des klugen, aber armen Wanderpredigers singen können:

„Ohne Liebe würde ich nicht glauben / Ich könnte nicht an dich glauben, und ich würde nicht an mich glauben. Ohne Liebe./ Ich glaube an die Liebe.“

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RPR1 "Angedacht": Gefährlicher Jordan.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 09. August 2010:

Eine Gefahrenmeldung aus dem Nahen Osten: Israel und Jordanien sind aufgefordert worden, die Taufe von Christen im Jordan-Fluss zu verbieten. Hintergrund dieser Forderung ist kein religiöser Konflikt, die Warnmeldung kommt von Umweltschützern. Der Jordan, so behaupten sie, berge erhebliche Gesundheitsrisiken.

Dass Christen sich im Jordan taufen lassen, hat seinen Grund in der biblischen Geschichte von Johannes dem Täufer. Dieser Johannes taucht diejenigen, die sich ihm zuwenden, in das rauschende Jordanwasser ein.

Ein Zeichen soll dies sein für eine äußere und innere Reinigung, eine Reinigung die einen neuen Anfang setzen soll. Johannes prominentester Täufling ist Jesus aus Nazareth.

Wenn heute im Namen Jesu getauft wird, dann ist in den wenigsten Fällen Jordan-Wasser im Spiel. Das ist auch unnötig. Denn bei der Taufe kommt es nicht auf die Herkunft des Wassers an, so wie es nicht auf die Herkunft des Täuflings ankommt.

Worauf es ankommt ist, dass die Taufe jeden Getauften in eine enge Beziehung zu Jesus bringt, zu seiner Art zu leben, zu lieben, zu hoffen und zu glauben. Das Wasser der Erde wird zum Wasser des Himmels, zum Zeichen der Liebe Gottes.

Übrigens: die Taufen im Jordan gehen weiter. Das israelische Gesundheitsministerium sieht keinen Grund für ein Verbot aufgrund dreckigen Wassers.

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