Rockland Radio 'Feels like heaven': Alles ist mir erlaubt

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 15. Juli 2009:

Ich bin eigentlich ein neugieriger Mensch. Wenn ich auf eine Frage nicht auf Anhieb die Antwort weiß, dann gehe ich ins Internet und googele die Frage.

Immer wieder ertappe ich mich auch dabei, wie ich dann stundenlang im Internet serven kann und mich von einer Seite zur anderen clicke. Nach einiger Zeit merke ich, dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, nach was ich ursprünglich gesucht habe…

Trotzdem ist das Internet für mich das Beste, was je er-funden wurde. Aber doch bleibt nach vielen spannenden In-tenetsitzungen oft ein schales und unbefriedigtes Gefühl zurück….

Das richtige Leben ist das nicht. Der Menschenkenner Paulus hat dies Gefühl auf den Punkt gebracht, als er sagte: Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.”

Dieser Satz gefällt mir. Er ver-betet mir nicht meine Neugier und auch nicht den nächs-ten Click auf die Computermaus – er sagt auch nicht, das ist alles Teufelszeug.

Aber er sagt auch: Lass dich nicht gefangen nehmen von deinem Computer. Und das will ich auch nicht. Denn ich bin der Mensch und der Computer bloß eine Maschine.

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RPR1 "Angedacht": Es geht um die Wurst

Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 15. Juli 2009:

Was braucht „Mann“ im Sommer um glücklich zu sein? Genau, eine Flasche Bier in der linken und eine Holzzange in der rechten Hand – um die Würstchen auf dem Grill zu wenden.

Und genau dort – am Grill – werden die großen Fragen der Welt diskutiert: Schwenker oder Kugelgrill, Reines Buchenholz oder Grillkohle, Spiritus oder Grillanzünder…

Wenn echte Grillmeister andächtig vor dem Feuer stehen, dann hat das schon fast was religiöses. Und das ist vielleicht auch gar keine Überraschung! Essen und Trinken hält schließlich Leib und Seele zusammen.

In der Bibel wird auch an vielen wichtigen Stellen gegessen. Immer dann, wenn es um die Wurst geht. Als das Volk Israel in der Wüste umherwandert, beweist Gott ihm seine Liebe mit Wachteln und Manna.

Jesus war als Fresser und Säufer berüchtigt, weil er mit allen möglichen und unmöglichen Leuten gegessen und gefeiert hat.

Und was passiert, als der verlorene Sohn zum Vater zurückkehrt? Genau! der Vater lässt erstmal den Grill anwerfen.

Ich kann mir keine schönere Art vorstellen, um Vergebung, Freundschaft oder Dankbarkeit auszudrücken als ein gemeinsames Essen. Guten Appetit wünsche ich Ihnen!

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Zahnarztbesuch

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 14. Juli 2009:

Ich bin gar nicht gern beim Zahnarzt. Logisch, wer sagt schon – „da gehe ich gerne hin.“ Ich mag es nicht, so komplett ausgeliefert da auf dem Stuhl zu liegen und dieses unangenehme Geräusch des Saugers zu hören.

Die Zahnarzthelferin bemüht sich den Sauger gut zu positionieren, aber wie es der Zufall will – gerade heute, scheine ich besonders viel Speichel zu produzieren.

Und dann kommt noch dieses hohe feine Geräusch des Bohrers dazu – das geht einfach durch Mark und Bein.

Der Zahnarzt und die Assistentin bemerken meine Schweiß-perlen auf der Stirn und gönnen mir endlich eine kleine Pause. Die Assistentin nimmt den Mundschutz ab, lächelt mich an und sagt: „Gleich haben Sie es hinter sich, ich weiß das ist alles unangenehm, aber Zahnweh ist schlimmer!“ Und dann geht´s weiter.

Aber komischerweise empfinde ich alles nicht mehr als so unangenehm. „Ein Wort kann schon gesund machen“, so steht es in der Bibel. Und ein nettes Wort beim Zahnarzt kann die Behandlung angenehmer machen. Schon schaltet der Arzt den Bohrer aus und sagt: „Ausspülen bitte! Nun sind Sie erlöst!

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RPR1 "Angedacht": Hat Gott ein Freundebuch?

Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 14. Juli 2009:

Name, Alter, Wohnort, besondere Kennzeichen, Lieblingsmusik, Lieblingsessen, Lieblingsfilme, ich bin Fan von punkt, punkt, punkt… Ich kann besonders gut punkt, punkt, punkt…

Oje, was da alles gefragt… Eine Schülerin hat mir ihr Freundebuch mitgegeben. Da soll ich einfach fünfzehn Fragen beantworten und alle, die es später lesen, wissen dann, wer ich bin.

Bei manchen Fragen weiß ich selbst gar nicht genau, was ich schreiben soll. Was ist zum Beispiel mein Lieblingstier: Nilpferd, Schnabeltier oder Ozelot? Sollen andere daran wirklich erkennen wer ich bin?

Du erforschest mich und kennest mich; Gott, prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. So betet ein Mensch in der Bibel zu Gott.

Und der braucht scheinbar kein „Meine Freunde“-Buch. Der entscheidet nicht nach 15 Fragen, ob ich sein Freund sein darf oder nicht.

Gott hat uns nämlich in der Taufe versprochen, dass wir zu seinen Freunden gehören, egal welche Musik wir hören oder was wir können. Er macht sich die Mühe, freundlich, neugierig und ganz in ruhe zu schauen, was in unserem Leben los ist.

Und deshalb: Wer wissen will, wie ich wirklich bin, der muss sich schon die Mühe machen mich kennen zu lernen.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Eigentlich bin ich ganz anders...

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 13. Juli 2009:

In diesen Sommertagen erlebe ich alles anders, viel in-tensiver. Die Menschen, die Natur, meine Umgebung und auch mich selbst.

Da kann es mir passieren, dass ich in der Mittagspause etwas länger sitzenbleibe oder ich besuche mal wieder Orte, an denen ich schon länger nicht mehr war.

Ich mag es, wenn sich in den Ferien ein wenig mediterrane Gelassenheit in meiner Umgebung breit macht. Der Zug mor-gens ist nicht so voll. Die Schüler, die schlafen noch und träumen vom Freibad. Die Banker haben bereits ihr Jackett ausgezogen und tragen auch mal ein kurzes Hemd. Die Gespräche der Menschen drehen sich um Reiseziele und Freizeitgestaltung.

Schade eigentlich, dass ich das nur in diesen Zeiten der Ferien so bewusst wahrnehme. An mir, an anderen. Oder schaue ich sonst einfach nicht so genau hin?

Sollte die Liedzeile von Altrocker Udo Lindenberg auch auf mich passen? „Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komm bloß so selten dazu!“ Nicht nur in den Sommermonaten will ich dazu kommen, sondern auch sonst. Bestimmt!

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RPR1 "Angedacht": Wie Gott mir, so ich dir!

Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 13. Juli 2009:

Meeensch – bleib zu Hause Opa, wenn du nicht mehr fahren kannst! Fahrer mit Hut! Mit 60 auf der Landstraße. Das rechte Pedal ist das Gas! Hält den ganzen Verkehr auf! Immer wenn man in Eile ist.

Na warte! Sei auf der Hut – du mit dem Hut! Da vorne überhol ich dich und dann fahr ich genüsslich mit 40 vor dir her. Was du kannst, kann ich auch! Wie du mir, so ich dir! Ich mein, das steht doch schon in der Bibel Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Aber Vorsicht! Auge um Auge, Zahn um Zahn – so einfach geht es nicht. Meistens bleibt es ja nicht dabei. Oft werden aus dem einen Zahn mindestens zwei oder drei. Und der Ärger über den Fahrer vor mir, der endet oft in Gedrängel, Nötigung oder sogar einem Unfall. Und spätestens dann kommt keiner mehr mit einem blauen Auge davon.

„Sei barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ Dieser Satz steht nämlich auch in der Bibel. Das war die sozusagen Verkehrsregel Jesu für solche Fälle. Wie Gott mir, so ich dir!

Bleib einfach mal locker. Schließlich hält Gott auch zu mir, obwohl ich alles andere als perfekt bin: Unausgeschlafen, schlecht gelaunt, und immer in Eile. Als ob die Welt sich nur um mich zu drehen hätte…

Also jetzt einfach mal durchatmen und ein bisschen nachsichtiger und geduldiger sein. Dann kommen alle gut an. Vielleicht etwas später, aber dafür gesund und munter.

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RPR1 "Angedacht": Vertrauen

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 12. Juli 2009:

Nur noch zwei Wochen – dann habe ich endlich Urlaub. Zusammen mit meiner Frau geht’s dann ab nach bella Italia. Und zwar mit dem Auto.

Damit dabei nichts schiefgeht, habe ich das Auto letzte Woche noch mal in die Werkstatt gebracht – zum Durchchecken. Bremsen, Öl, Achsen, Reifen – alles in Ordnung, hat der Mechaniker zu mir gesagt, als ich das Auto wieder abgeholt habe. Also bin ich eingestiegen und losgefahren.

Überprüft habe ich die Aussage des Mechanikers nicht. Wie auch? Von Autos habe ich ehrlich gesagt – überhaupt keine Ahnung. Ich weiß, wie man ein Auto fährt, aber nicht, wie es funktioniert.

Ich muss dem Mechaniker also wohl oder übel vertrauen. So wie vielen anderen Menschen auch: zum Beispiel meinem Arzt, wenn er mir ein bestimmtes Medikament verschreibt. Oder meiner Frau, wenn sie sagt, dass sie mich liebt. Wer leben will, muss anderen vertrauen.

Spätestens dann, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht – wie die Gesundheit oder die Liebe oder den Glauben. Auch bei ihm steht das Vertrauen im Mittelpunkt. Das Vertrauen in Gott.

Obwohl ich nicht beweisen kann, dass es ihn gibt, glaube ich an Gott. Was immer in meinem Leben auch passiert: ich vertraue darauf, dass Gott mich begleitet und dass ich nie tiefer fallen kann als in seine Hand. Egal, wie schlimm der Sturz dann auch ist – die Landung wird weich und warm sein.

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