Wenn Prädikant und Musiker sich zusammentun. Toni Geiser und Bill Langston gestalten Liveband-Gottesdienste.
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 51 zum 19. Dezember 2010.
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RPR1 "Angedacht": Irgendwo und irgendwen.
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Freitag, 17. Dezember 2010:
So kurz vor den Weihnachtsferien plaudern meine Schüler und ich in gemütlicher Atmosphäre im Religionsunterricht darüber, wen wir während der Festtage alles besuchen werden. Martin meint trocken: “An Weihnachten scheint wohl jeder auf den Beinen zu sein, um irgendwen, irgendwo zu besuchen!“
Ich stimme ihm zu und sage: „Das ist genau das Problem: Irgendwen und irgendwo!“ Viele haben offenbar vergessen haben, dass hinter diesen Besuchen viel mehr steckt als nur eine schöne Tradition oder vielleicht lästige Pflichterfüllung.
Ich erinnere meine Schüler deshalb an Gott, der sich in Jesus im übertragenen Sinne auf den Weg macht, um uns Menschen zu besuchen. Mal ehrlich: Wer denkt denn da heute noch daran? Zwar sind viele unterwegs in dieser vorweihnachtlichen Zeit und auf den Weihnachtsmärkten und in den Kaufhäusern ist immer viel los – aber nur wenige sind unterwegs, um – wieder im übertragenen Sinne – die Botschaft des Kindes in der Krippe zu suchen.
Vor 2000 Jahren war das nicht anders: Nur ein paar Hirten und paar Weise haben sich auf den Weg gemacht, das Kind zu sehen. Doch diese wenigen reagieren: Sie fangen an zu loben und zu danken, weil große Freude ihr Leben erfüllt und weil sie das Wort aus dem Lukasevangelium zu verstehen beginnen: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk!“
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Weihnachtsverbot.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 18. Dezember 2010:
Das Weihnachtsfest abschaffen? Das könnte doch bloß einer Regierung einfallen, die aus gottlosen, christenfeindlichen Politikern besteht, oder?
Irrtum! In England wurde das Weihnachtsfest im Jahr 1647 verboten und das ausgerechnet von den strenggläubigen Puritanern, die dort an die Macht gekommen waren.
Ihre Begründung: Weihnachten verstoße gegen die reine christliche Lehre.
Zum einen sei es nicht erwiesen, dass Jesus tatsächlich am 25.Dezember geboren worden ist. Und zweitens war man dagegen, dass das Fest dazu genutzt wurde, um ausgiebig zu essen, zu trinken und Unzucht zu treiben.
Also wurde Weihnachten samt den Gottesdiensten verboten.
Stattdessen sollten die Menschen arbeiten und ihre Geschäfte öffnen. Nun, die meisten Engländer setzten sich damals über das Verbot hinweg und feierten erst recht – erst verbotenerweise und ab 1660 dann wieder ganz legal.
Gut so! Denn ich persönlich freu’ mich auf Weihnachten und auf das üppige Essen. Und ich will strenggläubigen Weihnachtsgegnern keine Chance geben, sondern will über den rechten Sinn des Festes nachdenken, wenn ich mit den anderen Menschen im Gottesdienst singe: „Christ, der Retter ist da!“
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RPR1 "Angedacht": Lichtverschmutzung.
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 16. Dezember 2010:
Viele Städte und Dörfer strahlen in diesen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes: Weihnachtsbeleuchtung, wohin man blickt. Nicht wenige sprechen von
Energie verschwendung, Geldmacherei; es ist eine leidige Diskussion … alle Jahre wieder.
Ich allerdings gestehe, dass ich Weihnachtsbeleuchtung schön finde. Ich mag die leuchtenden Sterne in den Fenstern und die festliche Lichterketten auf den Tannen.
Was ich allerdings nicht mag, sind bunte Stakkato-Lichtorgeln an den Balkonen oder schrill blinkende überdimensionale Weihnachtsmänner, die irgendwo in den Vorgärten rumhängen – das ist mir persönlich zu viel, als wäre es nicht schon hell genug in unseren Städten.
‚Lichtverschmutzung’ so nennen italienische und amerikanische Forscher dieses Phänomen und haben passend dazu eine Studie veröffentlicht. Eine Erkenntnis daraus: Weil so viel Kunstlicht die Nächte extrem erhellt, sehen die meisten Menschen in Westeuropa keinen klaren Sternenhimmel mehr.
Und der gefällt mir persönlich gerade jetzt in der Adventszeit noch besser als die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten und Dörfern. In der Stille und der Dunkelheit auf den Feldwegen außerhalb der Stadt genieße ich es, in den Himmel zu schauen, und die Sterne zu sehen.
Und jedes Mal bin ich für einen kurzen Augenblick überzeugt davon, den am Himmel den „Stern von Bethlehem“ erkannt zu haben.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Postleitzahlen.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 16. Dezember 2010:
Ich verrate Ihnen jetzt nicht, wo ich wohne.
Nicht mal die Postleitzahl. Denn die ist ja auch schon sehr verräterisch. Postleitzahlen sagen viel aus über die Menschen. Der Soziale Status, die finanzielle Situation, das Bildungsniveau und sogar der Gesundheitszustand, all das kann an ihnen abgelesen werden.
So fanden Forscher anhand von Postleitzahlen heraus,
dass Bewohner von ärmeren Wohngegenden im Schnitt viel übergewichtiger sind als Bewohner von noblen, teuren Vierteln. Nur ein Beispiel dafür, welche Aussagekraft so eine Postleitzahl haben kann.
Bewerbungen werden zurückgeschickt, Kredite nicht gewährt, Versicherungsabschlüsse abgelehnt
weil Menschen die vermeintlich falsche Postleitzahl haben.
Das Ansehen einer Person mit einer solchen Postleitzahl ist oft nicht besonders hoch.
Bei Gott ist das zum Glück anders. Er sieht nicht auf meine Postleitzahl, nicht auf meine Herkunft, nicht auf mein soziales Umfeld. Gott schaut auf mein Herz und auf das, was ich tue.
In der Bibel steht: Gott sieht nicht auf die Person, sondern ihm ist in jedem Volk willkommen, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.
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RPR1 "Angedacht": Armer Josef!
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 15. Dezember 2010:
Im Religionsunterricht diskutiere ich mit meinen Schülern über die Weihnachtsgeschichte. Heute steht überraschend Josef im Mittelpunkt.
Nadine ergreift Partei für ihn und meint: „Also, der hat ja wirklich die Arschkarte gezogen. Seine Frau ist schwanger, aber nicht von ihm, sondern vom heiligen Geist. Was für eine Geschichte, die dem aufgetischt wird. Aber das scheint sein Schicksal zu sein und das nimmt er auch noch an. Hat der einmal über seine Rolle nachgedacht?“
Nadine redet sich förmlich in Rage und setzt dann noch einen oben drauf, indem sie sagt: „Im Zeitalter der Emanzipation ist es höchste Zeit, Josef mal zu würdigen. Mensch, was wäre denn Weihnachten ohne ihn? Das muss einer doch erst mal verkraften, die Partnerin schwanger, ohne dass was zwischen den beiden gelaufen ist!“
Die Schüler gucken Nadine verdutzt an, die mich daraufhin hilfesuchend anblickt. Ich ergänze Nadines Ausführungen: Josef weiß, dass Gott Unglaubliches mit Maria und ihm vorhat. Aber er ist gewiss, dass Gott ihn nicht allein lässt.
Im Matthäusevangelium ist überliefert, dass Gott Josef einen Engel sendet. Tröstend soll er zu Josef gesagt haben:
Fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen. Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden!“
Es ist zwar hart für ihn, aber Josef steht zu seiner Maria, trotz so mancher Irritation und Kränkung.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Rache ist Blutwurscht.
Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 15. Dezember 2010:
„Das sollst du mir büßen!“ – diesen oder einen ähnlichen Satz hat bestimmt jeder von uns schon mal gesagt. Wenn uns jemand ärgert, uns etwas antut, dann heißt das Motto oft: Rache ist Blutwurscht!
Aber Blutwurscht schmeckt und bekommt nicht jedem.
Und Rache schon gar nicht! Das ist nämlich das verblüffende Ergebnis einer Studie der Universitäten Bonn und Maastricht:
Rachsüchtige und nachtragende Menschen haben weniger Freunde, sind überdurchschnittlich oft arbeitslos und generell mit ihrem Leben unzufrieden!
Klar, wer stets nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handelt, wer Gleiches mit Gleichem oder gar Schlimmeren vergilt, der provoziert ja damit wieder negative Reaktionen und für die muss er sich dann wieder rächen.
Wer sich dagegen freundlich und hilfsbereit verhält und nicht so schnell nachtragend ist, der ist im Allgemeinen erfolgreicher im Job und glücklicher im Leben – sagen die Forscher und kommen zu dem Ergebnis: Sanftmut und Nettigkeit setzen sich durch!
Fürsorge für andere ist nämlich die Voraussetzung dafür, dass sich die mitfühlende menschliche Rasse in der Natur durchgesetzt hat. Rache mag Blutwurscht sein – aber Sanftmut ist Honig!
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