RPR1 "Angedacht": Trau Dich!
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 20. November 2010:
So, bei uns kann der Winter jetzt kommen. In der vergangenen Woche haben mein Mann und ich letzte Hand an unseren Garten gelegt. Und wir haben uns was getraut: Wir haben es gewagt, die Sträucher radikal zurückzuschneiden.
Jetzt sind sie zwar nicht mehr, was sie waren, nämlich Sichtschutz vor neugierigen Blicken. Sie waren vorher aber auch nicht mehr, was sie sein sollten: eine Zierde für naturliebende Blicke – unsere nämlich.
Tatsächlich haben wir keine Ahnung, ob im nächsten Frühjahr neue Triebe an den Stellen kommen werden, wo wir Altes abgeschnitten haben. Aber nur so besteht die Möglichkeit, dass die Sträucher wieder schöner wachsen.
Was wir gemacht haben, beinhaltet ein gewisses Risiko – aber auch eine große Chance.“Wenn Du etwas wagst, kannst Du etwas verlieren“, sagt ein Sprichwort. „Wenn Du nichts wagst, wirst du bestimmt etwas verlieren“.
Manchmal gilt der radikale Schnitt nicht einfach irgendwelchen Büschen, manchmal muss er dem eigenen Leben gelten. Ich habe tatsächlich schon Mutigeres gewagt als auf gut Glück Äste abzuschneiden. Ich habe es getan in dem Vertrauen, dass ich, selbst wenn es schief geht, von Gott aufgefangen werde.
Ich wünsche auch Ihnen dieses Gottvertrauen und die Kraft, die der Glauben geben kann. Und den Mut, Jesus beim Wort zu nehmen, der verspricht: So ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so wird euch nichts unmöglich sein!
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Eine Zeichnung des ganzen Lebens. Landauer Künstlerin fertigt Totenmasken an.
Die Hörprobe aus dem Evangelischen Kirchenboten 47 zum 21. November 2010.
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RPR1 "Angedacht": Was ihr getan habt einem dieser Geringsten...
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 19. November 2010:
Täglich machen neue Horrormeldungen über die Schulden von Städten und Gemeinden die Runde: Mainz in diesem Jahr: 120 Millionen Euro. Koblenz: über 70 Millionen und Trier: gut 65 Millionen Euro. Den Löwenanteil daran machen die steigenden Sozialkosten aus. Kosten die für die Menschen übernommen werden müssen, die aus eigener Kraft nicht genug zum Leben haben.
Gott sei Dank, denken Sie jetzt vielleicht, bin ich nicht auf dieses Geld angewiesen. Mir geht es gut und das wird auch so bleiben. Aber nicht immer läuft alles so glatt wie wir uns das wünschen. Die Mehrzahl der Hartz-4-Empfänger hat sich diese Lebenssituation nicht erträumt. Genauso wenig wie die vielen, die auf der Straße leben, immer selbst an ihrem sozialen Niedergang schuld sind.
Von der Arbeitslosigkeit über Mietrückstände bis zur Wohnungslosigkeit kann es manchmal nur ein kurzer Weg sein. Und bald könnte er noch kürzer werden, fürchtet die Evangelische Obdachlosenhilfe. Dann nämlich, wenn die Bundesregierung ernst macht und Hartz-4-Empfängern das Geld kürzt – zum Beispiel, wenn sie einen Termin im Jobcenter versäumen.
„Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, sagt Jesus. Überlegen Sie doch mal, was Sie für Menschen tun könnten, die es nicht – oder vielleicht auch nur nicht mehr – so gut haben wie Sie.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Beichten.
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 18. November 2010:
Beichten brauchen nur die Katholiken… denkste! Stimmt nämlich nicht, zumindest nicht so ganz. Evangelische Christen müssen nicht beichten, das stimmt: aber sie dürfen und sollten es. Martin Luther zum Beispiel hat vehement dafür gekämpft, dass Menschen sich ihrer Schuld bewusst werden und sie vor anderen bekennen.
Beichten! Das klingt irgendwie altmodisch und man sieht die dunklen Beichtstühle und genervte Priester aus schlechten Filmen vor sich, die sich alles mögliche anhören müssen.
Schade eigentlich, dass das Beichten so in Verruf geraten ist. Denn es tut gut, sich mal alles von der Seele zu reden. Was man formulieren und aussprechen kann, das drückt schon nicht mehr so viel. Das habe ich am schon oft am eigenen Leib erlebt.
Menschen brauchen von Zeit zu Zeit jemanden, der Schuld vergibt. Das hält doch keiner aus, wenn man nirgends mal Lasten loswerden kann. Die Beichte ist ein riesiges Angebot, das mich als Mensch mit Stärken und mit Schwächen, mit Gelungenem und mit Fehlern ernst nimmt und mich von Schuld befreien kann.
Und von Zeit zu Zeit mal zur Beichte zu gehen, das ist wie Staub wischen auf der Seele. Es tut gut und hinterher fühlt man sich viel besser. Vielleicht ist die Beichte doch nicht so altmodisch wie sie klingt.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Ich brauche die Kirche.
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 19. November 2010:
Zum Christsein brauch ich keine Kirche – so heißt der Titel des ökumenischen Stadtgesprächs heute Abend in Pirmasens. Dabei geht’s unter anderem um die Frage: Welche Kirche ist eigentlich gemeint, die nicht gebraucht wird?
Meinen wir die Kirchengebäude? Glaub ich eher nicht, denn in jeder offenen Kirche finden sich Leute ein, die die Stille und die Athmosphäre genießen. Und überhaupt: Was wäre Köln ohne den Dom?
Oder ist mit Kirche der Gottesdienst gemeint? Klar, viele verzichten auf den Gottesdienst und glänzen durch Abwesenheit, aber wenn ich mir die Vielfalt und Kreativität in vielen Gemeinden sonntags morgens anschaue, dann verpassen viele Leute ein tolles Programm.
Oder ist mit Kirche vielleicht die Institution gemeint? Ok, da könnte man sicher einiges verbessern und vereinfachen, aber so ganz ohne Strukturen geht es eben nicht.
DIE Kirche – das ist für mich die Gemeinschaft aller Christen auf der ganzen Welt. Menschen, die an Gott glauben, ihn suchen, mit Gott hadern, mit ihm unterwegs sind und die miteinander versuchen, Gott zur Welt zu bringen und in aller Welt Gott zu entdecken. Zu so einer Kirche gehöre ich gerne. Und deshalb brauche ich für mein Christsein die Kirche. Gott sei Dank.
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RPR1 "Angedacht": Das haben wir schon immer so gemacht....
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 18. November 2010:
„Das haben wir schon immer so gemacht und es gibt keinen Grund, das jetzt anders zu machen!“ Diesen Spruch höre ich in letzter Zeit ständig und ich bin der Meinung, dass es jetzt reicht. Mit der Unfähigkeit, dem Neuen eine Chance zu geben und mit der Überheblichkeit, mit der andere Möglichkeiten einfach weggewischt werden.
Erlauben wir uns doch mal den anderen Blick auf die Dinge. Wagen wir doch mal, etwas ganz Untypisches zu tun. Verstoßen wir gegen unser urdeutsches Verständnis von Zeit und verplanen wir den Tag einfach mal nicht im Voraus, sondern lassen die Dinge auf uns zukommen. Ganz im Vertrauen auf den Prediger Salomo, der sagt: Alles hat seine Zeit.
Sehen wir die Zeit doch mal als etwas anderes als sonst – nicht als einen langen Strahl, auf dem wir voranjagen müssen. Eher wie jene Völker, die Zeit für ein unbegrenztes Gut halten und denen es wichtiger ist, andere Menschen zu treffen als auf Biegen und Brechen einen selbstgemachten Termin einzuhalten.
Lassen Sie uns eben zur Abwechslung mal sein wie jene, die in unseren Augen eher so etwas wie eine Horde von Tagedieben sind. Vielleicht lernen wir so, wieder etwas gelassener zu werden und entdecken dabei wie schön es ist, einander etwas ganz wichtiges schenken zu können: unverplante Zeit. Alles hat seine Zeit – auch das einfach mal nichts planen und nur füreinander da sein.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Ich war´s nicht!!!
Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 17. November 2010:
„Ich war´s nicht!“ Diesen Satz höre ich ganz oft. „Ich war´s nicht!“, das sagen meine Kinder, wenn mein Blick streng wird und oft sagen sie das auch schon dann, wenn ich ihnen noch gar keinen Vorwurf gemacht habe.
„Ich war´s nicht!“, das sagen auch meine Schüler und Schülerinnen in der Schule. Wenn einer weint oder etwas zu Bruch geht, dann will es keiner gewesen sein. Schuld sind auf jeden Fall immer die anderen.
Heute ist Buß- und Bettag. Auch in meinem Ort findet deshalb heute Abend ein Gottesdienst statt. Buß- und Bettag, das ist der Tag an dem wir uns daran erinnern lassen, dass der Satz: Ich war´s nicht eben doch nicht immer zutrifft.
OK, wir sind nicht an allem Schuld aber wir alle laden Schuld auf uns, wir machen Fehler, schießen über das Ziel hinaus, vergreifen uns im Ton und liegen oft daneben. Und manchmal, da trifft es uns, da werden Menschen an uns schuldig, bleiben uns etwas schuldig oder laden Schuld auf sich.
Buß- und Bettag, das ist der Tag der Ehrlichkeit, und der Tag, an dem wir den Satz aus dem Vater unser ganz besonders laut sprechen sollten: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wie vergeben unsern Schuldigern.“ Buße heißt Umkehr und Buße bedeutet auch eine neue Chance. Und vielleicht trauen wir uns dann auch mal zu sagen: Ja, ich war´s!
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