SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Engelbotschaft im April

Pfarrer Reinhardt Mueller, Fischbach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Dienstag, 27. April 2010.

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RPR 1 "Angedacht": Eine Reise in die Vergangenheit.

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 24. April 2010:

„Reisen bildet“, sagt ein Sprichwort. Manchmal ist das, was man dabei lernt, recht abschreckend. Meine letzte Reise war eine in die Vergangenheit. Dachte ich. Zurück in jene Stadt, in der ich als Studentin eine sehr prägende Zeit verbracht hatte: Stockholm.

Nach Ostern habe ich ein paar Tage dort verbracht. Was ich dabei gesehen habe, erschien mir dann doch eher wie eine Reise in die Zukunft. Überall waren Menschen, die mit sich selbst gesprochen haben. Scheinbar.

Bis ich entdeckt habe, dass sie alle verkabelt waren und ständig mit irgendwem telefoniert haben. Die, die nicht in ihr Handy gesprochen haben, waren mit ihren Laptops beschäftigt.

Selbst meine Freundin hat zum Abschluss eines gelungenen Abendessens in einem historischen Restaurant ihr Notebook ausgepackt und darauf bestanden, online schon mal unsere Bordkarten für den Rückflug am nächsten Morgen zu buchen.
Schweden ist weltweit die Nummer eins bei der Nutzung von Informationstechnologie.

„Alles hat seine Zeit“ sagt der Prediger Salomo. Aber in unserer Zeitzone will alles Neue schon beachtet werden, obwohl das Alte noch gar nicht abgeschlossen ist.

Und so wünsche ich Ihnen und mir, dass wir trotz des technischen Fortschritts nie vergessen, allem, was wir tun, die nötige Zeit einzuräumen. Und zwar so, dass wir es ganz bewusst und nicht nur nebenbei tun.

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RPR1 "Angedacht": Lebensziel Wohlstand?!

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 23. April 2010:

Für viele ist er so etwas wie ein Lebensziel: Wohlstand. Er verspricht Sicherheit, Zufriedenheit – Glück. Nur wird für viele dieses Ziel irgendwann zum Selbstzweck. Sie leben dann nicht mehr „im Wohlstand“, sondern „für den Wohlstand“.

Die Triebkraft hinter alledem ist die Gier. Von der Gier im großen Stil können wir täglich in den Nachrichten hören: deutsche Firmen, die im Ausland Schmiergelder zahlen, Banken, die skrupellos windige Anlagen verkaufen, Korruption in Behörden, die schon lange nicht mehr nur ein italienisches Problem ist.

„Hütet euch vor aller Habgier, denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat“, hat Jesus seine Zuhörer gewarnt. Und die moderne Psychologie bestätigt das: die meisten Menschen streben nach immer mehr Kapital, obwohl ein größeres Vermögen sie in Wirklichkeit nicht glücklicher macht.

Ein österreichischer Millionär ist jetzt den umgekehrten Weg gegangen: er trennt sich von allem Besitz, versteigert seine Villa in Tirol und sein Herrenhaus in Frankreich. Ohne materiellen Ballast will er künftig leben – in der Hoffnung, so wirklich glücklich sein zu können. Ob es funktioniert? Das wird erst die Zeit zeigen.

Eine allgemein gültige Glücksformel gibt es nicht. Wichtig ist, mit sich selbst im reinen zu sein oder wie es in den Sprüchen Salomos heißt: Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

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RPR1 "Angedacht": Nicht vom Brot allein.

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 22. April 2010:

Vogel müsste man sein – zumindest im Flugradius um unser Haus. Den Vögeln geht es in unserem Garten nämlich prächtig. Dank meinem Mann. Monate lang hat er täglich das kleine Holzhäuschen mit einer ausgewählten Mischung aus Körnern befüllt.

Das hatte sich schon richtig rumgesprochen im Vogelreich, so nach dem Motto: „Wir sehen uns dann nachher im Café Blum am Frühstücksbuffet“.

Tja, aber wir sind eben keine Vögel. Wir sind Menschen. Noch ist die Situation in Deutschland zum Glück nicht so, dass irgendwer verhungern müsste. Auch wenn die Kommunen kaum noch wissen, wie sie die steigenden Sozialleistungen bezahlen sollen.

Nur: der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Will heißen: nicht nur der Körper hat Hunger. Auch die Seele braucht Nahrung. Wir alle brauchen Liebe, Geborgenheit, Zuwendung …

In einer Gesellschaft, die immer mehr geprägt ist von der Konzentration des einzelnen auf sich selbst, bleibt so manch einer einfach auf der Strecke. „Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht und euer himmlischer Vater nährt sie doch“, heißt es im Matthäusevangelium.

Manchmal sucht er sich dazu auch Helfer. Wie meinen Mann, den Vogelfütterer. Oder Helfer wie Sie: vielleicht machen Sie sich mal Gedanken darüber, was Sie tun können, um wieder etwas mehr Wärme in unsere Gesellschaft zu bringen!

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RPR1 "Angedacht": Taten oder Worte?

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 21. April 2010:

Eine Freundin von mir redet seit Monaten davon, dass sie sich ehrenamtlich engagieren möchte: vielleicht im Seniorenheim, vielleicht in der Kirchengemeinde, vielleicht bei der Tafel. Angeboten hat sie ihre Mitarbeit noch bei keinem… So was will ja gut überlegt sein!

Ich möchte seit Ewigkeiten ein paar ehemalige Kolleginnen einladen. Aber ständig gibt es tausend Dinge, die im Weg stehen: kein passender Termin, die Sorge, dass ich das mit dem Essen nicht perfekt hinbekommen könnte und schließlich darf’s ja auch nicht grad was Einfaches sein – immerhin warten die ja schon seit Ewigkeiten auf meine Einladung.

Aber: Letzten Sonntag waren die Kolleginnen dann da: ganz spontan und einfach nur schön. Als Geschenk haben Sie mir unter anderem eine Karte mitgebracht. Darauf stand: „Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant“.

Ausreden, Dinge-die-scheinbar-wichtiger-sind, Endlos-Planungsphasen: wir alle kennen und nutzen sie. Aber sie sind nur ein Vorwand, weil wir uns oft nicht trauen, das Eigentliche, das Richtige zu tun.

Natürlich ist ein prachtvolles Gartenfest was Feines. Aber manchmal sind ein spontanes Gespräch oder ein außerplanmäßiger gemeinsamer Spaziergang viel wichtiger für das Zusammenleben.

“Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat“, heißt es schon im ersten Johannesbrief. Daran sollten wir uns viel öfter erinnern – und auch halten!

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RPR1 "Angedacht": Die Sorgen aus dem Schlüsseloch.

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 20. April 2010:

„Ach Kind müsste man noch mal sein!“ Es gibt wohl nur wenig Erwachsene, die diesen Wunsch nicht schon einmal gehabt haben.

Glaubt man einer spanischen Studie, dann ist das Kindsein aber alles andere als ein erstrebenswerter Zustand: Schon Vierjährige sind gestresst, weil sie sich Sorgen machen: um ihr Aussehen, häufiges Alleinsein oder den großen Druck in der Vorschule. Auf diesen Stress reagieren sie mit Schlaf- und Essstörungen, Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Depressionen.

„Die Sorge, sie schleicht sich durchs Schlüsselloch ein”, hat der deutsche Dichter Goethe es in bildhaft beschrieben. Bei mir kommt sie meist kurz vor Tagesanbruch. Auf einmal hat sie meine Gedanken, die sich eben noch in einem Traum befanden, fest im Griff.

Ich wache mit Herzrasen auf, weil die Sorge wie ein dunkler Schatten auf mir lastet. Kleine Sorgen verlieren im Gespräch mit anderen häufig ihren Schrecken. Aber was ist mit den Sorgen, die mir kein anderer Mensch abnehmen kann?

„Alle eure Sorge werfet auf ihn, Christus, denn er sorgt für euch“ ermutigt Petrus in einem Brief die ersten Christen. Seine Sorgen auf einen anderen werfen zu können, nimmt der Sorge schnell ihre bedrohliche Größe.

Nicht immer gelingt es, dieses Angebot zu nutzen. Aber immer bleibt es ein Angebot, das in sich etwas ausgesprochen Tröstliches hat.

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RPR1 "Angedacht": Auf die alte Weise.

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 19. April 2010:

Einer Umfrage zufolge können 84% der Befragten nicht mehr ohne ihr Handy leben. Knapp über 30% geben an, eher auf ihren Partner als auf ihr Handy verzichten zu wollen. Ein erschreckendes Situationsbild unserer Gesellschaft.

Aber wenn ich mir meine jüngste Tochter so angucke, dann könnte das sogar stimmen: bei ihr laufen soziale Kontakte in erster Linie über simsen oder chatten im Internet. Allerdings scheint sie da in populärer Gesellschaft zu sein.

Außenminister Westerwelle hat kürzlich über seine Kommunikation mit Bundeskanzlerin Merkel bekannt: „Wir simsen was das Zeug hält“. Dieses ständige durch einen kleinen Kasten mit allen und jedem verbunden –Sein ohne wirkliche Nähe, geht mir ziemlich auf die Nerven.

Mittlerweile fühle ich mich durch die Handymanie schon regelrecht bevormundet. Kürzlich hat mir meine Bank geschrieben, dass ich beim Online-Banking künftig nur noch Beträge bis 1000 Euro überweisen darf. Es sei denn, ich besorge mir eine mobile Identifikationsnummer, die ich mir jedesmal auf mein Handy simsen lassen muss.

Zum Glück gibt es wenigstens noch einen Ort, an dem ich für nichts und niemanden elektronisch erreichbar sein muss. Meine Kirche. Dort hängt ein Handyverbot, mit dem Hinweis: wir reden mit Gott noch auf die althergebrachte Weise.

Fand ich ursprünglich mal albern. Aber jetzt bin ich ausgesprochen dankbar für diesen Hinweis.

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