RPR1 "Angedacht": Hilfreicher Stau.
Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 03. November 2010:
„Zwei Stunden für vier Kilometer!“ Vermeldet die Anruferin erbost durchs Radio. Mal wieder Stau auf der A6! Zur Baustelle kam noch ein Auffahrunfall und dann Stillstand.
Nichts geht mehr. Alle Termine verpasst, die ganze schöne Tagesplanung hinfällig.
Alles was man tun kann ist – Stillstehen und Warten. Das ist ärgerlich. Da kann ich die Frau gut verstehen. Wir sind gewöhnt, dass alles in Bewegung ist. Stillstand können wir uns einfach nicht leisten! Zeit ist Geld. Und wenn ich schon mal nichts tue – dann will ich selbst entscheiden, wann das ist.
Nichts geht mehr – Im Stau merke ich, dass ich eben nicht alles in der Hand habe, nicht alles planen kann. Ich merke, dass es da noch ein bisschen mehr gibt auf dieser Welt, als nur mich und meine Termine.
Stillstand – Genau dieser Moment, wo Stille einkehrt, kann nach der Bibel aber sehr heilsam sein. Manche Menschen finden genau darin Gott. „Meine Seele ist still, vor Gott der mir hilft!“ So beschreibt es ein Psalmbeter.
Den Stau auf der A6 haben einige dann auch wirklich als hilfreich erlebt und das gleich per Handy durchs Radio gemeldet. „Jetzt hab ich endlich gehört, wie das Lied heißt, dass ich seit Wochen mitsumme!“ freut er ein junger Mann. Und ein LKW-Fahrer seufzt: „Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so lange Pause hatte!“ Wofür so ein Stau doch gut sein kann.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Nicht vergessen!
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 02. November 2010:
Heute ist Allerseelen. Viele Christen auf der ganzen Welt gedenken an diesem Tag der Toten. Ich schätze diesen Tag. Er lädt mich ein, nachzudenken, über die Menschen, die einst mein Leben begleiteten und nun nicht mehr bei mir sind.
Allerseelen erinnert mich aber auch an die unzähligen Menschen, die unbeachtet von ihrer Umwelt ihr Leben verloren haben. Auch sie haben ein Recht darauf, dass man sie nicht vergisst. Denn jeder Mensch ist ein einzigartiges Kunstwerk Gottes.
Auf dem Friedhof des Dorfes, in dem ich lebe, gibt es einige so genannte Sozialgräber. Sie sind dürftig eingefriedet und bis vor kurzem haben sie ziemlich ungepflegt und verwildert gewirkt. An die Menschen, die dort begraben sind, wollten sich die Bewohner nicht mehr erinnern.
Eine Frau aus meiner Kirchengemeinde konnte das nicht mit ansehen und hat begonnen, diese Gräber zu pflegen. Doch damit nicht genug. Heute am Allerseelentag legt sie auf all diese Gräber eine Rose. Eine schöne Geste gegen die Vergessenheit. Egal woher wir kommen und was wir getan haben, jeder von uns verdienst den Respekt im Tod. Denn vor Gott sind wir alle gleich.
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RPR1 "Angedacht": Ich träume...
Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 02. November 2010:
Ich habe einen Traum“ – so hat der afroamerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte Rede für die Gleichheit aller Menschen begonnen.
Luther King träumt, dass die Hautfarbe und Herkunft von Menschen einmal keine Rolle mehr spielen werden. Dass nur zählt, wer man ist und nicht was man ist und dass alle Menschen friedlich miteinander leben können, ohne Angst und ohne Neid.
Das klingt beim ersten Hören völlig utopisch, aber Martin Luther King hat sein ganzes Leben diesem Traum gewidmet. Für seinen friedlichen Protest wird er über 30 mal verhaftet und mehrmals tätlich angegriffen. Und für diesen Traum ist er 1968 bei ein Attentat gestorben.
Damit war der Traum aber noch lange nicht ausgeträumt. Viele Menschen träumen mit und träumen weiter. Soweit dass heute ein Afroamerikaner Präsident der USA ist. Bis vor kurzem wäre auch das noch völlig undenkbar gewesen.
„Ich habe einen Traum…“ Gerade heute – wo ganze Gruppen von Menschen in Deutschland als integrationsunfähig abgestempelt werden – gerade da will ich weiterträumen und hoffe, sie träumen mit! Solange, bis, wie es in der Bibel heißt: “Unser Mund am Ende lachen und unsere Zunge jubeln wird.”
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.
Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 01. November 2010:
Heute vor 70 Jahren – am 1. November 1940 – haben die Nazis das Warschauer Ghetto mit Stacheldraht und Mauern von der Außenwelt abgeschlossen. Fast 400.000 Juden waren in dem Ghetto eingepfercht. Zwei Jahre später dann begann von hier aus die Deportation der Juden in die Vernichtungslager.
In die ausweglose Situation des Ghettos hinein schrieb ein unbekannt gebliebener und vermutlich getöteter Jude folgendes Gebet:
„Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.“
Ich höre diese Worte mit Beklommenheit und Scham auf der einen und mit Bewunderung und Respekt auf der anderen Seite. Besonders an diesem Tag – dem Jahrestag der Einmauerung des Warschauer Ghettos und Allerheiligen.
Vor allem in der Katholischen Kirche gedenkt man heute der großen Vorbilder des Glaubens.
Ich denke an den unbekannten jüdischen Beter, diese wunderbare Persönlichkeit, die Worte des Glaubens formulierte, zu denen ich wohl nicht fähig gewesen wäre.
„Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint. Ich glaube an die Liebe, auch wenn ich sie nicht fühle. Ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.“
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RPR1 "Angedacht": Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Pfarrer Henning Lang, Kriegsfeld, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 01. November 2010:
„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil.“ – Ich sitze vor dem Fernseher und gleich spricht Barbara Salesch das Urteil. Dann bekommt wieder ein Opfer sein Recht und ein Übeltäter die gerechte Strafe! Wenigstens bei Barbara Salesch siegt die Gerechtigkeit!
Sonst ist da ja oft nicht der Fall. Die Starken setzen sich mit Gewalt oder Geld durch und kommen ungeschoren davon. Und die Opfer? Die stehen hilflos da und haben den Schaden. Sieht so Gerechtigkeit aus? Ach, wenn sich Richterin Salesch nur um alles kümmern könnte!
„Selig sind, die Hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, sie sollen satt werden“ so beschreibt die Bibel diese Sehnsucht nach Gerechtigkeit.
Es stimmt, Menschen sind gemein zueinander, nutzen einander aus und tun Dinge, die nicht sein dürften. Aber so soll es nicht sein! Und es muss nicht so bleiben.
Gerechtigkeit ist möglich und – sie wird kommen. Dafür steht Gott ein. Und wir können viel dafür tun! Und sei es bloß, dass wir die Sehnsucht nach Gerechtigkeit wach halten und immer wieder laut Gerechtigkeit fordern.
Dass Verbrecher gerecht bestraft werden und niemand Opfer bleiben muss. Nicht nur im Fernsehen bei Richterin Salesch, sondern in Gottes Namen überall auf dieser Welt.
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