RPR1 'Angedacht': Ich bin ein Heiliger!

Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 16. Juni 2009:

Kennen Sie den Heiligen Benno? Er war im 11. Jahrhundert Bischof von Meißen in Sachsen und heute feiern katholische Christen seinen Gedenktag.

Vor fast 500 Jahren hat die katholische Kirche Benno heilig gesprochen und das ist schon etwas Besonderes. Denn um heilig gesprochen zu werden, muss man ganz bestimmte Kriterien erfüllen:

Zum Beispiel muss man ein Wunder vollbracht haben oder ein Märtyrer gewesen sein. Das heißt, man muss trotz Folter an seinem Glauben festgehalten haben. Meistens führte die Folter dabei sogar zum Tod. Es ist also gar nicht so einfach, von der katholischen Kirche heilig gesprochen zu werden.

In dem Punkt habe ich es als Evangelischer Christ erheblich einfacher; denn mit meiner Taufe habe ich schon eine evangelische Heiligsprechung. Ganz ohne Folter und ohne Wunder und so…

Nach evangelischem Verständnis bin ich allein durch meinen Glauben ein Heiliger. Ich stehe mit dem Heiligen Benno und allen anderen Heiligen auf einer Stufe. Wir sind alle ganz nah bei Gott. Und keiner ist näher dran als der andere. Egal, ob er heilig gesprochen wurde oder nicht.

Und letztlich kann ohnehin nur Gott einen Menschen zum Heiligen machen. Und das tut er auch. Aber nicht wegen noch so vieler guter Taten, und auch nicht nur einige wenige Menschen. Bei Gott sind alle Menschen heilig, die an ihn glauben.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:25min / 2 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Ein Herz für Kinder!

Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 15. Juni 2009:

Wieder mal eine rote Ampel. Vor mir steht ein Auto, schick, schneidig und bestimmt noch keine drei Jahre alt.
Aber den Aufkleber hinten rechts, kenn’ ich noch aus meinen Kindertagen:

Ein dickes rotes Herz ist da zu sehen, und dazu der Text:
„Ein Herz für Kinder“.

O ja, mehr Herz, das würde vielen von uns Menschen nicht schlecht stehen. Vieles kommt mir da herzlos vor,
im Umgang mit Kindern, aber auch sonst im Alltag.

Ein Herz für einiges, das schief läuft in unserer Welt.
So kommen mir da die Gedanken an der roten Ampel.
Und nicht nur ein Herz, manchen täte etwas mehr Hirn auch gut.

Genau: drei Herzen bräuchte man! Und am besten neun Gehirne! Auf der andern Seite: Wer will schon gern ein Krake sein? So ein Riesenkrake im Meer, der hat nämlich drei Herzen. Und neben seinem kleinen Hirn noch ein Zusatzhirn in jedem seiner acht Arme, also neun insgesamt. Die steuern die ganzen Saugnäpfe an den Armen.
Und die drei Herzen pumpen das Blut durch den Kreislauf.

Allerdings: So ein Krake wird nicht alt, gerade mal vier Jahre.
Dann doch lieber ein Mensch sein und zwar so wie Gott ihn geschaffen hat: Mit nur einem Hirn und einem Herz! Das aber am rechen Fleck. Ein Herz für Kinder, ein Herz für meine Mitmenschen überhaupt.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:22min / 1.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Du Tollpatsch!

Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 14. Juni 2009:

Ist Ihnen das auch schon passiert? Da will ich den Tisch decken, und weil es möglichst schnell gehen soll nehme ich alle Teller auf einmal und dann…

...eine falsche Bewegung – das wars! Alle Teller sind kaputt und ich muss erstmal den Besen holen und die Scherben auffegen. Dabei ärgere ich mich über mich selber und denke: Du Tolpatsch!

Der Begriff „Tollpatsch“ hat mit „toll“ gar nichts zu tun, sondern ist ein Spottname für ungarische Fußsoldaten des 17. Jahrhunderts.

Talp heißt auf Ungarisch „Sohle“ oder „Fuß“. „Talpasch“ ist das Wort für „breitfüßig“. Und breitfüßig kamen die armen ungarischen Fußsoldaten daher. Denn sie hatten kein festes Schuhwerk, sondern nur Bast- oder Ledersohlen an die Füße gebunden. Und damit konnten sie im Gelände keine allzu gute Figur machen, sondern kamen öfter ins Stolpern.

Wenn ich mich in meinem Leben mal wie ein Tollpatsch aufführe und mich auch genauso gegenüber Gott und meinen Mitmenschen verhalte, dann ist es gut zu wissen: Gott gibt mir die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, und er gibt mir Raum, auf dem ich das sichere Gehen einüben kann.

Wenn ich auch immer wieder mal tollpatschig stolpere, so kann ich mich doch an einem Psalmvers halten:
“Du, Gott, stellst meine Füße auf weiten Raum.“

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:23min / 1.9 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Leuchtende Steine - Ausstellung mit Bildern von Pfarrer Theo Müller

Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 24 zum 14. Juni 2009.

(Sprecher: Dejan Vilov)

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (3:24min / 4.7 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

"Eingesperrt" in Pirmasens

Jugendliche aus Pirmasens feiern Motto-Gottesdienst

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (2:18min / 3.2 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Let´s work together

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 6. Juni 2009:

Seit einiger Zeit verfolge ich in Internetforen Diskussionen zwischen Christen und Atheisten. Und oft bin ich überrascht bis schockiert, wenn ich sehe, mit welch harten Bandagen da zum Teil gekämpft wird, bis hin zu persönlichen Beleidigungen. Und zwar auf beiden Seiten.

Einigen Atheisten nehme ich dabei ab, dass sie sich tatsächlich um die Zukunft der Gesellschaft sorgen. Der Einfluss der Kirchen auf politische bis ethische Entscheidungsprozesse geht ihnen zu weit. Den Glauben an Gott betrachten sie als schädlich, weil er einer vernünftigen Diskussion im Wege stehe. Und sie haben zum Teil auch erlebt, wie sie zum Beispiel bei Talkshows oder Podiumsdiskussionen aufgrund ihres Unglaubens belächelt, ausgegrenzt, nicht ernst genommen werden.

Ich habe kein Problem mit “Ungläubigen”. Viele meiner Freunde, Bekannten oder Menschen, mit denen ich in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet habe, glauben nicht an Gott. Das ändert aber doch nichts daran, dass man zielgerichtet und erfolgreich miteinander Projekte angehen kann.

Ich meine: Christen und Atheisten sollten ihre Kräfte heutzutage vielmehr bündeln statt sie gegeneinander aufzureiben – und gemeinsam vorgehen gegen Diskriminierung, soziale Ungleichheit, politischen wie religiösen Fundamentalismus. Unsere Ziele sind gar nicht so verschieden. Wir kommen nur von verschiedenen Ausgangspunkten her.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:28min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 'Angedacht': Ich glaube, dass Gott mich erschaffen hat!

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 5. Juni 2009:

„Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Vor fast 500 Jahren hat der Reformator Martin Luther diesen Satz formuliert.

Seitdem haben die Naturwissenschaften ungeheure Fortschritte gemacht, Theorien der Entstehung des Kosmos und des Lebens über einen Zeitraum von Jahrmillionen hinweg entworfen. Wenn es auch nach wie vor offene Fragen gibt, sind diese Theorien in ihren Grundzügen doch plausibel.

„Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Gehört dieser Satz Luthers also zum alten Eisen, ist er schrottreif?

Wenn auch die Naturwissenschaften zum damaligen Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen steckten – wir können doch davon ausgehen, dass der Reformator durchaus um Bienchen und Blümchen und woher die kleinen Kinderlein kommen, wusste. Und dennoch kann er dies so auf sich ganz persönlich zugespitzt sagen: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“ Es lohnt sich, darüber nachzudenken.

Ich bin der Ansicht, dass es keinen Grund für Feindseligkeiten oder Kämpfe zwischen Glaube und Theologie einerseits und den Naturwissenschaften andererseits gibt. Gläubige Menschen betrachten die Welt eben von einer anderen Deutungsperspektive her. Deshalb wissen sie aber doch um Hoch- und Tiefdruckgebiete und den Wasserkreislauf und vertreten nicht die Ansicht, dass irgendein Regengott seine Gießkanne ausgepackt hat.

Ich weiß, dass ich aus der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle entstanden bin und meine Mutter mich geboren hat. Und dennoch: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen.“

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:32min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.