RPR1 'Angedacht': 30 Jahre Islamische Revolution
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 11. Februar 2009:
„Wir wünschen uns sehr, dass ihr unabhängig werdet!“
Mit diesen Worten betrat ein älterer hagerer Mann nach jahrelangem Exil heimatlichen Boden. Der Name des Freiheitskämpfers ging in die Geschichte ein, auch wenn er keine Freiheit brachte: Ruhollah Chomeni.
Heute auf den Tag genau vor 30 Jahren eroberte die „Islamische Revolution“ den Iran. Chomenis Getreue übernahmen die Macht. Freiheit brachten sie nicht in ihren „Gottesstaat“. Vielmehr bedrängte die Diktatur jeden Andersdenkenden erbarmungslos.
Dazu gehörte nicht nur die politische Opposition. Auch die religiösen Minderheiten im Iran wurden grausam verfolgt: Juden, Christen und Bahai.
Auch heute noch, 30 Jahre später, werden Menschen im Iran mit dem Tode bestraft, wenn sie sich für den christlichen Glauben interessieren und sich taufen lassen.
Die Menschen, die verfolgt werden, sie brauchen Hilfe und Solidarität, sie brauchen Schutz, auch hier bei uns in Deutschland.
Und die politischen Entscheidungsträger hier bei uns, sie brauchen Mut und Entschlossenheit, um in ihren Gesprächen mit dem Iran elementare Menschenrechte nicht kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen.
Vielleicht ist dieser Jahrestag, „30 Jahre islamische Revolution im Iran“ ja ein Anlass, um darüber nachzudenken.
Vielleicht ist dieser Tag auch für die Vertreter der Weltreligionen ein Anlass, um für friedfertige Offenheit und wechselseitige Toleranz einzutreten.
Ich meine: Zu diesem Dialog gibt es keine Alternative.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:30min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Trau Dir was zu!
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 10. Februar 2009:
Der Himmel ist wolkenverhangen. Wie so oft.
Aber noch ist es trocken. Was tun? Nehme ich den Regenschirm mit? Dann regnet es aber garantiert nicht und ich schleppe mich die ganze Zeit mit dem sperrigen Teil ab.
Oder lass’ ich den Schirm zuhause? Völlig klar: Dann werde ich ganz sicher das Opfer sintflutartiger Regenfälle.
Es ist gar nicht so einfach, sich zu entscheiden – selbst bei solchen Kleinigkeiten.
Ja, und manchmal, da hat man oder frau das Gefühl: Ganz egal, was ich mache, es ist sowieso verkehrt. So ein Gedanke kann furchtbar lähmen und im schlimmsten Fall entscheidungsunfähig machen.
Das Selbstvertrauen in die eigenen Entscheidungen ist angekratzt. Die Unsicherheit wächst. Vor allem, wenn es um wesentlichere Dinge geht als um die Mitnahme eines Regenschirmes.
Mir hilft in so einer Situation der Gedanke: Selbst wenn ich eine grottenschlechte Entscheidung treffe und völlig daneben liege mit meiner Einschätzung oder mit meinem Handeln – Gott lässt mich nicht fallen wie eine heiße Kartoffel. Er hält zu mir. Trotzdem. Voller Sympathie und Mitgefühl.
Im Jesajabuch sagt Gott: Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! (Jes. 43,5)
Das heißt: Was auch immer geschieht, Gott stellt sich auf unsere Seite!
Ich meine: Gott hat uns Menschen so geschaffen, dass wir Entscheidungen treffen können. Ob es dabei um den Regenschirm geht oder um Wichtigeres. Gott traut uns das zu. Deshalb können wir uns das auch getrost zutrauen. Wir können Selbstvertrauen haben, weil Gott uns vertraut.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:29min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
Ein Netz gegen Armut von Kindern knüpfen. Kuseler Kita mit Preis ausgezeichnet
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 6, zum 08. Februar 2009.
(Sprecher: Dejan Vilov)
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (5:22min / 9.6 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Wer war John Hooper?
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 09. Februar 2009:
John Hooper war ein genialer Prediger. Aus der ganzen Region strömten die Menschen seine Kirche. Denn der Kaplan predigte nicht lateinischer Sprache, sondern so, dass auch die einfachen Leute ihn verstehen konnten.
Und was er zu sagen hatte, das hatte es in sich: Von Jesus Christus als dem alleinigen Oberhaupt der Kirche predigte er. Und von der Gleichwertigkeit aller Christenmenschen.
Kein Wunder. Es dauerte nicht lange, und John Hooper sollte Bischof werden. Doch der reformierte Theologe stellte Bedingungen:
Das Festornat, mit dem der Bischof seine Macht ausdrückte, das wollte er nicht tragen. Um sichtbar zu machen: Kirche wird von unten her aufgebaut, von den Menschen. Da darf es nicht einen einzelnen an der Spitze geben, der alles entscheidet.
Nach einigem hin und her wurde Hooper Bischof. Doch er hatte nicht viel Zeit, um die Kirche demokratischer zu machen.
Denn es kam zum Regierungswechsel:
Die neue Königin Maria Tudor versuchte, alle Kirchenreformen wieder rückgängig zu machen. England sollte katholisch werden – wenn’s sein muss mit Gewalt.
John Hooper war einer der ersten, den die Verfolgung traf.
Er wurde von seiner Königin abgesetzt und auf dem Scheiterhaufen ermordet. Auf den Tag genau vor 500 Jahren.
Heute erinnern die Protestantischen Kirchen in Europa an diesen großen Theologen. Sein Schicksal ist eine Mahnung auch für unsere Zeit. Toleranz und Offenheit sind wichtig, damit es nicht zu Mord und Totschlag kommt.
Das Gespräch ist durch nichts zu ersetzen. Das gilt für die Kirchen in der Ökumene. Und das gilt auch für die Völker und Religionen.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:31min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 'Angedacht': Entschuldigung, es tut mir leid!
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 08. Februar 2009:
Es war der Geburtstag meiner Tante. In dem großen Flur in ihrer Wohnung spielte ich mit meinem Fußball und da passierte es. Die schöne neue Blumenvase auf der Kommode. Ein großer Scherbenhaufen lag vor mir.
Und viele Menschen waren böse auf mich. Meine Tante, der die Vase gehörte. Meine Oma, die ihr die Vase geschenkt hatte und mein Vater, der mich extra ermahnt hatte, nicht so wild herum zu tollen. Dazu noch meine Mutter, die die Scherben auffegen musste.
Und ich? Ich stand heulend da und dachte: wie kommste aus der Nummer wieder raus? Heute weiß ich, dass es nur vier Worte waren, die meine Lage verbesserten:
„Entschuldigung, es tut mir leid!“
Ich entschuldigte mich und das leitete eine Wende ein. Natürlich waren die Scherben immer noch da. Aber meine Entschuldigung zeigte allen: Ok, der Junge hat verstanden, dass er was falsch gemacht hat.
Entschuldigungen gehören zum Leben. Denn alle Menschen machen Fehler. Kleinere oder größere. Überall auf der Welt. In Ludwigshafen, Berlin, Rom oder Los Angeles. Ob sie es glauben oder nicht. Kein Mensch ist unfehlbar. Auch die nicht, die sich dafür halten.
Gott hat uns Menschen eben nicht perfekt geschaffen, sondern mit vielen Schwächen. Eine davon ist, dass wir Fehler machen. Aber er hat uns auch den Verstand gegeben und damit die Fähigkeit, Fehler einzusehen und zu sagen:
„Entschuldigung, es tut mir leid!“
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:30min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
Alle Beiträge